Michael Schilling, CC BY-SA 3.0 <https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0>, via Wikimedia Commons
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Die Toten Hosen auf der Verleihung der Eins-Live-Krone in Bochum am 5. Dezember 2013

Kurz vor der Veröffentlichung ihres letzten Studioalbums machen Die Toten Hosen noch einmal unmissverständlich klar, was ihre Musik von jeher antrieb. Mit der ersten Single Schlechte Nachbarn aus dem finalen Album Trink aus, wir müssen gehen!, das am 29. Mai 2026 erscheint, liefern die Düsseldorfer Punkrocker um Frontmann Campino nicht weniger als eine knallharte Abrechnung mit dem Alltags-Rechtsruck in der deutschen Gesellschaft. Der Song ist ab sofort auf allen digitalen Plattformen verfügbar und als offizielles Musikvideo auf YouTube zu sehen. In der Fangemeinde hat er unmittelbar nach Veröffentlichung für eine Welle der Begeisterung gesorgt – und Kommentare, die das bevorstehende Album bereits als das stärkste Werk der Band seit Jahrzehnten einschätzen.

Der Titel als gesellschaftlicher Spiegel

Schlechte Nachbarn – wer kennt sie nicht? Der Titel ist zunächst eine unschuldig klingende Alltagsfeststellung und entpuppt sich beim näheren Hinhören als pointiertes politisches Statement. Die Toten Hosen nutzen den Begriff des schlechten Nachbarn als Metapher für ein gesellschaftliches Klima, in dem Ausgrenzung, Ressentiments und Gleichgültigkeit gegenüber anderen salonfähig geworden sind. Der Song fährt im klassischen Punk-Tempo, melodisch und hymnisch zugleich, und besitzt jene Unmittelbarkeit, die Die Toten Hosen in ihren stärksten Momenten auszeichnet. Schnell, direkt, auf den Punkt – und mit einem Text, der keine Grauzone duldet. Für eine Band, die sich seit ihrer Gründung Anfang der 1980er-Jahre im Ratinger Hof in Düsseldorf nie weggeduckt hat, ist das keine Überraschung. Es ist Konsequenz.

Das letzte Album: Aus allen Rohren schießen

Trink aus, wir müssen gehen! ist das finale Studioalbum der Toten Hosen. 16 neue Eigenkompositionen, von denen Schlechte Nachbarn der erste veröffentlichte Vorgeschmack ist. Campino beschrieb die Entstehung des Albums als eine Entscheidung, die in einem Proberaum fiel, spontan und mit großer kollektiver Begeisterung: Man habe beschlossen, noch einmal aus allen Rohren zu schießen und rauszuhauen, was geht. Das Album erscheint am 29. Mai 2026 über JKP – Jochens Kleine Plattenfirma. Für die Gestaltung des Titelmotivs konnte die Band ihren langjährigen Freund und weltbekannten Fotografen Andreas Gursky gewonnen werden – ein Name, der für museale Qualität und internationale Kunstwelt-Präsenz steht, und der dem Abschlusswerk der Hosen eine visuelle Würde verleiht, die über das Übliche hinausgeht.

Alles muss raus! – 25 Coversongs mit den Originalkünstlern

Parallel zum Hauptalbum erscheint das Bonuswerk Alles muss raus! – ein Projekt, das in seiner Anlage einzigartig ist. Die Toten Hosen haben 25 Songs gecovert, die ihnen persönlich bedeutsam sind: Stücke von Freunden, Vorbildern und Künstlern, deren Werk die Band tief beeinflusst hat. Das Besondere daran ist die Besetzung: Jeder dieser 25 Songs wird als Duett eingespielt, jeweils gemeinsam mit dem Originalsänger oder der Originalsängerin an Campinos Seite. Das Projekt spiegelt den engen Kontakt der Toten Hosen in die internationale Musikszene wider und ist zugleich eine Art persönliches Dankeschön an Menschen, die Teil ihrer musikalischen Biografie sind.

Abschied mit 900.000 Fans im Rücken

Wer Die Toten Hosen in diesem und im nächsten Jahr noch live erleben möchte, muss sich beeilen. Die Tourstrecke rund um das neue Album trägt denselben Titel wie das Album: Trink Aus! Wir Müssen Gehen-Tour. Für den Sommer 2026 sind alle Open-Air-Konzerte ausverkauft, darunter auch der zuletzt bestätigte Termin in Bayreuth. Insgesamt werden in diesem Sommer rund 900.000 Fans bei den Konzerten der Band erwartet – eine Zahl, die für sich spricht. Lediglich ein Clubkonzert in Mailand am Vorabend der Albumveröffentlichung verfügt zum aktuellen Zeitpunkt noch über Restkarten.

Tourdaten 2026 und 2027

Die Konzertreihe für den Herbst 2026 führt die Band nach Argentinien, ein Land, das seit Jahrzehnten zu den Orten gehört, wo die Toten Hosen einen legendären Empfang erhalten. Unter dem Titel Fútbol, Asado y Vino spielen sie dort ihre letzten Argentinien-Konzerte:

  1. Oktober 2026 – Tandel, Club Unión y Progreso
  2. Oktober 2026 – Rosario, Bioceres Arena
  3. Oktober 2026 – Buenos Aires, Movistar Arena

Im August ist zudem ein Auftritt beim Rebellion Festival in Blackpool, Großbritannien, eingetragen, der ebenfalls als ausverkauft gilt.

Für 2027 stehen weitere Konzerte auf dem Programm. Der Heimspieltermin in Düsseldorf ist bereits ausverkauft, für folgende Termine sind noch Karten erhältlich:

  1. Juni 2027 – Nürnberg, Max-Morlock-Stadion
  2. Juni 2027 – Mannheim, Maimarktgelände
  3. Juni 2027 – Bern, Schweiz, Stadion Wankdorf
  4. Juni 2027 – Graz, Österreich, Messe Graz Open Air
  5. Juni 2027 – Leipzig, Festwiese
  6. Juli 2027 – Braunschweig, Eintracht-Stadion
  7. Juli 2027 – Konstanz, Bodensee Stadion

Vier Jahrzehnte Haltung – und kein Rückzug am Ende

Die Toten Hosen wurden Anfang der 1980er-Jahre als Nachfolge-Formation der Düsseldorfer Band ZK gegründet. Campino, bürgerlicher Name Andreas Frege, Sohn eines deutschen Richters und einer britischen Lehrerin, ist das Gesicht der Band seit Anbeginn. In ihrer langen Geschichte haben Die Toten Hosen nie eine Tendenz gezeigt, sich mit gesellschaftlichen Entwicklungen zu arrangieren, die sie für falsch halten. Ob Atomkraft, Rassismus, Militarismus oder der schleichende Rechtsruck der Gegenwart: Die Band hat sich stets geäußert, klar positioniert und selten diplomatisch verklausuliert. Schlechte Nachbarn ist deshalb kein Abschiedsseufzer, sondern ein Frontalangriff – und ein deutliches Signal, dass Das Toten Hosen ihre letzte Platte genauso machen wollen, wie sie die erste gemacht haben: ohne Kompromisse und mit lautem Mund.


Author: Franz Lemmler © 2026 Xenopolias.de

Quellen: laut.de, Markus Heavy Music Blog, Lokalbuero Düsseldorf, Rock Hard, Metalglory Magazine, Gaesteliste.de, Norush Webzine

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