
Die Sängerin Natalie Maines, 51, bekannt als Frontfrau der preisgekrönten Country-Gruppe The Chicks, hat am Montag, dem 18. Mai 2026, auf Instagram eine harsche öffentliche Attacke gegen US-Präsident Donald Trump gestartet. In ihrem Beitrag, dem sie Bilder der Erstürmung des US-Kapitols vom 6. Januar 2021 beifügte, beschimpfte sie den 79-jährigen Präsidenten mit einem vulgären Ausdruck aus dem Kultfilm „Mean Girls“ und warf ihm vor, Steuergelder der amerikanischen Bevölkerung dazu zu nutzen, diejenigen zu entlohnen, die an jenem Tag gewaltsam in das Kapitol eindrangen. Sie appellierte an ihre Follower, den Beitrag weiterzuverbreiten, und merkte an, dass ein früherer Post mit demselben Inhalt von der Plattform entfernt worden war.
Hintergrund: Trumps milliardenschwerer Fonds
Der Instagram-Post erschien unmittelbar nach der Ankündigung, dass das US-Justizministerium unter Trump einen sogenannten Anti-Weaponization Fund in Höhe von 1,776 Milliarden US-Dollar eingerichtet hat. Die symbolisch gewählte Summe verweist auf das Jahr der amerikanischen Unabhängigkeitserklärung. Der Fonds wurde im Zuge einer außergerichtlichen Einigung eingerichtet, nachdem Trump eine milliardenschwere Klage gegen den Internen Revenue Service wegen der Weitergabe seiner Steuerdaten an eine Zeitung fallen ließ. Das Geld soll an Personen ausgezahlt werden, die nach eigenen Angaben Opfer politisch motivierter Strafverfolgung durch die Vorgängerregierung wurden – eine Formulierung, die nach Einschätzung zahlreicher Kritiker die rund 1.600 Angeklagten und Verurteilten im Zusammenhang mit den Ereignissen des 6. Januar einschließen könnte. Vizepräsident J.D. Vance erklärte, dass selbst Verurteilungen wegen Angriffs auf Polizeibeamte nicht automatisch von der Förderung ausgeschlossen würden. Demokraten im Repräsentantenhaus bezeichneten den Fonds als Korruptionsskandal ohne historisches Vorbild und versuchten juristisch, die Ausschüttung zu blockieren.
Verweis auf die Epstein-Akten
Maines ließ es nicht bei der Kritik am Fonds bewenden: Sie verknüpfte ihren Angriff auch mit dem Hinweis, Trump sei in den freigegebenen Unterlagen rund um den verstorbenen Sexualstraftäter Jeffrey Epstein namentlich erwähnt worden. Trump wurden in diesem Zusammenhang bislang keine Straftaten vorgeworfen, doch die Erwähnung seines Namens in den Epstein-Akten beschäftigt Kritikerinnen und Kritiker seit deren Veröffentlichung.
Eine langjährige Konfliktgeschichte mit US-Präsidenten
Es ist nicht das erste Mal, dass Maines mit einer politischen Aussage über einen amtierenden US-Präsidenten für Schlagzeilen sorgt. Im März 2003 äußerte sie sich während eines Konzerts in London kritisch über Präsident George W. Bush und dessen Entscheidung für den Einmarsch in den Irak. Die Folgen waren damals verheerend für die Band: Country-Radiostationen verweigerten die Ausstrahlung ihrer Songs, Fans zerstörten öffentlichkeitswirksam ihre CDs, und die Gruppe, die damals noch unter dem Namen Dixie Chicks bekannt war, wurde zur politischen Zielscheibe. Maines selbst erhielt Drohungen. Im Jahr 2020 benannte sich die Gruppe offiziell in The Chicks um, um sich von der historisch belasteten Bezeichnung „Dixie“ zu distanzieren.
Breite Reaktion und anhaltende Sichtbarkeit des Beitrags
Während Maines‘ vorangegangener Beitrag mit dem gleichen Inhalt von Instagram entfernt wurde, war der aktuelle Post zum Zeitpunkt der Berichterstattung noch abrufbar. Viele Follower zeigten sich solidarisch und teilten den Beitrag in großer Zahl. The Chicks, die in ihrer Karriere 13 Grammy Awards gewonnen haben, gelten seit der Bush-Kontroverse als eine der politisch mutigsten Stimmen im amerikanischen Country-Bereich – ein Ruf, den Maines mit diesem erneuten Aufschlag einmal mehr unterstreicht.
Author: Franz Lemmler © 2026 Xenopolias.de
Quellen: Rolling Stone, Billboard, HuffPost, TMZ, Yahoo Entertainment, The Intercept, NBC News, Time, CBS News, PBS NewsHour
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