Paparazzo Presents, CC BY-SA 3.0 <https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0>, via Wikimedia Commons
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Paparazzo Presents...Aaron Carter's return to the stage on July 30, 2010 in Farmingdale, Long Island, NY.

Mehr als zwei Jahre nach dem Tod des US-amerikanischen Popsängers Aaron Carter hat die Familie des Verstorbenen in einem Teilbereich des laufenden Zivilverfahrens eine außergerichtliche Einigung erzielt. Am 12. Mai 2026 wurden entsprechende Gerichtsdokumente beim zuständigen Gericht in Los Angeles eingereicht, die eine Einigung zwischen Carters Familie und der Psychiatrieklinik Amen Clinics sowie dem dort tätigen Psychiater Dr. John Faber bestätigen. Der Vergleich markiert einen wichtigen Zwischenschritt in einem komplexen Rechtsstreit, der jedoch noch nicht abgeschlossen ist.

Der Tod eines Teen-Pop-Stars

Aaron Charles Carter wurde am 7. Dezember 1987 in Tampa, Florida, geboren und erlangte Ende der 1990er-Jahre als Jugendsänger weltweite Bekanntheit. Als jüngerer Bruder von Nick Carter von den Backstreet Boys trat er bereits im Alter von neun Jahren mit einem selbstbetitelten Debütalbum in Erscheinung und baute sich in den folgenden Jahren eine eigenständige Karriere als Teenie-Idol auf. In seinen späteren Lebensjahren kämpfte er öffentlich mit psychischen Erkrankungen, juristischen Auseinandersetzungen und einer Abhängigkeit von Medikamenten und anderen Substanzen.

Am 5. November 2022 wurde Carter leblos in der Badewanne seines Hauses im Landkreis Los Angeles County aufgefunden. Er war 34 Jahre alt. Das Büro des Gerichtsmediziners des Los Angeles County stellte offiziell fest, dass Carter infolge des Konsums von Alprazolam — dem Wirkstoff des Beruhigungsmittels Xanax — sowie der Inhalation von Difluorethan, einem in Druckluftsprays enthaltenen Gas, handlungsunfähig wurde und anschließend in der Badewanne ertrank. Der Tod wurde als Unfall eingestuft.

Die Klage im Namen des Sohnes

Im Oktober 2023 reichte Melanie Martin, Carters ehemalige Verlobte und Mutter seines Sohnes, eine Klage wegen fahrlässiger Tötung ein — im Namen des gemeinsamen Kindes Princeton Lyric Carter, der zum Zeitpunkt des Todes seines Vaters noch ein Kleinkind war und als alleiniger Erbe gilt. Die Klage richtete sich gegen mehrere Parteien gleichzeitig: eine Psychiatrieklinik, einen Zahnarzt sowie zwei Apotheken. Der Vorwurf lautete, dass zwei Mediziner Carter über einen längeren Zeitraum unverantwortlich hohe Mengen an Xanax und weiteren Medikamenten verschrieben hätten, und dass die beteiligten Apotheken die Rezepte ausgestellt hätten, ohne die Anzeichen eines Missbrauchs zu überprüfen. Dem Verfahren gingen umfangreiche juristische Auseinandersetzungen voraus, bevor ein Richter des Los Angeles County entschied, dass Princeton das Recht auf ein Geschworenengericht habe.

Amen Clinics zahlen — ohne Schuldeingeständnis

Die Psychiatrieklinik Amen Clinics und Dr. John Faber einigten sich mit Carters Familie auf eine Zahlung in vertraulicher Höhe als vollständige und abschließende Beilegung der gegen sie erhobenen Ansprüche. Dem Gericht gegenüber bezifferten die Anwälte der Familie den angestrebten Schadensersatz gegenüber diesem Beklagten auf unter 325.000 US-Dollar; die erzielte Einigung liege, so die Formulierung in den Unterlagen, in einer ähnlichen Größenordnung. Amen Clinics und der beschuldigte Psychiater erkennen dabei kein Fehlverhalten an. In den eingereichten Unterlagen stellten die Anwälte der Klinik vielmehr klar, dass die Behandlung den geltenden medizinischen Standards entsprochen habe und Carters Tod nicht durch Xanax, sondern durch die Inhalation des Gases aus den Druckluftbehältern verursacht worden sei.

Weitere Beklagte gehen in den Prozess

Die außergerichtliche Einigung mit Amen Clinics und Dr. Faber schließt die übrigen Beklagten ausdrücklich nicht ein. Der Zahnarzt Jason Mirabile, die Apothekenkette Walgreens sowie die Santa Monica Medical Plaza Pharmacy haben sich nicht auf einen Vergleich eingelassen. Deren Anwälte vertreten ebenfalls die Position, dass der im Blut des Sängers nachgewiesene Xanax-Spiegel nicht ausreichend gewesen sei, um ihn bewusstlos werden zu lassen. Für diese Beklagten ist ein Prozess für Oktober 2026 angesetzt. Mirables Anwalt lehnte eine Stellungnahme ab.

Ein Kind als Mittelpunkt eines langen Rechtsstreits

Im Kern des gesamten Verfahrens steht Princeton Lyric Carter, der als Kleinkind seinen Vater verlor und nun durch seine Mutter als gesetzliche Vertreterin seine Rechte vor Gericht geltend macht. Die Einigung mit der Psychiatrieklinik ist ein erster konkreter Schritt, doch solange die verbleibenden Beklagten auf einen Prozess bestehen, bleibt das Verfahren offen. Ob und inwiefern die Klage weitere Konsequenzen für den Umgang mit der Verschreibung von Medikamenten an Patienten mit bekannter Suchtgeschichte haben wird, bleibt abzuwarten.


Author: Franz Lemmler © 2026 Xenopolias.de

Quellen: Rolling Stone, Billboard, Music Times, AceShowbiz, Yahoo Entertainment, Wikipedia, ESSAnews

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