Drake kehrt zurück — und macht gleich drei Nummern draus
In den frühen Morgenstunden des 15. Mai 2026 hat der kanadische Rapper Drake, bürgerlicher Name Aubrey Drake Graham, mit einem Schlag drei neue Studioalben veröffentlicht: „Iceman“, „Habibti“ und „Maid of Honour“. Alle drei Projekte erschienen gleichzeitig um Mitternacht Ostküstenzeit auf sämtlichen großen Streamingplattformen über sein Label OVO Sound in Zusammenarbeit mit Republic Records. Insgesamt umfassen die drei Alben 43 Songs — ein Volumen, das selbst für Drake-Verhältnisse außergewöhnlich ist.
„Iceman“ — das lange erwartete Hauptwerk
„Iceman“ ist Drakes neuntes Studioalbum und das Herzstück der Trilogie. Es war bereits seit 2024 in Andeutungen aufgetaucht, als Drake auf sozialen Netzwerken auf die Figur des „Iceman“ aus dem Film „Top Gun“ verwies und kurz darauf einen Screenshot eines Ordners mit dem Titel „2.0 – Iceman“ teilte. Der eigentliche Rollout startete im Juli 2025 mit der ersten Folge einer YouTube-Livestream-Reihe namens „Iceman Episode“. Dabei präsentierte Drake vorab mehrere neue Songs, darunter „What Did I Miss?“ und „National Treasure“, die beide auf dem fertigen Album landen. Zwei weitere Livestream-Folgen folgten und brachten die Singles „Which One“ sowie „Dog House“ hervor.
Das Album umfasst 18 Tracks und läuft knapp 69 Minuten. Die Produktion verantworteten unter anderem Drakes langjähriger Vertrauter Noah „40″ Shebib sowie weitere Produzenten. Als Gastmusiker sind Future, der aufstrebende Newcomer Molly Santana und 21 Savage vertreten. Der Sound bewegt sich zwischen Radio-tauglichen Hooks und düsteren, atmosphärischen Passagen — mit Einflüssen aus Trap und Afrobeats.
Die Ankündigung als Ereignis für sich
Wie bei Drake üblich, war die Veröffentlichung selbst ein inszeniertes Spektakel. Im April 2026 ließ er in Toronto eine rund acht Meter hohe Eisskulptur errichten. Fans hackten mit Äxten daran, bis ein Streamer namens Kishka einen eingeschlossenen Beutel herausholte — darin: Albumtitel und Veröffentlichungsdatum. Drake bestätigte den 15. Mai kurz darauf offiziell über soziale Medien. Aus Sicherheitsgründen musste die Feuerwehr Toronto die verbliebenen Eisstrukturen anschließend abtauen.
Kurz vor Mitternacht strahlte Drake dann „Iceman Episode 4″ live auf YouTube aus — die finale Folge der Reihe, in der neben Musikvideos auch Auftritte von DJ Akademiks, Komödiant Shane Gillis, Drakes Sohn Adonis und anderen zu sehen waren. Erst am Ende des Streams zog Drake drei Festplatten hervor und enthüllte, dass statt einem gleich drei Alben erscheinen würden. Die Ansage auf dem Bildschirm lautete sinngemäß: „Ich habe das gemacht, damit ich das machen konnte.“
„Habibti“ — sanfter, internationaler, intimer
Das zehnte Studioalbum trägt einen arabischen Titel, der so viel bedeutet wie „meine Liebe“ oder „meine Liebste“ — die weibliche Form des gebräuchlichen Koseworts. „Habibti“ umfasst elf Tracks und orientiert sich klanglich stärker an R&B sowie internationalen Einflüssen. Gastkünstler sind unter anderem Sexyy Red, Loe Shimmy und PartyNextDoor. Der Stil ist weicher, stimmungsvoller und von globalem Flair geprägt.
„Maid of Honour“ — clubtauglich und bunt besetzt
Das elfte Album in Drakes Diskografie zielt mit seinen 14 Tracks auf ein eher tanzflächenorientiertes Publikum. Die Gästeliste ist prominent: Central Cee, Sexyy Red, Popcaan, Stunna Sandy und Iconic Savvy sind dabei. Die Single „Which One“ mit Central Cee, die bereits vorab erschienen war, gibt einen Vorgeschmack auf den Afrobeat- und Dancehall-inspirierten Klang des Albums. Gemeinsam mit „Iceman“ und „Habibti“ bildet das Werk eine stilistische Trilogie, die Drakes Vielseitigkeit demonstrieren soll.
Comeback nach turbulenten Jahren
Die drei Alben sind Drakes erste Soloarbeiten seit „For All the Dogs“ aus dem Jahr 2023. Die Zeit dazwischen war für den Rapper alles andere als ruhig. Im Frühjahr 2024 entwickelte sich ein öffentlicher Schlagabtausch mit dem Rapper Kendrick Lamar zu einem der meistdiskutierten Disputes in der jüngeren Hip-Hop-Geschichte. Lamar veröffentlichte von März bis Mai 2024 eine Reihe von Diss-Tracks, darunter „Not Like Us“, das mehrere Grammy-Auszeichnungen gewann und Drakes öffentliches Image erheblich beschädigte. Viele sahen Drake als den Verlierer des Streits.
Hinzu kamen juristische Auseinandersetzungen: Zwei Sammelklagen warfen ihm vor, mit Werbung für eine Online-Glücksspielplattform an betrügerischen Aktivitäten beteiligt gewesen zu sein. Eine weitere Klage erhob den Vorwurf, Drake habe von einem massiven Bot-gestützten Stream-Betrug auf Spotify profitiert, der anderen Künstlern geschadet haben soll. Trotz dieser Belastungen veröffentlichte Drake Anfang 2025 das Kollaborationsalbum „Some Sexy Songs 4 U“, das die Spitze der Billboard-Album-Charts erreichte.
Mit der Trilogie vom 15. Mai 2026 schlägt er nun ein neues Kapitel auf — eines, das nach eigenem Anspruch zeigen soll, dass der 39-Jährige aus Toronto nach wie vor in der Lage ist, die kulturelle Agenda des Hip-Hop zu bestimmen.
Reaktionen und Ausblick
Soziale Netzwerke explodierten unmittelbar nach dem Release mit Reaktionen. Während ein Teil der Hörerschaft „Iceman“ als Rückkehr zur lyrischen Stärke feierte, analysierten andere intensiv mögliche versteckte Seitenhiebe und Anspielungen im Songmaterial. In Toronto wurden spontane Listening-Partys veranstaltet, international trendete das Triple-Release in zahlreichen Ländern. Ob die Veröffentlichung Drakes Ruf dauerhaft wiederherstellt oder neue Debatten entfacht, bleibt offen — fest steht, dass er mit diesem Schritt die Messlatte für Albumveröffentlichungen in der Musikbranche neu gesetzt hat.
Author: Franz Lemmler © 2026 Xenopolias.de
Quellen: Rolling Stone, Variety, Billboard, Complex, Consequence of Sound, The FADER, Just Jared, Art Threat, International Business Times Australia, Wikipedia
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