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The Devil And The Almighty Blues

Lesedauer 5 Minuten
Grywnn, CC BY-SA 4.0 , via Wikimedia Commons
Grywnn, CC BY-SA 4.0 , via Wikimedia Commons

Die Geburtsstunde einer neuen Blues-Gewalt

In der norwegischen Hauptstadt Oslo formierte sich vor über einem Jahrzehnt eine musikalische Vereinigung, die den Blues nicht nur spielen, sondern ihn förmlich sezieren und neu zusammensetzen wollte. The Devil and the Almighty Blues entstanden aus dem Wunsch heraus, die tiefe Melancholie und die rohe Energie des traditionellen Delta-Blues mit der Wucht des modernen Stoner-Rock und dem Geist der 70er Jahre zu verheiraten. Es war eine bewusste Abkehr von der polierten, technischen Perfektion moderner Produktionen. Die Bandmitglieder suchten nach dem Schmutz unter den Fingernägeln, nach der echten Emotion, die entsteht, wenn Röhrenverstärker an ihre Grenzen getrieben werden. Der Name der Band selbst fungiert dabei als Programm: Die Dualität zwischen dem Versucher und der göttlichen Kraft der Musik, eingefangen in einem Genre, das seit jeher die Abgründe der menschlichen Seele thematisiert.

Ein Manifest des entschleunigten Sounds

Der Kern des Schaffens dieser Formation liegt in der Entschleunigung. Während die Welt um sie herum immer hektischer wurde, entschieden sich die Musiker für ein Tempo, das den Songs Raum zum Atmen gibt. Man könnte ihren Stil als eine Form des meditativen Heavy-Blues bezeichnen. Die Riffs sind schwerfällig, aber dennoch voller Groove. Es geht nicht darum, wie viele Noten man pro Sekunde spielen kann, sondern darum, welche Wirkung eine einzige, perfekt platzierte Note entfalten kann. Diese Philosophie zieht sich durch ihr gesamtes Werk und hat ihnen eine treue Anhängerschaft eingebracht, die die Authentizität und die hypnotische Qualität ihrer Live-Auftritte schätzt. Jedes Album ist ein Zeugnis dieser Beständigkeit und des tiefen Respekts vor den musikalischen Wurzeln.

Arnt O. Andersen – Die Stimme aus dem Dunkeln

Am Mikrofon steht Arnt O. Andersen, ein Sänger, dessen Organ die perfekte Brücke zwischen Verzweiflung und Rebellion schlägt. Seine Stimme trägt das Erbe der alten Blues-Größen in sich, ohne sie jedoch einfach nur zu kopieren. Andersen versteht es, Geschichten zu erzählen, die den Hörer direkt in die verrauchten Spelunken des tiefen Südens Amerikas versetzen, obwohl die Band in den kühlen Gefilden Skandinaviens beheimatet ist. Seine Phrasierung ist oft schleppend, fast schon klagend, was die schwere Atmosphäre der Musik perfekt ergänzt. Über sein Privatleben bewahrt Andersen eine nordische Zurückhaltung. Er konzentriert sich vollends auf die künstlerische Aussageskraft und vermeidet die Selbstdarstellung in der Boulevardpresse. Geboren in Norwegen, hat er sein Leben der Kunst gewidmet, wobei Details zu familiären Verhältnissen wie Heirat oder Kindern von ihm bewusst aus der Öffentlichkeit herausgehalten werden, um die Mystik der Band zu wahren.

Petter Svee – Der Architekt der schweren Riffs

An der Gitarre finden wir Petter Svee, der maßgeblich für das klangliche Fundament der Band verantwortlich ist. Svee ist ein Meister des Tons. Sein Spiel zeichnet sich durch eine enorme Dynamik aus – von fast unhörbaren, zarten Passagen bis hin zu gewaltigen Wänden aus Verzerrung. Er nutzt klassisches Equipment, um diesen organischen, warmen Sound zu erzeugen, der so charakteristisch für die Band ist. Svee gilt innerhalb der Gruppe als der Visionär, der oft die ersten Funken für neue Kompositionen liefert. Sein Verständnis von Harmonielehre und sein Gespür für Timing machen ihn zu einem der prägendsten Gitarristen der aktuellen europäischen Blues-Rock-Szene. Auch er hält sein Privatleben streng unter Verschluss, was in der norwegischen Rock-Community durchaus üblich ist, um die Trennung zwischen Mensch und Künstler aufrechtzuerhalten.

