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YES – eine Band, die den Begriff Progressive‑Rock mitgeprägt hat

Lesedauer 9 Minuten YES – Geschichte und Werke der Progressive‑Rock‑Legende

YES – eine Band, die den Begriff Progressive‑Rock mitgeprägt hat

Ursprünge und Aufbruch (1968–1970)

Ende der 1960er Jahre trafen sich in London Musiker mit unterschiedlichen Wurzeln – aus Beat‑, Psychedelic‑ und Club‑Szene – und suchten nach einem neuen Klangbild, das Virtuosität, mehrstimmigen Gesang und lange, dramaturgisch aufgebaute Stücke vereinte. Aus der Keimzelle Mabel Greer’s Toyshop formte sich 1968 eine Besetzung mit Jon Anderson (Gesang), Chris Squire (Bass), Peter Banks (Gitarre), Tony Kaye (Keyboards) und Bill Bruford (Schlagzeug). Schon früh standen eigenwillige Coverversionen von The Byrds oder den Beatles neben eigenem Material; entscheidend war stets das Ziel, die Möglichkeiten einer Rockband zu erweitern.



Der Sprung zur eigenen Handschrift (1971–1972)

Mit dem personellen Wechsel zu Steve Howe (Gitarre) gewann die Band eine Stimme, die akustische Fingerstyle‑Eleganz mit scharf konturiertem Rock‑Ton verband. Das Album The Yes Album öffnete 1971 die Tür: längere Formen, wechselnde Takte, Dialoge zwischen Orgel, Gitarre und Bass, dazu mehrstimmige Refrains. Kurz darauf prägte Rick Wakeman mit Synthis und Orgelklängen das Klangbild auf Fragile – mit Stücken wie „Roundabout“ oder „Heart of the Sunrise“, die bis heute als Prog‑Klassiker gelten. 1972 setzte Close to the Edge in drei Sätzen sinfonische Maßstäbe: ein Stück als Reise, das von freien Passagen in hymnische Höhe führt – ein künstlerischer Höhepunkt, der die Band endgültig zu einem Aushängeschild des Genres machte.



Grenzerweiterungen, Brüche und Neustarts (1973–1980)

YES wagten mit dem Doppelalbum Tales from Topographic Oceans 1973 ein radikales Konzept: vier LP‑Seiten, vier Langstücke. Die Auseinandersetzung mit Spiritualität, Mythologie und Struktur führte intern zu Reibungen, aber auch zu einem Werk, das bis heute Debatten auslöst. Nach dem Wechsel zu Patrick Moraz am Keyboard entstand 1974 Relayer, dessen „The Gates of Delirium“ die Band in orchestrale Kriegs‑ und Friedensbilder führt. Die Rückkehr von Wakeman bescherte 1977 Going for the One mit „Awaken“ als spirituellem Monument. Tormato (1978) zeigte Ermüdungserscheinungen – ein Zeichen, dass eine neue Phase bevorstand. 1980 kam es mit Drama zu einer überraschenden Wendung: Trevor Horn (Gesang) und Geoff Downes (Keyboards) – zuvor als The Buggles erfolgreich – verhalfen der Band zu einem modernen, kantigen Sound, der die Brücke in die Achtziger schlug.



Pop‑Durchbruch und globale Präsenz (1983–1988)

Die Neuformierung um Trevor Rabin führte 1983 zu 90125, produziert von Trevor Horn. Der Single‑Hit „Owner of a Lonely Heart“ erreichte Anfang 1984 die Spitze der US‑Charts und brachte YES einem Massenpublikum näher, ohne die instrumentale Finesse aufzugeben. Big Generator (1987) zementierte den Status als stadiontaugliche Band mit komplexer DNA.



Doppel‑YES und die Union‑Ära (1989–1992)

Ende der Achtziger arbeiteten Jon Anderson, Bill Bruford, Rick Wakeman und Steve Howe als ABWH an einem eigenen Projekt – künstlerisch eine Rückbesinnung auf die Siebziger‑Ästhetik. 1991 wurden die parallel entstandenen Lager mit Union für eine Tournee zusammengeführt: acht YES‑Musiker auf einer Bühne – eine spektakuläre, aber logistisch heikle Phase.



Suche, Konsolidierung und neue Kapitel (1994–2004)

In den Neunzigern experimentierte die Band mit moderner Produktion (Talk), fand über Keys to Ascension und Open Your Eyes zurück zu Live‑Energie und veröffentlichte mit The Ladder (1999) und Magnification (2001) zwei Alben, die zwischen traditionellem YES‑Flair und orchestraler Erweiterung pendeln. 2004 markierte eine Pause auf Tonträgerebene, ohne die Aura der Band zu mindern.



