Raph_PH, CC BY 2.5 <https://creativecommons.org/licenses/by/2.5>, via Wikimedia Commons
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Rod Stewart at Jeff Beck Tribute

Am 11. Mai 2026 fand im Londoner Royal Albert Hall eine festliche Veranstaltung anlässlich des 50-jährigen Bestehens der King’s Trust statt, jener Wohltätigkeitsorganisation, die König Charles III. im Jahr 1976 gegründet hatte, um jungen Menschen in schwierigen Lebenslagen Chancen zu eröffnen. Was als würdevoller Festabend geplant war, lieferte einen der unterhaltsamsten und meistdiskutierten Momente des Jahres – dank Sir Rod Stewart und einer knappen, aber unmissverständlichen Bewertung des amerikanischen Präsidenten.

Stewart lobt den König mit deutlichen Worten

Im Rahmen des traditionellen Empfangs in der Pause des Abendprogramms reihte sich der 81-jährige Rockstar in die Begrüßungslinie ein, um König Charles die Hand zu schütteln. An seiner Seite stand Ronnie Wood, Gitarrist der Rolling Stones. Stewart nutzte den Moment, um dem Monarchen seine persönliche Anerkennung für dessen jüngsten Staatsbesuch in den Vereinigten Staaten auszusprechen. Er lobte Charles für sein Auftreten in Amerika als außergewöhnlich und mutig, und schloss mit der Bemerkung, der König habe dabei einen kleinen Unruhestifter gehörig in die Schranken gewiesen – eine Formulierung, die von anwesenden Journalisten und einem kursierenden Video eindeutig auf US-Präsident Donald Trump bezogen wurde. Stewart wandte sich anschließend an Königin Camilla und lobte auch ihr gegenüber die Haltung und den Auftritt ihres Mannes auf der anderen Seite des Atlantiks in den höchsten Tönen. König Charles schien die Bemerkung mit einem Lächeln quittiert zu haben, seine Antwort war auf dem kursierenden Videomitschnitt allerdings nicht zu vernehmen.

Charles‘ Staatsbesuch – höflich, aber inhaltlich klar positioniert

Der viertägige Staatsbesuch von König Charles und Königin Camilla in den USA fand Ende April 2026 statt. Er beinhaltete eine historische Rede vor dem gemeinsamen Kongress – die erste eines britischen Monarchen seit Queen Elizabeth II. im Jahr 1991 – sowie ein Staatsbankett im Weißen Haus. Trump begrüßte die Royals mit überschwänglichem Lob und bezeichnete die Rede des Königs als ausgezeichnet. Charles wiederum bemühte sich um einen diplomatischen Ton und betonte die unerschütterliche Verbundenheit zwischen Großbritannien und den Vereinigten Staaten, die er als unentbehrliches Bündnis beschrieb. Er erinnerte daran, dass Amerika möglicherweise Französisch sprechen würde, hätte Großbritannien in früheren Jahrhunderten nicht an seiner Seite gestanden.

Doch Charles blieb nicht bei historischen Anekdoten. Er sprach klar und unmissverständlich über die anhaltende Notwendigkeit, die Ukraine in ihrem Abwehrkampf gegen Russland zu unterstützen – eine Aussage, die im Kongress parteiübergreifenden Applaus erhielt, obwohl viele republikanische Abgeordnete genau dieser Unterstützung ablehnend gegenüberstehen. Auch das Thema NATO behandelte er explizit und rief zur Einheit und zu fortgesetzter transatlantischer Zusammenarbeit auf – in direktem Kontrast zu Trumps wiederholt geäußerter Skepsis gegenüber dem Verteidigungsbündnis. Darüber hinaus sprach Charles über den Klimaschutz, ein weiteres Feld, auf dem die Positionen von London und Washington gegenwärtig weit auseinanderliegen. Trump erwähnte in seiner Bankett-Rede weder die Ukraine noch den Klimawandel. Beobachter werteten Charles‘ Auftritt als subtile, aber unübersehbare Form diplomatischer Positionierung.

Von alten Freunden zu politischen Gegnern

Dass Rod Stewart ausgerechnet Trump als Ziel seiner spitzen Bemerkung wählte, ist vor dem Hintergrund einer persönlichen Geschichte besonders bemerkenswert. Die beiden Männer kannten sich seit Jahren, wohnten in Florida auf demselben Küstenabschnitt, nur etwa einen halben Kilometer voneinander entfernt, und Stewart gehörte einst zum regelmäßigen Kreis der Gäste bei Trumps Weihnachtsfeiern. Noch 2015 hatte er Trump öffentlich als Freund bezeichnet. Diese Verbundenheit gehört der Vergangenheit an. Im Sommer 2025 erklärte Stewart in einem Interview mit dem Radio Times, er betrachte Trump nicht länger als Freund. Als entscheidenden Grund nannte er Trumps Haltung im Nahost-Konflikt und die fortgesetzte Lieferung amerikanischer Rüstungsgüter an Israel. Aus seiner Sicht sei eine echte Freundschaft unter diesen Umständen nicht mehr möglich. Bereits zu Beginn des Jahres 2026 hatte Stewart Trump in einer Videobotschaft in den sozialen Medien öffentlich kritisiert, nachdem der Präsident den Mut von NATO-Soldaten, die in Afghanistan gedient hatten, in Frage gestellt hatte. Trump ruderte daraufhin zurück.

Ein Abend für die Jugend – und ein Satz, der bleibt

Die King’s Trust, ursprünglich als Prince’s Trust gegründet, hat seit ihrer Gründung vor einem halben Jahrhundert Hunderttausenden jungen Menschen in Großbritannien geholfen, durch Ausbildung, Unternehmertum und persönliche Unterstützung einen Weg in ein eigenständiges Leben zu finden. Der Festabend im Royal Albert Hall würdigte diese Arbeit mit einem Bühnenprogramm, präsentiert von den TV-Moderatoren Anthony McPartlin und Declan Donnelly. Die Begegnung zwischen König Charles und Rod Stewart am Rande dieser Feier war protokollarisch eine Randnotiz – in der öffentlichen Wahrnehmung wurde sie jedoch zum meistzitierten Moment des Abends. Der König reagierte mit Gelassenheit und Humor, wie es seiner stets zurückhaltenden öffentlichen Rolle entspricht.


Author: Franz Lemmler © 2026 Xenopolias.de

Quellen: ITV News, Variety, Rolling Stone, The Washington Times, The Hill, LBC, Consequence, NME, Billboard, CBC, CNN, NPR

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