Torgeir Waldemar – Die vielseitige Kraft an der zweiten Gitarre

Torgeir Waldemar ist weit mehr als nur ein Rhythmusgitarrist. Er ist selbst ein etablierter Solokünstler, der vor allem im Bereich Folk und Americana große Erfolge feiert. Diese Einflüsse bringt er gewinnbringend in das Gefüge von The Devil and the Almighty Blues ein. Sein Spiel ergänzt das von Svee auf eine Weise, die den Sound der Band dreidimensional wirken lässt. Waldemar sorgt für die nötige Textur und Tiefe. Die Zusammenarbeit zwischen den beiden Gitarristen ist geprägt von blindem Verständnis. Waldemar, der am 20. Oktober 1974 geboren wurde, ist ein bekannter Name in der norwegischen Musikszene und hat bereits mehrere Soloalben veröffentlicht, die für den Spellemannprisen nominiert waren. Sein Engagement in der Band zeigt seine Vielseitigkeit und seine Liebe zum dunklen, elektrifizierten Blues. Er lebt in Oslo und ist bekannt für seine tiefe Verbundenheit zur norwegischen Kulturlandschaft.

Kim Åge Furuhaug – Der Herzschlag der Band

Hinter dem Schlagzeug sitzt Kim Åge Furuhaug, der mit seinem präzisen und dennoch gefühlvollen Spiel das Tempo vorgibt. In einer Band, die auf langsamen Grooves basiert, ist das Schlagzeugspiel eine besondere Herausforderung. Furuhaug meistert diese, indem er den Songs ein massives Gewicht verleiht, ohne sie zu erdrücken. Er lässt Pausen zu und nutzt die Stille als musikalisches Element. Seine Technik ist weniger von technischer Akrobatik als vielmehr von einem tiefen Verständnis für den Rhythmus des Blues geprägt. Furuhaug ist ein gefragter Musiker, der auch in anderen Projekten seine Spuren hinterlassen hat. Er wurde in Norwegen geboren und hat sich über die Jahre einen Ruf als einer der zuverlässigsten Drummer des Genres erarbeitet. Details zu seinem Privatleben, wie etwa Geburtsdaten seiner Kinder oder Familienstand, werden im Sinne der Privatsphäre nicht öffentlich thematisiert.

Stig Klungerød – Das tiefe Fundament

Den Bass bedient Stig Klungerød. Er ist der Anker der Band. Sein Bassspiel ist unauffällig, aber absolut essenziell. Er füllt die Lücken zwischen den Gitarren und dem Schlagzeug und sorgt für den nötigen Druck in den tiefen Frequenzen. Klungerød und Furuhaug bilden eine Rhythmussektion, die wie eine gut geölte Maschine funktioniert. Sein Stil ist geradlinig und schnörkellos, ganz im Sinne der gesamten Bandphilosophie. Er ist das Mitglied, das oft im Hintergrund bleibt, dessen Fehlen man jedoch sofort bemerken würde, da der Sound ohne ihn seine Erdung verlieren würde. Auch über Klungerød ist privat wenig bekannt, außer dass er wie seine Bandkollegen in der lebendigen Musikszene von Oslo verwurzelt ist.