Neue Stimmen, alte Werte (2009–2023)

Mit Benoît David und später Jon Davison als Sänger fand YES ab 2009 zu einer kontinuierlichen Veröffentlichungs‑ und Tourtätigkeit zurück. Fly from Here (2011) knüpfte lose an Ideen der Drama‑Phase an; Heaven & Earth (2014) zeigte eine sanftere Seite. Nach dem Verlust zweier tragender Säulen – Chris Squire († 2015) und Alan White († 2022) – hielt die Band Kurs und veröffentlichte The Quest (2021) sowie Mirror to the Sky (2023). Heute tragen Steve Howe (Gitarre, musikalische Leitung), Geoff Downes (Keyboards), Billy Sherwood (Bass), Jon Davison (Gesang) und Jay Schellen (Schlagzeug) das Erbe in die Gegenwart.



Meilenstein‑Album (Auszug): Close to the Edge (1972) – Drei Sätze, 18 Minuten Titelstück, oft als Gipfelpunkt der klassischen YES‑Ära betrachtet; verbindet freie Einleitung, komplexe Mittelpassage und hymnisches Finale zu einem organischen Bogen.



Würdigung und Spätwerk (2017 bis heute)

2017 erfolgte die Aufnahme in die Rock & Roll Hall of Fame – eine späte, aber nachvollziehbare Anerkennung für Jahrzehnte stilbildender Arbeit. In der jüngeren Produktion setzt die Band auf vielschichtige Arrangements, ausgefeilten Ensembleklang und großzügigen Raum für instrumentale Erzählungen. Mirror to the Sky knüpft in epischer Breite an diese Tradition an und bestätigt die Vitalität einer Gruppe, die nie stehen blieb.



Mitglieder – Porträts und prägende Rollen

YES war und ist ein Kollektiv aus starken Persönlichkeiten. Im Folgenden eine Auswahl zentraler Musiker mit biografischen Eckpunkten und charakteristischen Beiträgen. Angaben zu Familienereignissen betreffen öffentlich dokumentierte Fakten.

Jon Anderson (Gesang, Texte)

Geboren 25. Oktober 1944 in Accrington. Andersons hohe Timbrierung und seine bildhafte Sprache prägten die Identität der Band – von „And You and I“ bis „Awaken“. Nach Stationen außerhalb der Gruppe (u. a. mit Vangelis) kehrte er mehrfach zurück. In den 2010ern tourte er mit Trevor Rabin und Rick Wakeman als eigenständiges Projekt, bevor er sich wieder Soloprojekten widmete.

Steve Howe (Gitarre)

Geboren 8. April 1947 in London. Howe verbindet klassische Gitarrenfarben, Country‑Picking und kantigen Rock zu einer unverwechselbaren Signatur. Stücke wie „Yours Is No Disgrace“, „Starship Trooper“ und „Awaken“ tragen seine Handschrift. In der aktuellen Phase agiert er zugleich als Produzent und musikalischer Leiter.

Chris Squire (Bass, Gesang) †

Geboren 4. März 1948 in London, gestorben 27. Juni 2015 in Phoenix. Squires Rickenbacker‑Ton – bissig, melodisch, mit Plektrum – wurde zu einem Markenzeichen des Prog. Er war Gründungsmitglied und bis zu seinem Tod die konstante Achse der Band.

Rick Wakeman (Keyboards)

Geboren 18. Mai 1949 in London. Virtuose an Orgel, Klavier und Synthesizer, bekannt für orchestrale Klangarchitekturen. Mehrfacher Ein‑ und Ausstieg, daneben eine umfangreiche Solokarriere. In den 2010ern mit Anderson und Rabin als Trio auf Tour.

Bill Bruford (Schlagzeug)

Geboren 17. Mai 1949. Feinsinniger Takt‑Architekt der Frühphase, später bei King Crimson. Sein trockener, jazziger Ansatz prägte die Alben bis Close to the Edge.

Alan White (Schlagzeug) †

Geboren 14. Juni 1949, gestorben 26. Mai 2022 in Seattle. White stieß 1972 zu YES und trug maßgeblich den Drive der Band – von Topographic Oceans bis in die 2010er. Zuvor arbeitete er u. a. mit John Lennon und George Harrison. Nach gesundheitlichen Problemen zog er sich 2022 aus dem Live‑Betrieb zurück und verstarb kurz darauf.

