Peter Verwimp, CC BY-SA 4.0 <https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0>, via Wikimedia Commons
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Peter Verwimp, CC BY-SA 4.0 , via Wikimedia Commons
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Abschied von einer Reggae-Legende: Stephen „Cat“ Coore verstorben

Die Musikwelt trägt Trauer. Am vergangenen Sonntag, dem 18. Januar 2026, verstarb Stephen „Cat“ Coore, einer der einflussreichsten Musiker Jamaikas und Mitbegründer der weltberühmten Formation Third World, in seiner Heimatstadt Kingston. Mit ihm verliert die internationale Bühne einen Visionär, der das Cello in den Reggae brachte und die Grenzen karibischer Klänge für immer verschob.

Ein Leben im Dienste der Melodie

Geboren im April 1956, war Coore bereits in jungen Jahren von Musik umgeben. Als klassisch ausgebildeter Cellist und begnadeter Gitarrist verstand er es wie kaum ein anderer, technische Präzision mit der emotionalen Tiefe jamaikanischer Rhythmen zu vereinen. Sein musikalischer Weg führte ihn zunächst zur Band Inner Circle, bevor er 1973 gemeinsam mit Weggefährten Third World ins Leben rief. Die Gruppe wurde zum Synonym für „Reggae-Fusion“ – eine Mischung aus Reggae, Funk, Soul und Pop, die Millionen von Menschen erreichte.

Kultureller Botschafter und musikalischer Pionier

Unter Coores Leitung entstanden zeitlose Klassiker, die bis heute weltweit im Radio und auf den Bühnen präsent sind. Titel wie „Now That We Found Love“ oder das tiefgründige „96 Degrees in the Shade“ dokumentieren seine Fähigkeit, eingängige Melodien mit anspruchsvollen Arrangements zu verknüpfen. Für seine außergewöhnlichen Verdienste um die Kultur und Kunst seiner Heimat wurde ihm die prestigeträchtige „Order of Distinction“ der jamaikanischen Regierung verliehen. Er galt als diplomatischer Vertreter der Insel, dessen Saitenspiel Brücken zwischen verschiedenen Welten schlug.

Das Ende einer Ära

Coores plötzlicher Tod mit 69 Jahren hinterlässt eine tiefe Lücke, nicht nur innerhalb seiner Familie, sondern auch im Gefüge der legendären Band. Nach dem Verlust weiterer Gründungsmitglieder in den vergangenen Jahren markiert sein Ableben den schmerzhaften Abschied von der Generation, die den Reggae-Sound der Post-Unabhängigkeits-Ära Jamaikas maßgeblich definierte. Er hinterlässt seine Ehefrau, mehrere Kinder und Enkelkinder sowie eine weltweite Fangemeinde, die sein Erbe in Ehren halten wird.


Author: Franz Lemmler © 2026 Xenopolias.de

Quellen: laut.de, St. Vincent Times, WiredJa, World Music Views, YouTube, Jamaica Observer, Reggaeville, DancehallMag

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Von Franz Lemmler

CEO und Gründer von Xenopolias.de, Xenolandia Grid, Radio Xenolandia und JazzVortex. Webmaster, Redakteur und Autor auf dieser Webpage. Geboren vor langer Zeit im Herzen des Ruhrgebiets.

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