Cantab12, CC BY-SA 4.0 <https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0>, via Wikimedia Commons
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Russell Brand at the Cambridge Union Society

Kurz vor Beginn seines Gerichtsverfahrens in London hat der britische Schauspieler und ehemalige Comedian Russell Brand öffentlich über sein früheres Verhalten gesprochen. In einem Interview bezeichnete er sich selbst als unreif und räumte ein, Frauen in der Vergangenheit ausgenutzt zu haben. Besonders brisant ist seine Aussage, als 30‑Jähriger sexuellen Kontakt zu einer 16‑Jährigen gehabt zu haben. Er betonte jedoch, dass dies nach britischem Recht nicht strafbar gewesen sei, da das Schutzalter bei 16 Jahren liegt.

 

Ein Machtgefälle, das er heute kritisch sieht

Brand erklärte, dass sein damaliger Prominentenstatus ein erhebliches Ungleichgewicht geschaffen habe. Er sprach davon, dass Zustimmung in solchen Situationen oft beeinflusst werde – ein Umstand, den er heute als ausbeuterisch einstuft. Gleichzeitig betonte er, dass er nie die Grenze zur Strafbarkeit überschritten habe. Seine Aussagen zeigen ein gewisses Maß an Reue, ohne jedoch die juristischen Vorwürfe anzuerkennen.

 

Schwere Vorwürfe und ein Prozess mit Signalwirkung

Gegen Brand stehen mehrere Anklagepunkte im Raum, darunter Vergewaltigung, sexuelle Nötigung und Belästigung. Insgesamt sechs Frauen haben Vorwürfe erhoben, die sich über einen Zeitraum von rund zehn Jahren erstrecken sollen. Brand weist sämtliche strafrechtlichen Anschuldigungen entschieden zurück und plädiert in allen Punkten auf nicht schuldig. Der Prozess soll im Oktober vor dem Southwark Crown Court beginnen. Bis dahin befindet er sich gegen Kaution auf freiem Fuß und lebt Berichten zufolge in den USA.

 

Ein öffentlicher Umgang mit der eigenen Vergangenheit

In seinen jüngsten Aussagen zeigt Brand eine Mischung aus Selbstkritik und Abwehr. Er spricht davon, für sein „sündhaftes“ Verhalten zu büßen, lehnt aber die Darstellung ab, dass er Frauen ohne deren Einverständnis verletzt habe. Vielmehr beschreibt er sein früheres Verhalten als egoistisch und rücksichtslos, jedoch nicht als strafrechtlich relevant. Diese Differenzierung dürfte im kommenden Prozess eine zentrale Rolle spielen.

Author: Franz Lemmler © 2026 Xenopolias.de

Quellen: Rolling Stone, Die Presse, DER STANDARD, BUNTE, Express

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