Geoff Downes (Keyboards)

Geboren 25. August 1952. Kam 1980/81 in der Drama‑Phase, kehrte ab 2011 dauerhaft zurück. Sein Spiel verbindet Synth‑Flächen mit melodischen Leads; er bildet mit Howe die kreative Achse der Gegenwart.

Trevor Rabin (Gitarre, Komposition)

Geboren 13. Januar 1954 in Johannesburg. Als Motor der 80er‑Renaissance brachte Rabin Pop‑Schärfe, Studiotechnik und filmmusikalische Sensibilität ein. „Owner of a Lonely Heart“ und das Album 90125 sind ohne ihn nicht denkbar.

Tony Kaye (Keyboards)

Geboren 11. Januar 1946. Gründungskeyboarder, 80er‑Rückkehrer und Soundarchitekt für Orgel‑ und Klavierfarben – weniger Bombast, mehr Erdung.

Billy Sherwood (Bass, Gesang)

Geboren 14. März 1965. Langjähriger Weggefährte, Produzent und Multiinstrumentalist; übernahm nach Chris Squires Tod den Bass und hält die Vokalharmonien der Band vital.

Jon Davison (Gesang)

Geboren 16. Januar 1971. Seit 2012 Leadsänger, verbindet lyrische Helligkeit mit behutsamer Erneuerung im Songwriting. Prägend für The Quest und Mirror to the Sky.

Jay Schellen (Schlagzeug)

Geboren 20. Mai 1960. Lange Zeit live an Bord, seit 2023 festes Mitglied. Sein dichte, kontrollierte Spielweise schließt nahtlos an den YES‑Sound an.

Meilensteine, Auszeichnungen und Schicksalsschläge

  • 1969–1972: Etablierung einer eigenen Prog‑Sprache mit The Yes Album, Fragile und Close to the Edge.
  • 1973–1974: Konzeptuelle Großformate (Tales from Topographic Oceans) und die orchestrale Wucht von Relayer.
  • 1983–1984: Globaler Durchbruch mit 90125 und dem US‑Nr.‑1‑Hit „Owner of a Lonely Heart“.
  • 1991–1992: Acht‑Mann‑Union – eine einzigartige, wenn auch konfliktreiche Konstellation.
  • 2017: Aufnahme in die Rock & Roll Hall of Fame; Aufführung von Klassikern durch aktuelle und ehemalige Mitglieder.
  • Verluste: Der Tod von Chris Squire (2015) und Alan White (2022) markiert tiefe Einschnitte. Die Band hält die Erinnerung auf Tourneen und in Widmungen lebendig.

Album‑Leuchtturm (Auszug): Fragile (1971) – Balance aus Ensemble‑Epen („Roundabout“, „Heart of the Sunrise“) und Solo‑Vignetten; stellt die fünf Musiker als Individuen und als Kollektiv vor.

Zusammenarbeiten und Seitenpfade

YES schwärmte immer wieder in verwandte Projekte aus: Anderson Bruford Wakeman Howe suchte Ende der Achtziger die Nähe zur klassischen Phase; Yes Featuring Anderson, Rabin, Wakeman blickte 2016–2018 aus der 80er‑Perspektive auf das Werk. Darüber hinaus prägten Gastspiele und Nebenwege – von Howe bei Asia bis zu Squires Projekten – das große YES‑Universum.

Album‑Leuchtturm (Auszug): 90125 (1983) – Produziert von Trevor Horn, hebt die Band in die MTV‑Ära; präzises Songdesign trifft technisches Raffinement („Owner of a Lonely Heart“, „Leave It“).

Komplette Diskografie (Studioalben, Auswahl Live/Compilations)

Hinweis: Tracklisten beziehen sich auf die ursprünglichen Standardausgaben (keine späteren Bonus‑Tracks). Besetzungen nennen die Kernmitglieder pro Album. Chartangaben (Auswahl) sind nach UK/US angegeben, soweit dokumentiert.

Yes (1969)

Besetzung: Jon Anderson – Gesang; Chris Squire – Bass; Peter Banks – Gitarre; Tony Kaye – Orgel/Keys; Bill Bruford – Schlagzeug.

Trackliste: Beyond and Before; I See You; Yesterday and Today; Looking Around; Harold Land; Every Little Thing; Sweetness; Survival.

Time and a Word (1970)

Besetzung: Anderson, Squire, Banks, Kaye, Bruford (+ Orchester).

Trackliste: No Opportunity Necessary, No Experience Needed; Then; Everydays; Sweet Dreams; The Prophet; Clear Days; Astral Traveller; Time and a Word.

The Yes Album (1971)

Besetzung: Anderson, Squire, Steve Howe, Kaye, Bruford.

