
Der kanadisch-amerikanische Schauspieler und Komiker Martin Short hat sich erstmals öffentlich über den Tod seiner Tochter Katherine geäußert. In einem Interview mit CBS Sunday Morning, das am 10. Mai 2026 ausgestrahlt wurde, sprach der 76-Jährige zum ersten Mal seit Katherines Tod über das Geschehene – ein Schritt, der für ihn sichtlich schmerzhaft, aber auch bewusst gewählt war.
Eine Tragödie im Februar
Katherine Hartley Short starb im Februar 2026 im Alter von 42 Jahren durch Suizid in ihrem Haus in den Hollywood Hills. Der LAPD und die Feuerwehr wurden kurz nach 18:40 Uhr Ortszeit alarmiert, wo sie leblos aufgefunden wurde. Katherine war die älteste von drei adoptierten Kindern, die Martin Short gemeinsam mit seiner verstorbenen Frau Nancy Dolman großgezogen hatte.
Ein langer Kampf gegen die Krankheit
Short beschrieb die Situation seiner Familie als einen Albtraum, betonte jedoch gleichzeitig sein Verständnis dafür, dass psychische Erkrankungen ebenso wie körperliche Leiden – etwa der Krebs, an dem seine Frau gestorben war – ernsthafte und bisweilen tödliche Krankheiten sein können. Katherine hatte nach seinen Worten über viele Jahre hinweg mit schweren psychischen Erkrankungen gelebt, darunter eine Borderline-Persönlichkeitsstörung, und habe bis zum Ende alles gegeben, was ihr möglich war.
Short zog dabei eine berührende Parallele zu den letzten Momenten mit seiner Frau Nancy, die 2010 an Eierstockkrebs gestorben war. In beiden Fällen habe er das Gefühl gehabt, von einer geliebten Person um Loslassen gebeten zu werden – eine Erkenntnis, die ihn sowohl mit Trauer als auch mit einem neuen Verständnis für das Ende von Leid erfüllt.
Katherine Short: Ein Leben im Dienst der anderen
Katherine Short hatte nach ihrem Bachelorabschluss in Psychologie und Gender Studies an der New York University sowie einem Masterabschluss in Sozialarbeit an der University of Southern California als lizenzierte Sozialarbeiterin in Los Angeles gearbeitet. Sie engagierte sich für die von Glenn Close gegründete Organisation Bring Change 2 Mind, die sich dem Abbau von Vorurteilen gegenüber psychischen Erkrankungen widmet. Trotz der Bekanntheit ihres Vaters hielt sie sich weitgehend aus der Öffentlichkeit heraus.
Vom Schmerz zur Sinnfindung
Short schilderte, wie er an dem Tag, an dem Katherine starb, in seinem Auto saß und sich fragte, wofür er im Alter von 75 Jahren noch weitermache. Erst als er das Haus seines Sohnes Oliver in Newport Beach betrat und dort von dessen kleinen Söhnen im Alter von vier und fünf Jahren empfangen wurde, fand er die Antwort: „Das ist der Grund. Das ist der Grund.“
Short begreift Suizid heute als mögliches Endstadium einer terminalen psychischen Erkrankung – eine Sichtweise, die ihm helfe, mit dem Verlust umzugehen.
Mehrere Verluste in kurzer Zeit
Short verlor nicht nur seine Tochter, sondern kurz zuvor auch seine langjährige Freundin und Schauspielkollegin Catherine O’Hara, die im Januar 2026 gestorben war. Hinzu kamen die prägenden Verluste seiner Kindheit: Er verlor einen älteren Bruder und beide Elternteile, bevor er zwanzig wurde – Erfahrungen, die ihn nach eigenen Worten einen inneren Muskel der Resilienz und des Umgangs mit Trauer haben entwickeln lassen.
Ein Dokumentarfilm als Zeugnis eines Lebens
Anlass für das CBS-Interview war der bevorstehende Start des Netflix-Dokumentarfilms „Marty, Life Is Short“, der am 12. Mai 2026 erscheint. Das Werk ist sowohl Katherine als auch Catherine O’Hara gewidmet und blickt auf Shorts jahrzehntelange Karriere zurück, mit Interviews sowie historischem Archivmaterial.
Trotz allem schaut Short nach vorne: Eine weitere Staffel von „Only Murders in the Building“ soll gedreht werden, und gemeinsam mit seiner Lebensgefährtin Meryl Streep plant er eine Broadway-Produktion.
Author: Franz Lemmler © 2026 Xenopolias.de
Quellen: TMZ, Variety, E! Online, Consequence, CBS News, Rolling Stone, AOL, Parade
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