Paulien Zomer, CC BY-SA 4.0 <https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0>, via Wikimedia Commons
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Machine Gun Kelly performing at Summerfest 2018, Milwaukee

Er hat keinen festen Platz in einer Schublade, und genau darin liegt seine Stärke: Machine Gun Kelly, bürgerlich Richard Colson Baker, ist einer der außergewöhnlichsten und zugleich widersprüchlichsten Künstler seiner Generation. Vom Cleveland-Rapper zum Pop-Punk-Superstar, vom Außenseiter zum Arena-Headliner – seine Karriere ist eine Geschichte aus Sturz und Aufstieg, aus unbändigem Willen und dem ehrlichen Versuch, immer der zu sein, der man gerade wirklich ist.


Die frühen Jahre: Ein Kind ohne feste Heimat

Colson Baker wurde am 22. April 1990 in Houston, Texas, als Sohn zweier christlicher Missionare geboren. Seine Kindheit war geprägt von ständigen Ortswechseln, die dem Beruf der Eltern geschuldet waren. Die Familie lebte unter anderem in Ägypten, in Deutschland und in Kenia. In Ägypten verbrachte er seine ersten vier Lebensjahre und lernte dabei Arabisch sprechen – eine sprachliche Kompetenz, die für einen US-amerikanischen Musiker bis heute ungewöhnlich bleibt. Auch in Deutschland verbrachte die Familie einige Zeit, sodass der junge Colson in wenigen Jahren ein Grundverständnis der deutschen Sprache entwickelte.

Zurück in den Vereinigten Staaten zog die Familie durch verschiedene Städte: Denver, Chicago, Los Angeles und schließlich Cleveland, Ohio. In Denver, wo er die sechste und siebte Klasse besuchte, kam er während seiner Schulzeit erstmals intensiv mit Hip-Hop und Rap in Berührung. Die Musik von DMX und Ludacris elektrisierte ihn – hier begann das Feuer, das ihn nie mehr loslassen sollte. Mit 14 Jahren ließ sich die Familie endgültig in Cleveland nieder, und die Stadt am Lake Erie sollte zur eigentlichen Heimat des Künstlers werden.

Die Jugend war alles andere als einfach. Baker wuchs in bescheidenen Verhältnissen auf, kämpfte mit einer schwierigen familiären Situation und einem Umfeld, das nicht eben Chancen ausstreute. Genau diese Erfahrungen sollten später sein Werk durchziehen: die Lyrik über Schmerz, Verlorenheit und Aufbegehren.

Der Aufstieg aus Cleveland: Vom Mixtape zum Plattenvertrag

Im Jahr 2007 veröffentlichte Baker sein erstes eigenständiges Mixtape unter dem Namen Machine Gun Kelly – ein Pseudonym, das er sich bewusst wählte, weil er von sich selbst behauptete, schneller und präziser zu rappen als alle anderen. Der Name des berühmten Gangsters der 1930er-Jahre war für ihn weniger historische Referenz als Selbstbeschreibung: rasant, direkt, unaufhaltsam.

2009 trat MGK bei einem lokalen Talentwettbewerb an und gewann. Es sollte der erste von mehreren Siegen sein, die seinen Ruf in der Cleveland-Szene festigten. Im Juli desselben Jahres wurde er im Alter von 19 Jahren Vater einer Tochter: Casie Colson Baker, geboren aus seiner Beziehung mit Emma Cannon. Die Verbindung mit Emma endete, doch der Kontakt zu seiner Tochter blieb – Baker hat immer wieder öffentlich betont, wie wichtig ihm die Rolle als Vater ist, und Casie begleitete ihn bei zahlreichen Auftritten.

2010 folgten die ersten überregional wahrgenommenen Mixtapes, darunter das vielbeachtete Werk „100 Words and Running“. Mit der Single „Alice In Wonderland“ erreichte er erstmals ein nationales Publikum. Auf ihn aufmerksam wurde schließlich niemand Geringeres als Sean Combs, alias Puff Daddy, bekannt als Diddy, der Baker 2011 bei seinem Label Bad Boy Records unter Vertrag nahm. Das war ein Statement: Cleveland hatte einen neuen Star hervorgebracht.

