Ed Vill from Caracas, Venezuela, CC BY 2.0 <https://creativecommons.org/licenses/by/2.0>, via Wikimedia Commons
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AC/DC Argentina 2009 - Estadio Monumental, Buenos Aires. Live at River Plate. Black Ice World Tour.

Provokation als Markenzeichen: Die frühen Texte von AC/DC

In der Ära des Hardrock der 70er Jahre setzten AC/DC auf ein Image, das von Rebellion, rauer Energie und einer bewusst Grenzen überschreitenden Sprache geprägt war. Besonders der Song „Go Down“, der auf dem Album Let There Be Rock erschien, enthält die kontrovers diskutierte Zeile „If you reject me, I’ll take what I want“. Über Jahrzehnte hinweg sahen sich die australischen Rock-Ikonen deshalb mit dem Vorwurf konfrontiert, in ihren Texten Gewalt gegen Frauen zu verharmlosen oder gar zu verherrlichen. Für die Band stand jedoch meist der Schockfaktor und das Spiel mit dem „Dirty Rock ‘n’ Roll“-Image im Vordergrund, während Kritiker darin eine gefährliche Grenzüberschreitung sahen.

Angus Young bezieht Stellung zu den Vorwürfen

Angus Young, das optische Aushängeschild und Gründungsmitglied der Band, hat sich im Laufe der Jahre mehrfach zu derartigen Textpassagen geäußert. In Interviews betonte er oft, dass die Intention der Band niemals darin bestand, tatsächliche Gewaltverbrechen oder sexuelle Übergriffe zu propagieren. Young erklärte, dass viele der Texte von Bon Scott, dem damaligen Sänger, aus einer Perspektive des „Stolzes“ oder einer übersteigerten Männlichkeit geschrieben wurden, die im Kontext der damaligen Zeit eher als provokante Fiktion denn als Handlungsanweisung verstanden werden sollte. Die Band distanzierte sich von der Interpretation, dass ihre Musik reale Übergriffe legitimieren wolle.

Zwischen künstlerischer Freiheit und gesellschaftlicher Kritik

Die Diskussion um Zeilen wie in „Go Down“ spiegelt einen breiteren Diskurs über die Retrospektive von Rocktexten wider. Während Angus Young die Texte als Teil einer rebellischen Bühnenpersona verteidigte, bewerten heutige Maßstäbe solche Aussagen deutlich strenger. Young wies darauf hin, dass Rock ‘n’ Roll für ihn immer eine Form von Entertainment war, die von Übertreibungen lebt. Dennoch bleibt die Debatte bestehen, ob die künstlerische Freiheit dort endet, wo sie Gewaltfantasien Raum gibt. Die Band selbst hat in späteren Jahrzehnten ihr Songwriting subtiler gestaltet, ohne dabei den Biss zu verlieren, der sie weltberühmt gemacht hat.

Author: Franz Lemmler © 2026 Xenopolias.de

Quellen: Rolling Stone, Classic Rock Magazine, Ultimate Classic Rock, Rock Hard Magazin

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Von Franz Lemmler

CEO und Gründer von Xenopolias.de, Xenolandia Grid, Radio Xenolandia und JazzVortex. Webmaster, Redakteur und Autor auf dieser Webpage. Geboren vor langer Zeit im Herzen des Ruhrgebiets.

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