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Joe Bonamassa

Lesedauer 4 Minuten Joe Bonamassa: Der Blues-Rock-Titan aus New York | Xenopolias.de

Joe Bonamassa – Der Erbe des Blues-Rock aus dem Norden



In den verschneiten Wintern von New Hartford, New York, wo der Hudson River sich durch eisige Landschaften windet, begann eine Reise, die den Blues-Rock neu beleben sollte. Joe Bonamassa, geboren als Joseph Leonard Bonamassa am 8. Mai 1977 in Utica, wuchs in einer Familie auf, in der Musik nicht nur gespielt, sondern gelebt wurde. Sein Vater besaß einen kleinen Musikladen und umgab den jungen Joe mit den Klängen von Eric Clapton, Jeff Beck, Jimmy Page und Rory Gallagher. Mit vier Jahren hielt Joe seine erste Gitarre in den Händen – eine rote 1972er Fender Stratocaster, die bis heute Rosie heißt und ihn auf allen Tourneen begleitet. Diese frühe, intensive Beschäftigung mit dem Instrument legte den Grundstein für eine Karriere, die heute als einer der größten lebenden Blues-Rock-Gitarristen gilt.



Das Wunderkind – Frühe Mentoren und der erste große Auftritt

Bereits mit sieben Jahren spielte Joe in lokalen Clubs, mit elf nahm ihn der legendäre Telecaster-Virtuose Danny Gatton unter seine Fittiche. Gatton lehrte ihn nicht nur Technik, sondern vor allem das Gefühl für Timing und Ton. Mit zwölf Jahren eröffnete Joe Bonamassa 1989 rund zwanzig Konzerte für B.B. King – ein Moment, der Geschichte, denn der King of the Blues persönlich war beeindruckt von der Reife des Jungen. Diese frühen Jahre waren geprägt von Disziplin und Leidenschaft: Während andere Kinder spielten, übte Joe täglich sechs bis acht Stunden. Die Familie zog später nach Philadelphia, wo Joe in den Clubs der Ostküste schnell klar wurde, dass hier ein Ausnahmetalent heranwuchs.



Bloodline – Die Supergroup der Söhne

1994 wurde Joe Mitglied der Band Bloodline, zusammen mit Waylon Krieger (Sohn von Robby Krieger/The Doors), Erin Davis (Sohn von Miles Davis) und Berry Oakley Jr. (Sohn des Allman-Brothers-Bassisten). Das selbstbetitelte Album floppte kommerziell, war aber eine unschätzbare Schule: Joe lernte, mit Druck umzugehen und in einer Band aus lauter Alphatieren zu bestehen. Die Erfahrung prägte sein späteres Verständnis von Teamwork und Bühnenpräsenz.



Der Solo-Durchbruch: A New Day Yesterday (2000)

Im Jahr 2000, mit 23 Jahren, veröffentlichte Joe sein Solo-Debüt A New Day Yesterday, produziert von Tom Dowd (der bereits mit Clapton und Allman Brothers gearbeitet hatte). Das Album stieg sofort auf Platz 9 der Billboard Blues Charts ein und zeigte eine perfekte Mischung aus eigenen Songs und Covers seiner Helden.

A New Day Yesterday (2000)

  • A New Day Yesterday
  • Miss You, Hate You
  • Colour and Shape
  • Headaches to Heartbreaks
  • Trouble Waiting
  • If Heartaches Were Nickels
  • Current Situation
  • Don’t Burn Down That Bridge
  • Heart of the Matter
  • Walk in My Shadows
  • I Know Where I Belong
  • Nuthin’ I Wouldn’t Do (For a Woman Like You)


Blues Deluxe (2003) – Die erste Nummer 1

Drei Jahre später landete Blues Deluxe auf Platz 1 der Billboard Blues Charts und hielt sich dort über ein Jahr. Das Album war eine Liebeserklärung an die klassischen Blues-Ära, enthielt aber auch erste eigene Kompositionen von bleibender Qualität.