Lace Up und der erste große Durchbruch

Im Jahr 2012 erschien das Debütalbum „Lace Up“, das sofort auf Platz vier der US-Billboard-200-Charts einstieg. Die Leadaingle „Wild Boy“ mit dem Rapper Waka Flocka Flame markierte seinen ersten Eintrag in die Billboard Hot 100 und wurde dreifach mit Platin ausgezeichnet. Das Debüt machte klar: Hier war jemand, der nicht einfach nur Geräusche machte, sondern echte Energie hatte. Das Magazin XXL kürte ihn in seiner Jahresausgabe 2012 zum Freshman des Jahres – eine Auszeichnung, die traditionell die vielversprechendsten Rapper des Jahres ehrt.

Das Album stellte bereits in seiner Besetzungsliste MGKs Fähigkeit unter Beweis, Brücken zu bauen: Neben Waka Flocka Flame waren M. Shadows und Synyster Gates von Avenged Sevenfold, Lil Jon, Tech N9ne und der Rapper DMX beteiligt. Rap traf auf Metal, Hip-Hop traf auf Hard Rock – eine Mischung, die damals noch als gewagt galt.

Die Veröffentlichung brachte ihm seinen ersten Auftritt bei großen amerikanischen Musik-Festivals ein. Mit unkontrollierbarer Bühnenenergie und einer Loyalität zur Stadt Cleveland, für die er die inoffizielle Hymne „Cleveland“ schrieb, baute er sich eine fanatisch ergebene Fangemeinde auf, die sich selbst „EST19XX“ nennt.


Mentoren und Vorbilder: Die Stimmen, die ihn formten

MGK hat in verschiedenen Interviews auf die Künstler hingewiesen, die ihn entscheidend prägten. DMX und Ludacris stehen für seinen frühen Hip-Hop-Einfluss. Die Energie und Roheit von DMX, dessen Lyrik von Schmerz und Wut durchzogen war, spiegelt sich in MGKs eigenem Frühwerk wider. Ebenso wichtig war für ihn die Punk- und Rock-Welt seiner Jugend: Blink-182 war für ihn eine Art Erweckungserlebnis, eine Band, die zeigte, dass Rebellion und Melodie keine Gegensätze sein müssen. Linkin Park, deren Frontmann Chester Bennington eine tragisch frühe Verbindung zu MGKs Geschichte herstellen sollte, gehörte ebenfalls zum Kanon seiner Einflüsse. Als Bennington 2017 Suizid beging und die geplante Tournee, bei der MGK als Vorband aufgetreten wäre, abgesagt wurde, reagierte Baker mit einer akustischen Coverversion des Linkin-Park-Klassikers „Numb“ – eine stille, ernsthafte Hommage.

Als persönlichen Mentor und künstlerischen Förderer bezeichnete MGK mehrfach Sean Combs, der nicht nur seinen Vertrag unterschrieb, sondern ihm auch zeigte, wie man ein Unternehmen führt und eine Marke aufbaut. Die Zusammenarbeit blieb jedoch von Anfang an eng an die Musik gebunden.


General Admission und Bloom: Wachstum mit Widersprüchen

2015 erschien das zweite Studioalbum „General Admission“, das ebenfalls Platz vier der US-Charts erreichte. Die Vorabsingles „Till I Die“ und „A Little More“ mit Sängerin Victoria Monet zeigten einen gereifteren Künstler. Mit dem Song „Spotlight“ gemeinsam mit der Rock-Sängerin Lzzy Hale von Halestorm bewies er einmal mehr seinen Willen, über Genre-Grenzen hinwegzugreifen. Die Platte enthielt zudem eine Kollaboration mit Kid Rock, dem Ikonen-Status in der weißen Rock-Rap-Welt.

2016 erschien eine der kommerziell erfolgreichsten Singles seiner Laufbahn: „Bad Things“, eine gemeinsame Arbeit mit der damals aufstrebenden Popsängerin Camila Cabello. Der Track erreichte Platz vier der Billboard Hot 100 und gewann bei den MTV Video Music Awards in der Kategorie Best Collaboration. Für MGK war es der erste wirklich globale Hit.

