Stefan Bollmann, Attribution, via Wikimedia Commons
Lesedauer 2 Minuten
Die amerikanische Heavy-Metal-Band Ross the Boss auf dem 25. Rockharz Open Air 2018 in Ballenstedt, Deutschland.
Die amerikanische Heavy-Metal-Band Ross the Boss auf dem 25. Rockharz Open Air 2018 in Ballenstedt, Deutschland.

Mit einer emotionalen Nachricht hat sich der legendäre Gitarrist Ross „The Boss“ Friedman an seine Anhängerschaft gewandt. Der Mitbegründer der Heavy-Metal-Ikonen Manowar und der Punk-Pioniere The Dictators gab bekannt, dass bei ihm Amyotrophe Lateralsklerose (ALS) diagnostiziert wurde. Die Nachricht löste in der weltweiten Musikszene tiefe Bestürzung, aber auch eine Welle der Solidarität aus.

Ein schleichender Abschied von der Gitarre

Die gesundheitlichen Probleme begannen für den 72-jährigen Musiker bereits vor einigen Monaten. Zunächst äußerten sich die Beschwerden durch eine zunehmende Kraftlosigkeit in den Händen und Beinen, die zunächst nicht eindeutig zugeordnet werden konnte. Mediziner vermuteten anfänglich eine Serie kleinerer Schlaganfälle als Ursache für die motorischen Einschränkungen. Trotz intensiver Bemühungen, den Zustand durch eine Umstellung der Ernährung, gezieltes Training und physiotherapeutische Maßnahmen zu verbessern, blieb eine Besserung aus. Die Symptome verschlechterten sich stattdessen stetig, bis schließlich die niederschmetternde Gewissheit der ALS-Diagnose feststand.

Die emotionale Last einer unheilbaren Krankheit

In einer persönlichen Stellungnahme beschrieb Friedman den Moment der Diagnose als erschütternd. Besonders der Umstand, dass er aufgrund der fortschreitenden Lähmungserscheinungen nicht mehr in der Lage ist, sein Instrument zu spielen, trifft den Vollblutmusiker schwer. ALS ist eine degenerative Erkrankung des Nervensystems, die die Kontrolle über die Muskeln schrittweise zerstört. Dennoch zeigt sich „The Boss“ kämpferisch und tief berührt von der massiven Unterstützung, die ihn seit Bekanntwerden der Nachricht erreicht. Die Zuneigung seiner Familie, Freunde und Fans gebe ihm in dieser ungewissen Zeit enorme Kraft.

Ein Vermächtnis in Stahl und Punk

Ross Friedman hat die Musikgeschichte maßgeblich geprägt. 1973 legte er mit The Dictators den Grundstein für den New Yorker Punk, bevor er 1980 gemeinsam mit Joey DeMaio Manowar ins Leben rief. Sein markantes Gitarrenspiel auf Meilensteinen wie „Battle Hymns“ oder „Kings of Metal“ definierte das Genre des Epic Metal. Auch wenn die Zukunft ungewiss bleibt, ist sein Einfluss auf Generationen von Musikern unbestreitbar. Die Metal-Gemeinschaft steht nun geschlossen hinter einem ihrer größten Pioniere, der sich nun seinem schwersten Kampf stellen muss.

Geplante Auftritte und Termine

Aufgrund der aktuellen gesundheitlichen Entwicklung und der Diagnose sind viele ursprünglich geplante Aktivitäten für das Jahr 2026 fraglich. Dennoch finden sich in aktuellen Konzertlisten noch vereinzelte Termine, deren Durchführung jedoch stark von Friedmans Verfassung abhängen dürfte:

  • 16.05.2026: Heavy Sound Festival, Poperinge (Belgien)

Es wird empfohlen, sich vorab bei den jeweiligen Veranstaltern über den aktuellen Status der Shows zu informieren, da Absagen oder Änderungen im Line-up unter diesen Umständen jederzeit möglich sind.


Author: Franz Lemmler © 2026 Xenopolias.de   

Quellen: Louder Sound, Blabbermouth, Consequence of Sound, Eddie Trunk, Rolling Stone, Metal Addicts   

All articles on Xenopolias are available in all common languages.

 

Avatar-Foto

Von Franz Lemmler

CEO und Gründer von Xenopolias.de, Xenolandia Grid, Radio Xenolandia und JazzVortex. Webmaster, Redakteur und Autor auf dieser Webpage. Geboren vor langer Zeit im Herzen des Ruhrgebiets.

© 2026 Xenopolias.de – Unabhängiger Musik‑ und Kulturjournalismus
WordPress Cookie Hinweis von Real Cookie Banner