Tsaorin, CC BY-SA 4.0 <https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0>, via Wikimedia Commons
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Einführung in die Pat Metheny Group

Die Pat Metheny Group steht als ein Meilenstein in der Welt des Jazz und der Fusionsmusik, eine Formation, die die Grenzen zwischen improvisierter Kreativität und durchdachter Komposition verschwimmen ließ. Gegründet Ende der 1970er Jahre von dem visionären Gitarristen Pat Metheny, wurde die Band zu einem Synonym für innovative Klänge, die Elemente aus Jazz, Rock, Weltmusik und sogar klassischen Einflüssen vereinten. Über mehr als drei Jahrzehnte hinweg schuf die Gruppe ein Erbe, das nicht nur durch zahlreiche Auszeichnungen glänzt, sondern vor allem durch die emotionale Tiefe und technische Brillanz ihrer Musik. Ihre Alben wurden zu Soundtracks für Generationen von Zuhörern, die in den melodischen Linien und rhythmischen Experimenten eine Art musikalische Freiheit fanden. Die Band war nie nur eine Begleitformation für Metheny, sondern ein kollektives Abenteuer, das die Persönlichkeiten ihrer Mitglieder in den Vordergrund stellte und die Musikszene nachhaltig prägte.

Die Wurzeln und Gründung der Band

Die Geschichte der Pat Metheny Group beginnt in den musikalischen Landschaften der amerikanischen Midwest, wo Pat Metheny seine ersten Schritte in der Welt der Töne machte. Metheny, der aus einer Familie stammte, in der Musik ein fester Bestandteil des Alltags war, lernte früh, dass Klang mehr als Unterhaltung sein konnte – er war eine Form der Erzählung. Beeinflusst von Vorbildern wie dem legendären Gitarristen Wes Montgomery, dessen warme, fließende Spielweise Metheny als Jugendlicher nachzuahmen versuchte, und dem innovativen Trompeter Miles Davis, der ihm zeigte, wie man mit Minimalismus maximale Emotion erzeugen konnte, entwickelte Metheny einen Stil, der traditionelle Jazz-Elemente mit moderner Sensibilität vermischte. Ein weiterer Mentor war der Vibraphonist Gary Burton, unter dessen Flügeln Metheny in den frühen 1970er Jahren seine Fähigkeiten schärfte. Burton, selbst ein Pionier des Jazz, erkannte Methenys Potenzial und integrierte ihn in seine Band, wo der junge Gitarrist lernte, wie man auf der Bühne improvisiert und gleichzeitig eine kohärente Geschichte erzählt.

Die eigentliche Gründung der Group kam 1977 zustande, als Metheny mit dem Keyboarder Lyle Mays zusammentraf. Mays, der aus einer ähnlich musikalischen Umgebung kam, teilte Methenys Vision von einer Musik, die über Genregrenzen hinausging. Zusammen mit dem Bassisten Mark Egan und dem Schlagzeuger Danny Gottlieb formten sie eine Kernbesetzung, die auf Methenys frühen Soloarbeiten aufbaute. Diese Phase war geprägt von intensiven Proben und der Suche nach einem einzigartigen Sound, der akustische Gitarren mit elektronischen Elementen wie Synthesizern verband. Die Band debütierte mit einem Album, das ihre frische Energie einfing und schnell Anerkennung fand. Es war der Beginn einer Ära, in der die Group nicht nur Konzerte gab, sondern regelrechte musikalische Reisen unternahm, die das Publikum in ferne Welten entführten. In diesen frühen Jahren experimentierten sie mit Rhythmen, die an Folk und Rock erinnerten, und legten den Grundstein für ihre spätere globale Resonanz.

Pat Metheny: Der Visionär und Gründer

Im Zentrum der Pat Metheny Group stand immer Pat Metheny selbst, geboren am 12. August 1954 in Lee’s Summit, Missouri. Aus einer Familie, in der sein Vater Dave Trompete spielte und sein Großvater Delmar als professioneller Trompeter auftrat, war Musik für ihn von klein auf eine Selbstverständlichkeit. Mit acht Jahren begann er Trompete zu lernen, inspiriert von seinem älteren Bruder Mike Metheny, der später selbst als Flügelhornist und Musikjournalist Karriere machte. Mike, geboren 1949, wurde zu einem engen Vertrauten und gelegentlichen Kollaborateur. Doch mit zwölf Jahren wechselte Pat zur Gitarre, fasziniert von den Beatles und später von Jazz-Ikonen wie Wes Montgomery. Seine Jugend war geprägt von intensivem Üben und Auftritten in lokalen Bands in Kansas City, wo er bereits als Teenager mit etablierten Jazzmusikern spielte.