2017 folgte das dritte Album „Bloom“, das in Deutschland für eine Woche auf Platz 43 der Charts erschien. Das Werk zeigte einen Künstler, der zwischen verschiedenen Stilen lavierte – zwischen sanften Pop-Momenten, radiofreundlichen Tracks und seinen Rap-Wurzeln. Ein wenig zerrissen, aber immer noch beseelt vom Gefühl, etwas sagen zu müssen.

Der Eminem-Beef: Eine der lautesten Fehden des Rap

2018 wurde MGK schlagartig wieder zum zentralen Gesprächsthema im Hip-Hop – auf eine Art, die er sich nicht gewünscht haben dürfte, und doch nutzte er sie mit einer Kühnheit, die viele verblüffte. Auslöser war ein Tweet aus dem Jahr 2012, in dem Baker Eminems damals noch minderjährige Tochter Hailie in einer sexuellen Weise kommentiert hatte. Eminem ließ diese Äußerung nicht vergessen und nahm sie auf seinem 2018er Album „Kamikaze“ zum Anlass für einen direkten Angriff auf MGK.

Baker antwortete mit dem Disstrack „Rap Devil“ – eine Anspielung auf Eminems eigenen Mega-Hit „Rap God“. Das Stück erreichte trotz geteilter Kritiken Platz 13 der Billboard Hot 100, sammelte auf YouTube innerhalb kurzer Zeit fast eine Viertelmilliarde Klicks und war der meistgestreamte Track MGKs bis zu diesem Zeitpunkt. Eminem konterte mit dem vernichtenden „Killshot“, das Teile des Rap-Publikums als klaren Sieg für den Detroit-Veteranen werteten. MGK erklärte daraufhin, den Beef für beendet zu halten. Die anschließende EP „Binge“ wurde von Kritikern und Fans weitgehend negativ aufgenommen, und MGK verschwand für eine Weile aus dem Rampenlicht.

Die kuriose Nachwirkung des Beefs zeigte sich Jahre später, als seine damalige Verlobte Megan Fox in einem Instagram-Beitrag alle gemeinsamen Bilder löschte und – für Fans mit Symbolwert aufgeladen – nur noch dem Account von Eminem folgte.

Hotel Diablo und die Verwandlung in den Rockstar

2019 erschien das vierte Studioalbum „Hotel Diablo“, das in Deutschland Platz 75 der Charts erreichte. Das Werk war eine klare musikalische Wegmarke: MGK näherte sich der Rock-Ästhetik mehr an als je zuvor und integrierte explizit die Einflüsse seiner Jugendhelden Blink-182, Guns N‘ Roses und Aerosmith. Einer der Tracks enthielt erstmals eine Zusammenarbeit mit Travis Barker, dem Schlagzeuger von Blink-182 – eine Begegnung, die sich im Nachhinein als Schicksalsmoment herausstellen sollte.

Parallel baute Baker auch seine Schauspielkarriere aus. In dem Netflix-Thriller „Bird Box“ mit Sandra Bullock spielte er die Rolle des Felix, und in der Netflix-Produktion „The Dirt“, der Mötley-Crüe-Biografie, verkörperte er den legendären Schlagzeuger Tommy Lee. Die Rolle saß wie angegossen – MGK brachte die physische Energie, den Exzess und den Widerspruch zwischen Verletzlichkeit und Spektakel in die Figur ein, die Tommy Lee zeitlebens ausgezeichnet hatte.


Tickets to My Downfall: Der Pop-Punk-Neustart

Mit dem fünften Studioalbum vollzog MGK 2020 einen der spektakulärsten Stilwechsel der jüngeren Musikgeschichte. „Tickets to My Downfall“ war ein reines Pop-Punk-Album, produziert vollständig von Travis Barker. Kein Rap, kein Hip-Hop – stattdessen verzerrte Gitarren, Barkers typische, hämmernde Schlagzeug-Wucht und Melodien, die aus einem anderen Jahrzehnt hätten stammen können, ohne deswegen altmodisch zu klingen.

