Daniele Dalledonne from Trento, Italy, CC BY-SA 2.0 <https://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0>, via Wikimedia Commons
Lesedauer 2 Minuten
Michael Jackson live "Dangerous Tour" in Monza (Italy) 06/07/1992

Mit seinem neuesten Werk „Michael“ hat sich Regisseur Antoine Fuqua an die Lebensgeschichte der wohl widersprüchlichsten Figur der Popgeschichte gewagt. Doch anstatt eine tiefgründige Analyse des Künstlers Michael Jackson zu liefern, präsentiert der Film eine fast schon religiös anmutende Inszenierung. Jackson wird hier nicht als fehlbarer Mensch, sondern als eine Art moderner Märtyrer porträtiert, dessen Lebensweg einer heiligen Passion gleicht. Durch diese einseitige Idealisierung verliert die Erzählung jedoch jegliche Bodenhaftung und lässt den Zuschauer mit einem faden Beigeschmack zurück.

Die Kunst der Aussparung und die Macht des Nachlasses

Dass der Film unter der strengen Aufsicht der Jackson-Erben entstand, ist in jeder Szene spürbar. Während die musikalischen Meilensteine und die technische Perfektion der Tanzeinlagen – beeindruckend verkörpert durch Michaels Neffen Jaafar Jackson – im Rampenlicht stehen, bleiben die Schattenseiten weitgehend im Dunkeln. Die schweren Vorwürfe und die bizarren Züge seines Privatlebens werden lediglich gestreift oder so umgedeutet, dass Michael stets als das missverstandene Opfer einer grausamen Außenwelt erscheint. Diese „weichgespülte“ Herangehensweise verhindert, dass das Biopic dem komplexen Erbe des Musikers gerecht wird.

Inszenatorische Brillanz trifft auf inhaltliche Leere

Handwerklich lässt Fuqua kaum Wünsche offen. Die Rekonstruktion ikonischer Musikvideos und Live-Momente ist visuell berauschend und fängt den Magier der Bühne perfekt ein. Doch hinter der glänzenden Fassade klafft ein erzählerisches Loch. Die Dialoge wirken oft hölzern und dienen primär dazu, die Unschuld des Protagonisten zu untermauern. Indem der Film Jackson konsequent zum „heiligen Michael“ stilisiert, beraubt er ihn seiner Menschlichkeit. Ein Biopic sollte Licht und Schatten vereinen, doch Fuqua entscheidet sich für eine blendende Überbelichtung, die letztlich das Ziel einer ehrlichen Aufarbeitung grandios verfehlt.

Aktuelle Termine und musikalische Begleitung

Parallel zum Kinostart am 24. April 2026 finden zahlreiche Veranstaltungen statt, die das Erbe des King of Pop zelebrieren. Fans haben die Möglichkeit, die Musik im Rahmen verschiedener Tribute-Events live zu erleben:

  • 02.05.2026: Köln, Groove Bar

  • 12.06.2026: Schweiz, Rewind Festival

  • 22.10.2026: Düsseldorf, Capitol (Michael Jackson Experience)

  • 23.10.2026: Mönchengladbach, Kaiser-Friedrich-Halle

  • 15.11.2026: Münster, Congress-Saal (Spezial-Event mit La Velle Smith Jr.)

Author: Franz Lemmler © 2026 Xenopolias.de

Quellen: Wessels-Filmkritik, The Guardian, Kino-Zeit, Starbesuch, Michael Jackson Tribute Live Experience, Lionsgate Official

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