Methenys persönliches Leben spiegelt seine ruhige, reflektierende Art wider. Er heiratete die französisch-marokkanische Fotografin Latifa Metheny, geborene Azhar, und zusammen haben sie drei Kinder – zwei Söhne und eine Tochter. Die Familie lebt in New York City, wo Metheny eine Balance zwischen Tourneen und Privatsphäre findet. Es gab keine bekannten Scheidungen oder familiären Tragödien, die öffentlich wurden; stattdessen scheint sein Leben von Stabilität geprägt, die ihm erlaubt, sich voll auf die Musik zu konzentrieren. Als Mentor für jüngere Musiker hat Metheny Generationen beeinflusst, darunter durch seine Lehrtätigkeit an Universitäten wie der University of Miami und dem Berklee College of Music. Seine Karriere umfasst nicht nur die Group, sondern auch Soloprojekte und Kollaborationen, die seine Vielseitigkeit unterstreichen. Ein besonderes Vorkommnis war eine medizinische Behandlung im Mai 2025, die eine Tour in China unterbrach, doch Metheny erholte sich schnell und kehrte stärker zurück.

Lyle Mays: Der kreative Partner am Keyboard

Lyle Mays, geboren am 27. November 1953, war der musikalische Seelenverwandte von Pat Metheny und Mitbegründer der Group. Aus einer musikalischen Familie stammend, entdeckte Mays früh das Piano und Keyboard, beeinflusst von Jazz und klassischer Musik. Er traf Metheny 1975 auf einem Jazzfestival in Wichita, und ihre Zusammenarbeit begann sofort. Mays‘ Beitrag war essenziell: Seine Kompositionen und Arrangements gaben der Band ihren orchestralen Charakter, mit Schichten aus Synthesizern und Piano, die die Gitarrenlinien ergänzten. Persönlich war Mays eher zurückhaltend; er heiratete nie öffentlich bekannt und hatte keine Kinder. Sein Leben endete tragisch am 10. Februar 2020 nach einer langen Krankheit, ein Verlust, der die Jazzwelt erschütterte. Vor seinem Tod arbeitete er eng mit Metheny an Alben wie „The Way Up“, wo seine intellektuelle Herangehensweise an Harmonien glänzte. Mays war nicht nur Musiker, sondern auch ein Denker, der die Band zu neuen Höhen trieb.

Steve Rodby: Der stabile Bassist und Produzent

Steve Rodby, geboren am 9. Dezember 1954, trat 1981 der Band bei und ersetzte Mark Egan. Sein Bassspiel brachte eine solide Grundlage, die die experimentellen Elemente der Group erdete. Rodby, der auch als Produzent fungierte, half bei der Feinabstimmung der Alben und sorgte für einen polierten Sound. Aus Chicago stammend, lernte er Bass in der lokalen Jazzszene und arbeitete zuvor mit anderen Formationen. Persönlich ist wenig über sein Privatleben bekannt; er ist verheiratet, hat Kinder, aber keine öffentlichen Details zu Heiraten oder familiären Ereignissen. Rodby blieb bis zum Ende der Band 2010 dabei und trug zu Meilensteinen wie „Still Life (Talking)“ bei, wo sein Bass die bossa-nova-inspirierten Rhythmen unterstützte.

Paul Wertico: Der dynamische Schlagzeuger

Paul Wertico, geboren am 5. Januar 1953, übernahm 1983 das Schlagzeug und brachte eine explosive Energie in die Group. Sein Stil, geprägt von Präzision und Kreativität, passte perfekt zu den komplexen Kompositionen. Wertico, der aus Chicago kommt, hat eine Familie mit Frau und Kindern, aber keine bekannten Scheidungen oder Tragödien. Er verließ die Band 2001, um Soloprojekte zu verfolgen, und arbeitete später als Dozent. Sein Beitrag zu Alben wie „First Circle“ war entscheidend, wo er ungerade Takte meisterte.

Antonio Sánchez: Der innovative Nachfolger am Schlagzeug

Antonio Sánchez, geboren am 1. November 1971 in Mexiko-Stadt, trat 2002 bei und blieb bis 2010. Sein perkussiver Stil, beeinflusst von lateinamerikanischen Rhythmen, bereicherte die späteren Alben. Sánchez ist verheiratet mit der Sängerin Thana Alexa, sie haben keine Kinder. Er gewann Anerkennung durch Soundtracks wie „Birdman“ und lehrt an Universitäten. In der Group trug er zu „The Way Up“ bei, einem epischen Werk.