Das Album erschien am 25. September 2020 und debütierte auf Platz eins der Billboard-200-Charts – MGKs erste Nummer-eins-Platzierung. Es enthielt Gastbeiträge von Halsey, Trippie Redd, Iann Dior und Blackbear. Die Zusammenarbeit mit Halsey auf dem Song „Forget Me Too“ war das Ergebnis einer langjährigen Freundschaft zwischen den beiden – Halsey erzählte später, dass sie sich seit Jahren gekannt hatten, aber es Jahre gedauert hatte, bis der richtige Moment für einen gemeinsamen Song da war. Laut MGK schrieb Halsey ihren Teil in weniger als fünf Minuten.

Die Single „My Ex’s Best Friend“ mit Blackbear wurde ebenfalls ein großer Erfolg und bewies, dass MGKs neuer Sound ein breites Publikum ansprach. Ebenso erschien 2020 die romantisch aufgeladene Single „Bloody Valentine“, in deren Musikvideo die Schauspielerin Megan Fox zu sehen war – zu diesem Zeitpunkt noch nicht offiziell sein Paar, aber bereits der Funke einer Verbindung, die die Boulevardpresse für Jahre beschäftigen sollte.

Megan Fox, Verlobung, Trennung und eine gemeinsame Tochter

Im Juni 2020 machten MGK und Megan Fox ihre Beziehung öffentlich – ein Paar, das in der medialen Wahrnehmung sofort zur Sensation wurde. Fox, geboren am 16. Mai 1986, ist Schauspielerin und vor allem bekannt durch ihre Rollen in der „Transformers“-Reihe. Sie hatte zuvor mit dem Schauspieler Brian Austin Green fünfzehn Jahre zusammengelebt und war mit ihm verheiratet; aus der Ehe stammen drei gemeinsame Söhne: Noah Shannon (geboren 2012), Bodhi Ransom (geboren 2014) und Journey River (geboren 2016).

MGK und Fox entfachten in der Öffentlichkeit eine intensive, zuweilen provokante Liebesgeschichte. Sie sprachen offen darüber, Blut voneinander getrunken zu haben – als spirituelles Ritual, wie sie betonten –, sie präsentierten sich auf roten Teppichen in aufsehenerregenden Outfits und teilten Einblicke in eine Beziehung, die bewusst keine gewöhnliche sein wollte. Am 11. Januar 2022 gaben beide auf ihren Social-Media-Kanälen ihre Verlobung bekannt. MGK hatte Fox mit einem außergewöhnlichen Ring aus zwei Steinen, einem grünen Smaragd und einem Diamant, in Form zweier Seelen auf einem gemeinsamen Band gefasst. Die Besonderheit des Rings: Er war so konzipiert, dass das Abnehmen physischen Schmerz verursachte – ein bewusstes Symbol der unauflöslichen Bindung.

Doch die Beziehung blieb turbulent. Anfang 2023 löschte Fox alle gemeinsamen Bilder von ihren sozialen Netzwerken, in einem Beitrag zitierte sie einen Beyoncé-Song über Untreue. Die Follower-Situation auf Instagram – Fox folgte nur noch drei Accounts, darunter ausgerechnet Eminem, dem alten Streithahn von MGK – heizte die Gerüchteküche weiter an. Die Verlobung wurde Anfang 2024 von Fox in einem Podcast-Interview offiziell für beendet erklärt.

Dann kam die Wende: Im November 2024 gaben sie bekannt, ein Kind zu erwarten. Wenige Wochen später, im selben Monat, trennten sie sich erneut – diesmal endgültig, als Fox nach Berichten ihres Umfelds Textnachrichten von anderen Frauen auf MGKs Telefon entdeckt hatte. Am 27. März 2025 brachte Megan Fox ihr viertes Kind zur Welt: eine Tochter, die den Namen Saga Blade Baker erhielt. MGK verkündete die Geburt auf Instagram mit einem Schwarz-Weiß-Video, das ihn mit der Hand des Neugeborenen zeigte.

