Joe Bielawa from MInneapolis, USA, CC BY 2.0 <https://creativecommons.org/licenses/by/2.0>, via Wikimedia Commons
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Joe Bielawa from MInneapolis, USA, CC BY 2.0 , via Wikimedia Commons

Am 8. März 2026 ereignete sich in der noblen Beverly-Crest-Gegend von Los Angeles ein erschreckender Vorfall: Eine Frau soll mit einem halbautomatischen Gewehr vom Typ AR-15 rund zwanzig Schüsse auf das Anwesen der Sängerin Rihanna abgefeuert haben. Die Verdächtige, die 35-jährige Ivanna Lisette Ortiz aus Orlando, Florida, soll die Schüsse gegen 13:20 Uhr aus einem weißen Tesla heraus auf das Eingangstor des Grundstücks abgegeben haben.

Rihanna, A$AP Rocky und Kinder zur Tatzeit zuhause

Laut Angaben der Staatsanwaltschaft befanden sich zu diesem Zeitpunkt mehrere Personen auf dem Grundstück: Rihanna selbst, ihr Partner AAPRockysowiediedreigemeinsamenKinderundRihannasMutter.DasPaarsollsichineinemAirstream−TraileraufdemGela¨ndeaufgehaltenhaben,alsdieSchu¨ssefielen.Berichtenzufolgedru¨ckteAAP Rocky sowie die drei gemeinsamen Kinder und Rihannas Mutter. Das Paar soll sich in einem Airstream-Trailer auf dem Gelände aufgehalten haben, als die Schüsse fielen. Berichten zufolge drückte A AP Rocky die Sängerin dabei schützend zu Boden. Obwohl Einschläge an der Einfahrt, einem Holzzaun, dem Anhänger sowie an einer Außenwand des Hauses festgestellt wurden, blieb niemand verletzt.

Die Angeklagte und die Anklagepunkte

Ortiz, von Beruf lizenzierte Sprachpathologin, wurde noch am selben Tag in einem Parkplatz im Stadtteil Sherman Oaks gestoppt und festgenommen. In ihrem Fahrzeug sollen die Beamten ein Sturmgewehr sowie mehrere Patronenhülsen gefunden haben. Die Staatsanwaltschaft erhob schwere Anklage: versuchter Mord an Rihanna, zehn Fälle von Angriff mit einer halbautomatischen Schusswaffe sowie mehrere Anklagepunkte wegen Beschusses von bewohnten Gebäuden und Fahrzeugen. Die Kaution wurde zunächst auf über zehn Millionen US-Dollar festgesetzt. Eine bekannte Verbindung zwischen Ortiz und Rihanna existiert nach bisherigem Ermittlungsstand nicht. Die Behörden untersuchten unter anderem die Aktivitäten der Verdächtigen in sozialen Medien, darunter ein wirres Video, in dem sie die Sängerin erwähnt.

Psychische Vorgeschichte und frühere Auffälligkeiten

Im Zuge der Ermittlungen wurden Details aus dem Vorleben von Ortiz bekannt. In Florida war sie demnach mehrfach in rechtliche Auseinandersetzungen verwickelt, unter anderem in einen Sorgerechtsstreit, der 2024 damit endete, dass das alleinige Sorgerecht für ihr Kind dem Ex-Mann übertragen wurde. Einem Bericht zufolge war sie vor 2023 mindestens einmal nach dem sogenannten Baker Act – einem Gesetz, das vorübergehende psychiatrische Einweisung ermöglicht – in einer psychiatrischen Einrichtung untergebracht worden. Ortiz soll dies jedoch bestritten haben.

Kompetenzzweifel stoppen das Verfahren

Nach ihrer ersten Anhörung, bei der sie auf nicht schuldig plädierte, durchlief der Fall mehrere Stationen. Richterin Shannon K. Cooley lehnte zunächst einen Antrag auf Aussetzung wegen Verhandlungsunfähigkeit ab und befand, es gäbe keine ausreichenden Belege für eine solche. Ein neuer Anhörungstermin für den 19. Mai 2026 wurde anberaumt, an dem ein Datum für die Vorverhandlung festgelegt werden sollte.

Am Dienstag, dem 20. Mai 2026, kam es jedoch zur entscheidenden Wende: Richterin Cooley setzte das Verfahren nach einer nicht-öffentlichen Anhörung aus. Ortiz‘ Pflichtverteidiger hatte neue Bedenken hinsichtlich der geistigen Verfassung seiner Mandantin vorgebracht und zusätzliche Informationen vorgelegt, die die Richterin dazu bewogen, die Prozessvorbereitung vorerst zu stoppen. Ortiz selbst erschien an diesem Tag nicht vor Gericht. Der Fall wird nun an ein auf psychische Gesundheit spezialisiertes Gericht in Hollywood überwiesen; ein erster Termin dort ist für den 2. Juni 2026 angesetzt.

Was eine Verhandlungsunfähigkeit bedeuten würde

Sollte Ortiz in dem nun anstehenden Gutachtenverfahren als verhandlungsunfähig eingestuft werden, wäre das Strafverfahren bis auf weiteres ausgesetzt. Sie könnte dann in einer staatlichen Einrichtung untergebracht und behandelt werden, bis eine Wiederherstellung der Verhandlungsfähigkeit festgestellt wird. Dieser Prozess kann Monate oder sogar Jahre in Anspruch nehmen – theoretisch könnte es damit dauerhaft zu keinem Strafprozess kommen. Die Kaution bleibt derweil auf knapp zwei Millionen US-Dollar festgesetzt, und Ortiz verbleibt in Untersuchungshaft.


Author: Franz Lemmler © 2026 Xenopolias.de

Quellen: Rolling Stone, Associated Press, ABC7 Los Angeles, Entertainment Weekly, NBC News, Fox News, Billboard, Washington Times, Westside Current, Rolling Out

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