
Eine überparteiliche Gruppe von Abgeordneten im US-Repräsentantenhaus verlangt von der entlassenen Justizministerin Pam Bondi, dass sie sich für den Umgang ihres Ministeriums mit den umfangreichen Unterlagen zum Fall Jeffrey Epstein verantwortet. Die Forderung richtet sich auf eine eidliche Aussage vor dem zuständigen Kongressausschuss, um offene Fragen zur Freigabe der Dokumente zu klären.
Kontroverse um Verzögerungen und Schwärzungen
Im Mittelpunkt der Auseinandersetzung steht der Vorwurf, dass das Justizministerium unter Bondis Leitung gesetzliche Fristen für die Veröffentlichung der Epstein-Unterlagen nicht eingehalten hat. Kritiker bemängeln zudem unvollständigen Schutz sensibler Opferdaten sowie übermäßige Schwärzungen, die möglicherweise einflussreiche Personen im Umfeld des verurteilten Sexualstraftäters schützen sollten. Ein entsprechendes Transparenzgesetz aus dem Jahr 2025 hatte eigentlich eine weitgehende Offenlegung vorgeschrieben.
Entlassung durch Trump und anhaltender Druck
Präsident Donald Trump hatte Bondi erst kürzlich aus ihrem Amt entlassen. Berichten zufolge trug der anhaltende Streit um die Epstein-Akten maßgeblich zu seiner Unzufriedenheit bei. Dennoch sieht die parteiübergreifende Gruppe im Kongress darin keinen Grund, die Aufarbeitung einzustellen. Die Abgeordneten Nancy Mace (Republikaner) und Ro Khanna (Demokrat) haben in einem gemeinsamen Schreiben betont, dass die Entlassung die Notwendigkeit einer Befragung nicht mindert, sondern sie sogar dringlicher macht.
Geplante Anhörung und mögliche Konsequenzen
Der House Oversight and Government Reform Committee hatte Bondi bereits für den 14. April 2026 vorgeladen. Das Ministerium teilte mit, dass die ehemalige Ministerin nicht erscheinen werde, da sie nicht mehr im Amt sei. Die Abgeordneten halten jedoch an ihrer Forderung fest und drohen bei einer Weigerung mit einem Verfahren wegen Missachtung des Kongresses. Auch der ranghöchste Demokrat im Ausschuss, Robert Garcia, unterstützt diesen Kurs und pocht auf Rechenschaftspflicht zugunsten der Betroffenen.
Breitere politische Bedeutung
Der Fall Epstein sorgt seit der schrittweisen Freigabe der Akten international für Aufsehen. In den USA bleibt er ein Prüfstein für die Glaubwürdigkeit der Justizbehörden. Die parteiübergreifende Initiative unterstreicht, dass die Aufklärung unabhängig von Parteigrenzen und persönlichen Konsequenzen vorangetrieben werden soll.
Author: Franz Lemmler © 2026 Xenopolias.de
Quellen: Merkur.de, Rolling Stone Deutschland, ZEIT Online, Tagesschau.de, DER SPIEGEL
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