Fox erlitt während der Beziehung zudem im Jahr 2023 eine Fehlgeburt, als sie etwa zwei Monate schwanger war. Die Schauspielerin sprach später öffentlich über diesen Schicksalsschlag.

Mainstream Sellout: Platz eins und Grammy-Nominierung

Im März 2022 erschien das sechste Studioalbum „Mainstream Sellout“, erneut in enger Zusammenarbeit mit Travis Barker produziert. Barker spielte auf mehreren Tracks Schlagzeug und hatte maßgeblichen Anteil am Klangbild. Das Album debütierte direkt auf Platz eins der Billboard 200 – der zweite Nummer-eins-Einstieg in Folge. Die Platte brachte MGK eine Grammy-Nominierung in der Kategorie Best Rock Album ein, die erste in seiner Karriere.

Das Werk enthielt erneut ein breites Gäste-Netzwerk: Lil Wayne war ebenso vertreten wie Gunna, Young Thug und die britische Rockband Yungblud. Zentraler Song war „Twin Flame“, dem eine tiefe persönliche Bedeutung zugeschrieben wurde, sowie „Emo Girl“ und die nachdenkliche Ballade „Papercuts“.

Für die Tour zu diesem Album setzte MGK neue Maßstäbe: Unter dem Namen „Mainstream Sellout Tour“ füllte er in seiner Heimatstadt Cleveland ein Stadion – ein historisches Ereignis für den Künstler, der von dort stammte und dem die Stadt zu Beginn seiner Karriere zur musikalischen Heimat wurde. 2023 trat er als Hauptact bei den deutschen Festivalklassikern Rock am Ring und Rock im Park auf – auch das ein Symbol, wie weit er mit dem Sprung in die Rock-Welt gekommen war.

Im November 2021 hatte er zudem seinen ersten American Music Award gewonnen, in der Kategorie Favorite Rock Artist – ein Fan-basierter Online-Award, der zeigte, wie loyal seine Fangemeinde war.


Der Filmauftritt auf der Berlinale und die goldene Himbeere

2022 feierte der halbautobiografische Spielfilm „Taurus“ von Regisseur Tim Sutton seine Weltpremiere auf der Berliner Filmfestspiele, der Berlinale. MGK übernahm darin die Hauptrolle des Rappers Cole, eine Figur, die in vielen Zügen an seine eigene Biografie angelehnt war. Zu den weiteren Darstellern gehörten Maddie Hasson, Scoot McNairy und Megan Fox. Die Kritiken für den Film fielen gemischt aus.

Weniger schmeichelhaft endete das Filmjahr 2023 für den Künstler: Für seinen Film „Good Mourning“ wurde MGK gleich dreifach für den Negativ-Preis Goldene Himbeere nominiert, in den Kategorien Schlechteste Regie, Schlechtestes Drehbuch und Schlechtestes Leinwandpaar.


Besondere Momente auf der Bühne

MGKs Live-Auftritte sind für ihre Energie und Unberechenbarkeit bekannt. Auf der „Lost Americana Tour“ 2025 holte er in Chicago Halsey auf die Bühne, in Nashville überraschte er das Publikum mit einem Gastauftritt von Bailey Zimmerman, und beim Auftakt des Warped Tour-Konzerts in Orlando erschien seine Tochter Casie an seiner Seite – ein Moment, der für sein Publikum die persönliche Dimension seines neuen Albums unmittelbar spürbar machte. Beim Auftritt zum F1 Grand Prix in Las Vegas im November 2021 wurde ein Fan auf die Bühne geholt, was zu einem besonders magischen Moment des Konzerts wurde, der breite Aufmerksamkeit auf sich zog.

Im November 2024 performte MGK in der Halbzeitshow beim NFL-Spiel in München, das zwischen den Carolina Panthers und den New York Giants ausgetragen wurde – ein Beleg dafür, dass sein Ruf als Liveact weit über die Musikwelt hinaus Beachtung findet.