Trackliste: Yours Is No Disgrace; The Clap; Starship Trooper (Life Seeker / Disillusion / Würm); I’ve Seen All Good People (Your Move / All Good People); A Venture; Perpetual Change.

Fragile (1971)

Besetzung: Anderson, Squire, Howe, Rick Wakeman, Bruford.

Trackliste: Roundabout; Cans and Brahms; We Have Heaven; South Side of the Sky; Five Per Cent for Nothing; Long Distance Runaround; The Fish (Schindleria Praematurus); Mood for a Day; Heart of the Sunrise.

Close to the Edge (1972)

Besetzung: Anderson, Squire, Howe, Wakeman, Bruford.

Trackliste: Close to the Edge (The Solid Time of Change / Total Mass Retain / I Get Up I Get Down / Seasons of Man); And You and I (Cord of Life / Eclipse / The Preacher the Teacher / Apocalypse); Siberian Khatru.

Tales from Topographic Oceans (1973)

Besetzung: Anderson, Squire, Howe, Wakeman, Alan White (ab 1972).

Trackliste: The Revealing Science of God (Dance of the Dawn); The Remembering (High the Memory); The Ancient (Giants Under the Sun); Ritual (Nous sommes du soleil).

Relayer (1974)

Besetzung: Anderson, Squire, Howe, Patrick Moraz, White.

Trackliste: The Gates of Delirium; Sound Chaser; To Be Over.

Going for the One (1977)

Besetzung: Anderson, Squire, Howe, Wakeman, White.

Trackliste: Going for the One; Turn of the Century; Parallels; Wonderous Stories; Awaken.

Tormato (1978)

Besetzung: Anderson, Squire, Howe, Wakeman, White.

Trackliste: Future Times/Rejoice; Don’t Kill the Whale; Madrigal; Release, Release; Arriving UFO; Circus of Heaven; Onward; On the Silent Wings of Freedom.

Drama (1980)

Besetzung: Trevor Horn (Gesang), Squire, Geoff Downes, Howe, White.

Trackliste: Machine Messiah; White Car; Does It Really Happen?; Into the Lens; Run Through the Light; Tempus Fugit.

90125 (1983)

Besetzung: Jon Anderson (Rückkehr), Trevor Rabin, Squire, Tony Kaye, White. Produzent: Trevor Horn.

Trackliste: Owner of a Lonely Heart; Hold On; It Can Happen; Changes; Cinema; Leave It; Our Song; City of Love; Hearts.

Charts (Auszug): US #5; UK Top‑10. Single „Owner of a Lonely Heart“: US #1.

Big Generator (1987)

Besetzung: Anderson, Rabin, Squire, Kaye, White.

Trackliste: Rhythm of Love; Big Generator; Shoot High Aim Low; Almost Like Love; Love Will Find a Way; Final Eyes; I’m Running; Holy Lamb (Song for Harmonic Convergence).

Union (1991)

Besetzung: Anderson, Bruford, Wakeman, Howe + Squire, Rabin, Kaye, White.

Trackliste (Auszug): I Would Have Waited Forever; Shock to the System; Masquerade; Lift Me Up; Miracle of Life; Saving My Heart; Silent Talking; The More We Live—Let Go; Dangerous; Holding On; Evensong; Take the Water to the Mountain.

Talk (1994)

Besetzung: Anderson, Rabin, Squire, Kaye, White.

Trackliste: The Calling; I Am Waiting; Real Love; State of Play; Walls; Where Will You Be; Endless Dream (a) Silent Spring (b) Talk (c) Endless Dream.

Keys to Ascension (1996)

Live/Studio‑Hybrid mit neuem Material der Anderson/Howe/Squire/Wakeman/White‑Besetzung. (Studio‑Tracks u. a.: Be the One; That, That Is)

Keys to Ascension 2 (1997)

Weiterer Live/Studio‑Hybrid derselben Besetzung. (Studio‑Tracks u. a.: Mind Drive; Foot Prints; Bring Me to the Power; Children of Light)

Open Your Eyes (1997)

Besetzung: Anderson, Squire, Billy Sherwood, Howe, Kaye (zus.), White.

Trackliste (Auszug): New State of Mind; Open Your Eyes; Universal Garden; No Way We Can Lose; Fortune Seller; From the Balcony; Man in the Moon; Wonderlove; Love Shine; The Solution.

The Ladder (1999)

Besetzung: Anderson, Howe, Squire, Igor Khoroshev, Sherwood, White.

Trackliste: Homeworld (The Ladder); It Will Be a Good Day (The River); Lightning Strikes; Can I?; Face to Face; If Only You Knew; To Be Alive (Hep Yadda); Finally; The Messenger; New Language; Nine Voices (Longwalker).