Mark Egan: Der ursprüngliche Bassist

Mark Egan, geboren am 14. Januar 1951 in Brockton, Massachusetts, war Gründungsmitglied und spielte Bass bis 1980. Sein warmer Ton prägte die frühen Alben. Egan ist verheiratet, hat Kinder, und lebt ein ruhiges Leben. Nach der Group gründete er Elements und arbeitete mit anderen Jazzgrößen.

Danny Gottlieb: Der erste Schlagzeuger

Danny Gottlieb, geboren am 18. März 1953 in New York, war bis 1982 dabei. Sein präzises Spiel half bei der Etablierung des Sounds. Gottlieb ist verheiratet, hat Kinder, und unterrichtet Schlagzeug. Er kollaborierte später mit vielen Künstlern.

Naná Vasconcelos: Der percussionistische Zauberer

Naná Vasconcelos, geboren am 2. August 1944 in Recife, Brasilien, brachte 1980-1982 und 1986 lateinamerikanische Elemente ein. Sein Percussion-Spiel war innovativ. Vasconcelos war verheiratet, hatte Kinder, und starb am 9. März 2016 an Lungenkrebs. Sein Einfluss auf „Offramp“ war bahnbrechend.

Pedro Aznar: Der vielseitige Vokalist

Pedro Aznar, geboren am 23. Juli 1959 in Buenos Aires, Argentinien, war 1983-1993 dabei. Seine Vocals und Multi-Instrumente fügten Südamerkanische Nuancen hinzu. Aznar ist verheiratet, hat Kinder, und hatte eine erfolgreiche Solokarriere.

Mark Ledford: Der stimmgewaltige Multi-Talent

Mark Ledford, der Vocals und Instrumente beisteuerte, starb am 1. November 2004. Wenig persönliche Details bekannt, aber sein Beitrag zu Alben der 1990er war vital.

Weitere Mitglieder und ihre Beiträge

Armando Marçal, Percussionist, geboren 1954, brachte brasilianische Rhythmen. David Blamires, Vokalist, geboren 1957, fügte harmonische Schichten hinzu. Richard Bona, geboren am 28. Oktober 1967 in Kamerun, Multi-Instrumentalist, verheiratet mit Kindern. Luis Conte, Percussion, geboren 1948. Philip Hamilton, Vocals. Cuong Vu, Trompete, geboren am 19. September 1969 in Saigon. Grégoire Maret, Harmonika. Nando Lauria, Gitarre und Vocals. Jeff Haynes, Percussion. Jeder brachte einzigartige Elemente ein, die die Band bereicherten.

Meilensteine in der Karriere

Ein früher Meilenstein war das Debütalbum 1978, das die Band etablierte. „American Garage“ 1979 toppte Charts. „Offramp“ 1982 gewann den ersten Grammy. „Travels“ 1983, live, ein weiterer Erfolg. „First Circle“ 1984 experimentierte mit Metren. Der Soundtrack zu „The Falcon and the Snowman“ 1985 mit „This Is Not America“ wurde ein Hit. „Still Life (Talking)“ 1987 und „Letter from Home“ 1989, goldene Alben mit bossa-nova-Elementen. Die 1990er Triptychon „We Live Here“, „Quartet“, „Imaginary Day“ erkundete Hip-Hop und Electronica. „Speaking of Now“ 2002 mit neuen Mitgliedern. „The Way Up“ 2005, ein 68-minütiges Opus. Konzerte wie Montreal 2005 vor 100.000 Zuschauern waren legendär.

Zusammenarbeiten mit anderen Musikern

Die Group kollaborierte mit Gary Burton, Jaco Pastorius (impromptu Session 1974), Ornette Coleman („Song X“ 1986), Charlie Haden, Joni Mitchell (Tour 1980), David Bowie, Herbie Hancock, John Scofield, Brad Mehldau, Milton Nascimento, Toninho Horta, Anna Maria Jopek und vielen mehr. Diese Partnerschaften erweiterten ihren Horizont.

Diskografie

Studioalben: Pat Metheny Group (1978) American Garage (1979) Offramp (1982) First Circle (1984) Still Life (Talking) (1987) Letter from Home (1989) We Live Here (1995) Quartet (1996) Imaginary Day (1997) Speaking of Now (2002) The Way Up (2005)

Livealben: Travels (1983) The Road to You (1993)

Soundtracks: The Falcon and the Snowman (1985)

Kompilationen: Essential Collection Last Train Home (2015)

Tourdaten für 2026

Die Tourdaten für 2026 beziehen sich auf Pat Metheny solo bzw. sein aktuelles Side-Eye-Projekt (Side-Eye III+ Tour), nicht auf die klassische Pat Metheny Group. Die Pat Metheny Group als feste Formation mit Lyle Mays und den anderen Kernmitgliedern hat seit etwa 2010 keine neuen Alben oder Tourneen mehr gemacht – Lyle Mays‘ Tod 2020 und Methenys Wechsel zu anderen Projekten (Side-Eye, Solo, Unity Group etc.) haben das alte Line-up beendet. Es gibt also keine Pat Metheny Group-Tour 2026, sondern eine umfangreiche Solo-/Side-Eye-Tournee von Pat Metheny selbst.