Ein eher unangenehmer Zwischenfall ereignete sich im Sommer 2022, als sein Tourbus mit einer grafischen Abbildung und einem homophoben Schriftzug beschmiert wurde. MGK verurteilte den Vorfall öffentlich.

Zusammenarbeit mit anderen Künstlern: Ein offenes Netzwerk

Machine Gun Kelly hat im Laufe seiner Karriere mit einer beeindruckend breiten Riege an Künstlern zusammengearbeitet. Sein Netzwerk verbindet Welten, die sonst selten in Berührung kommen.

Travis Barker von Blink-182 ist dabei die zentrale Figur. Die musikalische Freundschaft begann im Rock-Rap-Kontext von „Hotel Diablo“ und gipfelte in der gemeinsamen Produktion von „Tickets to My Downfall“ und „Mainstream Sellout“. Barker war nicht nur Produzent, sondern spielte auf mehreren Alben Schlagzeug und begleitete MGK auf zahlreichen Tourneen. Beide ließen sich den ursprünglich geplanten Albumtitel „Born with Horns“ als Zeichen ihrer Verbundenheit auf den linken Unterarm tätowieren. Auch auf dem Album „Lost Americana“ (2025) war Barker wieder als Schlagzeuger auf vier Tracks und als Co-Produzent beteiligt.

Mit Camila Cabello entstand 2016 der Hit „Bad Things“, der MTV-ausgezeichnet wurde. Mit Halsey verbindet MGK eine langjährige persönliche Freundschaft, aus der neben „Forget Me Too“ auch gemeinsame Auftritte entstanden. Mit Trippie Redd, dem experimentellen Rap-Künstler, kollaborierte MGK auf mehreren Alben und veröffentlichte 2024 gemeinsam die EP „genre:sadboy“, die eine düstere emotionale Stimmung transportierte.

Blackbear war auf dem Hit „My Ex’s Best Friend“ vertreten. Mit Yungblud und Travis Barker entstand der Song „I Think I’m Okay“, der Platz 31 der Billboard Hot 100 erreichte. Mit Wiz Khalifa verbindet MGK eine langjährige kollegiale Beziehung; Khalifa begleitete ihn auf der zweiten nordamerikanischen Etappe der „Lost Americana Tour“ 2026 als Co-Headliner. Mit Jelly Roll entstand 2024 die Single „Lonely Road“, die von dem Country-Klassiker „Take Me Home, Country Roads“ inspiriert war und MGKs Fähigkeit zur Genre-Überquerung ein weiteres Mal unter Beweis stellte.

Auch in der Hip-Hop-Welt blieb er vernetzt: Lil Wayne, Young Thug, Gunna und Waka Flocka Flame gehörten zu seinen Rap-Begleitern. Mit dem Metal- und Rock-Universum hielt er durch Features von M. Shadows und Synyster Gates sowie durch die Blink-182-Partnerschaft enge Verbindungen aufrecht. Auf der Filmseite arbeitete er eng mit Regisseur Tim Sutton zusammen und trat in Produktionen neben Sandra Bullock und Pete Davidson in Erscheinung.

Lost Americana: Das siebte Album und der nächste Aufbruch

Am 8. August 2025 erschien MGKs siebtes Studioalbum „Lost Americana“ über sein eigenes Label EST 19XX in Kooperation mit Interscope Records. Das Album debütierte auf Platz vier der Billboard 200 und stieg auf Platz eins der Top Rock & Alternative Albums-Charts ein – sein dritter Nummer-eins-Eintrag in dieser Kategorie in Folge. Auch in Deutschland erreichte die Platte Platz eins der Rock & Metal Albums-Charts.

Das Werk, erneut von Travis Barker ko-produziert, enthält Songs wie „Cliché“, „Vampire Diaries“ und „Miss Sunshine“ und markiert einen reifen, melodisch ausgewogenen Pop-Rock-Sound. „Cliché“ erhielt einen Remix gemeinsam mit den Jonas Brothers, was einmal mehr MGKs Verbindungen in die breitere Pop-Welt demonstrierte. Mit über 20,6 Milliarden Streams seiner gesamten Karriere ist er einer der meistgehörten Künstler seiner Generation.