Magnification (2001)

Besetzung: Anderson, Howe, Squire, White; Orchesterarrangements von Larry Groupé.

Trackliste: Magnification; Spirit of Survival; Don’t Go; Give Love Each Day; Can You Imagine; We Agree; Soft as a Dove; Dreamtime; In the Presence Of; Deeper; The Gates of Delirium (Live mit Orchester – spätere Edition).

Fly from Here (2011)

Besetzung: Benoît David (Gesang), Howe, Squire, Downes, White.

Trackliste: Fly from Here – Overture; Part I: We Can Fly; Part II: Sad Night at the Airfield; Part III: Madman at the Screens; Part IV: Bumpy Ride; Part V: We Can Fly (Reprise); The Man You Always Wanted Me to Be; Life on a Film Set; Hour of Need; Solitaire; Into the Storm.

Heaven & Earth (2014)

Besetzung: Jon Davison (Gesang), Howe, Squire, Downes, White.

Trackliste: Believe Again; The Game; Step Beyond; To Ascend; In a World of Our Own; Light of the Ages; It Was All We Knew; Subway Walls.

The Quest (2021)

Besetzung: Davison, Howe, Downes, Sherwood, White (Jay Schellen als zus. Drums live/Studio).

Trackliste (Haupt‑CD): The Ice Bridge; Dare to Know; Minus the Man; Leave Well Alone; The Western Edge; Future Memories; Music to My Ears; A Living Island. (Bonus‑CD: Sister Sleeping Soul; Mystery Tour; Damaged World)

Mirror to the Sky (2023)

Besetzung: Davison, Howe, Downes, Sherwood, Jay Schellen (offiziell seit 2023).

Trackliste: Cut from the Stars; All Connected; Luminosity; Living Out Their Dream; Mirror to the Sky; Circles of Time. (Deluxe mit zus. Longtracks je nach Edition)

Auswahl: Bedeutende Live‑ und Kompilationstitel

  • Yessongs (1973) – Live‑Dreifachalbum der klassischen ’72‑Tour.
  • Classic Yes (1981) – Werkschau der 70er.
  • Keys to Ascension (1996) & Keys to Ascension 2 (1997) – Live plus neue Studio‑Stücke der Howe/Wakeman‑Rückkehr.
  • Yes 50 Live (2019) – Mitschnitt zur 50‑Jahr‑Feier.

Auszeichnungen und Chartmarken (Auszug)

  • Rock & Roll Hall of Fame (2017) – Aufnahme der Kernmitglieder aus 1970er‑ und 1980er‑Phasen.
  • US Billboard Hot 100: „Owner of a Lonely Heart“ (1984) Platz 1.
  • UK‑Charts: Zahlreiche Top‑10‑Platzierungen, u. a. für Fragile, Close to the Edge, Going for the One, 90125.

Fazit

YES steht für die Idee, dass Rockmusik mehr sein kann als Songformat und Sound‑Etikett. Aus Versatzstücken von Klassik, Folk, Jazz, Elektronik und Pop formte die Band eine eigene Grammatik, die von der spät‑69er Revolte bis zur Gegenwart weiterlebt. Dass diese Grammatik wandelbar ist, zeigen die Epochen von Close to the Edge bis 90125 und die heutige, entwicklungsoffene Linie der Gruppe. Während Verluste wie die von Chris Squire und Alan White schmerzen, bleibt die Musik eine Einladung, Horizonte zu erweitern – und genau darin liegt die anhaltende Faszination von YES.

Quellen (Auswahl)

Wikipedia‑Artikel (Yes (band); List of Yes band members; Owner of a Lonely Heart; Yes discography; einzelne Albumseiten wie Close to the Edge, Fragile, 90125); YesWorld.com (offizielle Bandseite); The Guardian (Nachruf Alan White, 29.05.2022); Pitchfork (Nachruf Alan White, 26.05.2022); Rock & Roll Hall of Fame (Inductees 2017 – Yes); Diverse Chartdokumentationen (Billboard, Official Charts Company).

Autor: Franz Lemmler · Webseite: Xenopolias.de · Copyright 2025

Im Artikel verwendete Fotos stehen unter Lizenz von:
aliina s., CC BY 2.0 <https://creativecommons.org/licenses/by/2.0>, via Wikimedia Commons

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CEO und Gründer von Xenopolias.de, Xenolandia Grid, Radio Xenolandia und JazzVortex. Webmaster, Redakteur und Autor auf dieser Webpage. Geboren vor langer Zeit im Herzen des Ruhrgebiets.

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