Blues Deluxe (2003)

  • Never Make Your Move Too Soon
  • Travellin’ South
  • Junkyard Dog
  • She’s My Baby
  • Mumbling Word
  • Left Overs
  • Walk in My Shadows
  • Long Distance Blues
  • Pack It Up
  • Leftovers (Reprise)
  • Blues Deluxe
  • Burning Hell

You & Me (2006) und Sloe Gin (2007) – Der internationale Durchbruch

Mit You & Me (2006) und vor allem Sloe Gin (2007) eroberte Joe auch Europa. Sloe Gin stieg in die Top 10 der britischen Charts ein und wurde von Kritikern als eines der besten Blues-Rock-Alben des Jahrzehnts gefeiert. Der Titelsong, eine Coverversion von Tim Curry, wurde zur Hymne seiner Live-Shows.

Sloe Gin (2007)

  • Ball Peen Hammer
  • One of These Days
  • Seagull
  • Dirt in My Pocket
  • Sloe Gin
  • Another Kinda Love
  • Around the Bend
  • Black Night
  • Jelly Roll
  • Richmond
  • India / Mountain Time


Dust Bowl (2011) und die Zusammenarbeit mit Beth Hart

Dust Bowl (2011) brachte Joe erstmals in die Top 40 der Billboard 200. Im selben Jahr begann die Zusammenarbeit mit Beth Hart – Don’t Explain (2011) und Seesaw (2013) wurden beide Grammy-nominiert und gehören zu den erfolgreichsten Duett-Alben der letzten zwanzig Jahre.

Dust Bowl (2011)

  • Slow Train
  • Dust Bowl
  • Tennessee Plates
  • The Meaning of the Blues
  • Black Lung Heartache
  • You Better Watch Yourself
  • The Last Matador of Bayonne
  • Heartbreaker
  • No Love on the Street
  • The Whale That Swallowed Jonah
  • Sweet Rowena
  • Prisoner

Royal Tea (2020) – Der britische Einfluss

Während der Pandemie nahm Joe Royal Tea in den Abbey Road Studios auf – ein Album, das seinen britischen Einflüssen huldigt und dennoch modern klingt.

Royal Tea (2020)

  • When One Door Opens
  • Royal Tea
  • Why Does It Take So Long
  • Lookout Man!
  • High Class Girl
  • A Conversation with Alice
  • I Didn’t Think She Would Do It
  • Beyond the Silence
  • Lonely Boy in the Big Arcade
  • Cradle Rock

Live-Highlights und Supergroups

Zu seinen wichtigsten Live-Veröffentlichungen gehören Live at the Royal Albert Hall (2009, mit Eric Clapton als Gast), Live from the Greek Theatre (2016) und Tales of Time (2023) aus der Red Rocks Amphitheatre. Parallel spielte Joe in Black Country Communion (mit Glenn Hughes und Jason Bonham) sowie in der Funk-Band Rock Candy Funk Party.

Aktuelle Tourdaten 2025/2026 (Auswahl)

31.07.2025 Los Angeles, Greek Theatre
08.08.2025 Morrison, Red Rocks Amphitheatre
12.09.2025 Louisville, Bourbon & Beyond Festival
19.11.2025 Abilene, TX – Auditorium
07.–09.09.2025 Chicago, United Center
weitere Termine in Toronto, Detroit, Houston, New Orleans, Florida, sowie Europa-Tour ab Februar 2026 (Deutschland, Niederlande, UK bereits angekündigt).

Quellen

Wikipedia (en/de), AllMusic.com, JoeBonamassa.com, Discogs.com, Billboard.com, Songkick.com, Ticketmaster.com, BluesRockReview.com, RateYourMusic.com. Fotoquellen: Florian Stangl from Bayern, CC BY 2.0, via Wikimedia Commons; Annalisa Abbondanza, CC0, via Wikimedia Commons; Sun89, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons.

Autor: Franz Lemmler | © 2025 Xenopolias.de

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CEO und Gründer von Xenopolias.de, Xenolandia Grid, Radio Xenolandia und JazzVortex. Webmaster, Redakteur und Autor auf dieser Webpage. Geboren vor langer Zeit im Herzen des Ruhrgebiets.

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