Die Lost Americana Tour 2025–2026

Zur Feier des neuen Albums startete MGK im November 2025 die weltumspannende „Lost Americana Tour“, die im Juli 2026 enden soll. Die Tour umfasst vier Kontinente und zählt zu den ambitioniertesten Konzertreisen seiner Karriere. Als Support-Acts und Gastauftritte sind unter anderem Wiz Khalifa, Julia Wolf, Beauty School Dropout, DE’WAYNE, Mod Sun und Emo Nite beteiligt.

Die europäische Etappe fand im Frühjahr 2026 statt. Deutschland war dabei mit Auftritten in München (17. Februar 2026, Olympiahalle), Berlin (24. Februar 2026, Uber Arena) und Hamburg (25. Februar 2026, Barclays Arena) vertreten. Österreich war mit einem Wiener Konzert (18. Februar 2026, Wiener Stadthalle) ebenfalls dabei. Für die noch ausstehenden nordamerikanischen Sommerdaten 2026 sind zahlreiche Amphitheater-Konzerte zwischen Mai und Juli geplant, ehe die Tour am 1. Juli 2026 in Ridgefield, Washington endet.

Der Künstler als Gesamtbild: Widerspruch als Konzept

Machine Gun Kelly ist kein einfacher Künstler und war es nie. Er ist derjenige, der sich einen Fast-Ganzkörper-Blackout-Tattoo stechen lässt – im Februar 2024 ließ er nahezu seinen gesamten Oberkörper in Schwarz tätowieren, eine der radikalsten Körperverwandlungen in der Promi-Welt der letzten Jahre. Er ist derjenige, der mit einem alten Tweet einen Krieg mit dem meistgefürchteten Rapper der Welt auslöst, ihn dann mit einer Rosa-Gitarre auf der Bühne beantwortet und danach einfach weitermacht. Er ist derjenige, der mit Megan Fox in einer der lautesten Liebesgeschichten der 2020er Jahre wechselt zwischen Engagement, Trennung, Wiedervereinigung und gemeinsamem Kind.

Und er ist derjenige, dem es dreimal gelungen ist, sich vollständig neu zu erfinden – vom Cleveland-Rapper zum Pop-Punk-Ikone zum global spielenden Rock-Headliner – ohne dabei je das Gefühl zu verlieren, dass hinter all dem ein echter Mensch steht, der aus einer schwierigen Kindheit, einem langen Weg und einem unbändigen Drang nach Zugehörigkeit heraus seine Musik schreibt.

Diskografie

Studioalben:

2012 – Lace Up 2015 – General Admission 2017 – Bloom 2019 – Hotel Diablo 2020 – Tickets to My Downfall 2022 – Mainstream Sellout (früher angekündigt als Born with Horns) 2025 – Lost Americana

EPs:

2012 – Half Naked and Almost Famous 2018 – Binge 2024 – genre:sadboy (gemeinsam mit Trippie Redd)

Mixtapes (Auswahl):

2007 – Stamp of Approval 2009 – Homecoming 2010 – 100 Words and Running 2010 – Lace Up (Mixtape) 2011 – Rage Pack 2012 – EST 4 Life (mit Dub-O) 2013 – Black Flag 2015 – Fuck It

Ausgewählte Singles:

2012 – Wild Boy (feat. Waka Flocka Flame) 2016 – Bad Things (feat. Camila Cabello) 2018 – Rap Devil 2020 – Bloody Valentine 2020 – My Ex’s Best Friend (feat. Blackbear) 2024 – Lonely Road (feat. Jelly Roll) 2024 – dont let me go 2025 – Cliché 2025 – Vampire Diaries 2025 – Miss Sunshine


Author: Franz Lemmler © 2026 Xenopolias.de

Quellen: Wikipedia (deutsch), Wikipedia (englisch), laut.de, morecore.de, discographien.de, therockrevival.com, altpress.com, hotnewhiphop.com, eonline.com, web.de, watson.de, hiphop.de, rockcellarmagazine.com, lostamericanatour.com, ticketmaster.com, impericon.com, thatericalper.com

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