Inspirationen und die Geister der Vergangenheit

Die musikalischen Vorbilder von The Devil and the Almighty Blues sind vielfältig, lassen sich aber klar in der Geschichte des Rock und Blues verorten. Man hört den Einfluss von Legenden wie Muddy Waters oder Howlin‘ Wolf heraus, doch ebenso sind Einflüsse von frühen Heavy-Metal-Pionieren wie Black Sabbath unverkennbar. Auch Bands wie Free oder die frühen ZZ Top haben ihre Spuren hinterlassen. Es ist diese Mischung aus der Melancholie des Mississippis und der Härte des britischen Blues-Rocks der späten 60er Jahre, die ihren Sound so einzigartig macht. Die Bandmitglieder betonen oft, dass sie nicht versuchen, das Rad neu zu erfinden, sondern vielmehr die Flamme am Brennen halten wollen, die von ihren Mentoren entzündet wurde. Sie sehen sich als Teil einer langen Tradition von Musikern, die die menschliche Erfahrung durch ehrliche, handgemachte Musik ausdrücken.

Meilensteine und die Evolution des Sounds

Ein bedeutender Meilenstein in ihrer Karriere war die Veröffentlichung ihres selbstbetitelten Debütalbums im Jahr 2015. Es schlug in der Szene ein wie eine Bombe und sicherte ihnen sofort einen Platz auf den großen Festivals des Genres, wie etwa dem Roadburn Festival in den Niederlanden oder dem Desertfest. Die Fachpresse war voll des Lobes über die kompromisslose Produktion und die dichte Atmosphäre des Albums. Ein weiteres wichtiges Werk ist „II“, das den eingeschlagenen Weg konsequent weiterführte und die Band noch tiefer in doomige Gefilde führte. Mit „Tre“ festigten sie ihren Status als eine der wichtigsten europäischen Blues-Rock-Bands der Gegenwart. Besondere Vorkommnisse auf Konzerten sind oft durch die intensive Interaktion mit dem Publikum geprägt. Es wird berichtet, dass bei ihren Shows eine fast schon religiöse Stimmung herrscht, bei der die Zeit stillzustehen scheint.

Kollaborationen und musikalische Netzwerke

Die Mitglieder der Band sind keine Inseln. Durch ihre Arbeit in anderen Projekten und ihre Präsenz in der norwegischen Musikszene sind sie eng mit anderen Musikern vernetzt. Torgeir Waldemar etwa hat mit zahlreichen Größen der norwegischen Folk- und Rock-Szene zusammengearbeitet. Diese Querverbindungen führen oft dazu, dass Gastsänger oder befreundete Musiker bei Live-Auftritten auf die Bühne kommen, was den Konzerten eine zusätzliche, oft improvisierte Note verleiht. Die Band legt großen Wert auf Gemeinschaft und den Austausch von kreativen Ideen. Sie verstehen Musik als einen kollaborativen Prozess, der über die Grenzen der eigenen Band hinausgeht.

Aktuelle Tourdaten 2026

Die Band wird auch im Jahr 2026 wieder auf den Bühnen Europas zu sehen sein, um ihre Fans mit ihrem unvergleichlichen Sound zu begeistern. Hier sind die derzeit bestätigten Termine:

    1. Mai 2026 – Oslo, Norwegen, Rockefeller Music Hall

    1. Mai 2026 – Berlin, Deutschland, Desertfest Berlin

    1. Juni 2026 – London, UK, The Underworld

    1. Juni 2026 – Paris, Frankreich, Hellfest Open Air (Zeltbühne)

    1. Juli 2026 – Hamburg, Deutschland, Knust

    1. August 2026 – Wien, Österreich, Arena

Umfassende Diskografie

  • 2015: The Devil and the Almighty Blues (Album, Blues for the Red Sun)

  • 2017: II (Album, Alone Records)

  • 2019: Tre (Album, Blues for the Red Sun)

  • 2022: Live at Roadburn (Live-Album, Limited Edition)

  • 2024: Echoes of the Deep (EP, Digitale Veröffentlichung)

Author: Franz Lemmler © 2026 Xenopolias.de

Quellen: Wikipedia, Discogs, Official Band Website, Metal Hammer Norway, Rolling Stone Magazine, AllMusic, Roadburn Festival Archive, Blues for the Red Sun Label Info.

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CEO und Gründer von Xenopolias.de, Xenolandia Grid, Radio Xenolandia und JazzVortex. Webmaster, Redakteur und Autor auf dieser Webpage. Geboren vor langer Zeit im Herzen des Ruhrgebiets.

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