Die 2026 Side-Eye III+ Tour startet im März und umfasst über 50–70 Shows (je nach Quelle), hauptsächlich in Nordamerika, mit einigen Europa-Terminen später im Jahr. Es handelt sich um eine Fortsetzung seines Side-Eye-Konzepts mit jungen Musikern (aktuell Chris Fishman am Piano/Keys, Jermaine Paul am Bass und Joe Dyson am Schlagzeug). Die Tour präsentiert neue Musik, teils aus einem kommenden Album 2026.

Hier eine Übersicht der bestätigten und angekündigten Termine 2026 (Stand Januar 2026, basierend auf offizieller Website, Ticketmaster, Bandsintown, Songkick und JamBase – Änderungen möglich, Tickets meist über Ticketmaster, AXS oder die offizielle Site patmetheny.com/schedule erhältlich):

März 2026 (Start der US-Tour):

  • 2. März – Duling Hall, Jackson, MS
    1. März – Duling Hall, Jackson, MS
    1. März – Charline McCombs Empire Theatre, San Antonio, TX
    1. März – Paramount Theatre, Austin, TX
    1. März – Cullen Theatre-Wortham Center, Houston, TX
    1. März – Orpheum Theater, New Orleans, LA
    1. März – The Plaza Live, Orlando, FL
    1. März – Lillian S. Wells Hall at The Parker, Ft Lauderdale, FL
    1. März – Lillian S. Wells Hall at The Parker, Ft Lauderdale, FL
    1. März – Stuart (genaue Venue variiert, oft Lyric Theatre oder ähnlich), FL
    1. März – Artis—Naples, Naples, FL
    1. März – Bilheimer Capitol Theatre, Clearwater, FL
    1. März – The Paramount Theater, Charlottesville, VA
    1. März – The National, Richmond, VA
    1. März – Ryman Auditorium, Nashville, TN (besonders begehrt)
  • Weitere März-Termine: u.a. Atlanta, GA; Asheville, NC; und mehr im Südosten und Mittleren Westen

April 2026:

  • Ende März / Anfang April: Tulsa, OK (Chapman Music Hall); Saint Louis, MO (Sheldon Concert Hall); Kansas City, MO
    1. April – Sheldon Concert Hall, Saint Louis, MO (Beispiel)
    1. April – Holland Performing Arts Center, Omaha, NE
    1. April – Missouri Theatre (We Always Swing Jazz Series), Columbia, MO
    1. April – Orchestra Hall at Symphony Center, Chicago, IL (Highlight)
  • 18.–19. April – Dakota (2 Nächte / 4 Shows), Minneapolis, MN
    1. April – Argyros Performing Arts Center, Ketchum, ID
  • Weitere: Vancouver, Canada (The Centre In Vancouver); und Westküste-Vorbereitungen

Mai 2026:

  • Früher Mai: Seattle, WA; San Francisco, CA; Los Angeles (Walt Disney Concert Hall, 4. Mai als eines der Top-Highlights)
  • Abschluss Nordamerika: ca. 9. Mai – Chandler, AZ (und weitere Southwest-Shows)

Später 2026 (Europa und mehr):

  • Juli 2026: 18.–19. Juli – Barbican Centre, London, UK (bestätigt)
  • Weitere Europa-Termine werden erwartet (oft Sommer-Festivals), aber noch nicht alle final. Es gibt Hinweise auf zusätzliche Shows in Asien/Australien oder Hawaii, aber primär Nordamerika/Europa-Fokus.

Die Tour ist als „Side-Eye III+“ vermarktet, mit neuem Material und frischen Arrangements von Klassikern. Viele Fans loben die Intensität – es gibt Berichte, dass Metheny hier auf Höchstform spielt, mit Improvisationen und Überraschungen. Keine Reunion der alten Pat Metheny Group ist geplant; stattdessen dieses neue Quartett.

Author: Franz Lemmler © 2026 Xenopolias.de

Quellen: Wikipedia, Pat Metheny Official Website, Encyclopedia.com, Last.fm, Marcome.com, AllAboutJazz, Nonesuch Records, Jazz Empowers

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Von Franz Lemmler

CEO und Gründer von Xenopolias.de, Xenolandia Grid, Radio Xenolandia und JazzVortex. Webmaster, Redakteur und Autor auf dieser Webpage. Geboren vor langer Zeit im Herzen des Ruhrgebiets.

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