Sarah McKagen, CC BY-SA 2.0 <https://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0>, via Wikimedia Commons
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Fleetwood Mac. 2013 Tour at Philips Arena in Atlanta, GA

Vor einem Richter in der Innenstadt von Los Angeles erschien am Dienstag die 55-jährige Michelle Dick – die Frau, die beschuldigt wird, den Fleetwood-Mac-Gitarristen Lindsey Buckingham über Jahre hinweg gestalkt und zuletzt mit einer unbekannten Substanz beworfen zu haben. Dick trat in Gefängniskleidung und mit einem Bauchgurt gefesselt vor Richterin Lucy Armendariz und hatte zuvor in sieben Anklagepunkten auf nicht schuldig plädiert.

Ein jahrelanges Muster der Bedrohung

Laut Anklageschrift soll das bedrohliche Verhalten von Dick bereits im Oktober 2021 begonnen haben und sich über mehr als vier Jahre erstreckt haben. In dieser Zeit soll sie Buckingham, seine Frau Kristen und seinen Sohn William wiederholt verfolgt, bedroht und belästigt haben. Sie rief dem Musiker zufolge täglich dutzende Male auf dem Mobiltelefon seiner Frau an, hinterließ Sprachnachrichten mit Todesdrohungen und behauptete dabei hartnäckig, Buckinghams biologische Tochter zu sein. Der Gitarrist wies diese Behauptung stets entschieden zurück. Dick soll außerdem Bildcollagen, auf denen sie und der Musiker zu sehen sind, an Briefkästen der Familie befestigt und Buckingham bei mindestens einem seiner Konzerte aufgelauert haben, wo sie erneut Drohungen ausgesprochen haben soll.

Der Swatting-Vorfall als Wendepunkt

Im November 2024 eskalierte die Situation erheblich, als Dick nach Überzeugung der Ermittler einen sogenannten Swatting-Angriff veranlasste: Sie soll über ihr Mobiltelefon den Notruf gewählt und fälschlicherweise gemeldet haben, Buckinghams Sohn sei in der familiären Residenz in Brentwood suizidgefährdet und es seien Schüsse gefallen. Rund ein Dutzend Polizeibeamte rückte daraufhin an. Buckingham beschrieb in einer gerichtlichen Erklärung, dass er nach dem Öffnen der Tür gefesselt und nach draußen gebracht wurde, während sein Haus durchsucht wurde – ein Erlebnis, das er als tief erschütternd schilderte. Ein LAPD-Ermittler nahm später Kontakt zu Dick über dieselbe Rufnummer auf, über die der Notruf abgesetzt worden war. Dick soll dabei den Anruf eingeräumt haben. Dieser Vorfall bewog Buckingham dazu, Ende 2024 eine einstweilige Verfügung zu beantragen. Im Dezember 2024 wurde ihm diese gewährt: Dick wurde per Gerichtsbeschluss verpflichtet, einen Mindestabstand von 30 Metern zu Buckingham, seiner Frau, seinem Sohn, deren Wohnhäusern und Fahrzeugen einzuhalten – gültig für fünf Jahre.

Physische Angriffe im März 2026

Trotz der bestehenden Verfügung soll Dick die Abstands- und Kontaktverbote im März 2026 mehrfach gebrochen haben. Am 19. März 2026 wird ihr vorgeworfen, Buckinghams Mercedes-Benz mit Graffiti und anderen eingeritzten Inschriften beschädigt sowie ihn mit einem Fahrzeug attackiert zu haben – dieser Vorfall wird als Angriff mit einer gefährlichen Waffe eingestuft. Wenige Tage später, am 25. März 2026, soll Dick in Erfahrung gebracht haben, wo Buckingham in Santa Monica einen Termin hatte. Sie soll ihm dort aufgelauert sein, ihn mit einer unbekannten Substanz übergossen haben und anschließend geflüchtet sein. Der 76-jährige Musiker blieb unverletzt. Ob die Substanz ätzend war, ließ sich nach Angaben aus Ermittlerkreisen zunächst nicht feststellen.

Festnahme in Indiana und Rückführung nach Kalifornien

Nach dem Vorfall vom 25. März gelang Dick zunächst die Flucht. Sie wurde wenig später von Beamten im US-Bundesstaat Indiana festgenommen. Nach ihrer Auslieferung nach Kalifornien plädierte sie am 6. Mai 2026 in allen sieben Anklagepunkten auf nicht schuldig. Die Anklage umfasst neben dem Stalking-Vorwurf auch mehrere schwere Vergehen: Bedrohung mit krimineller Energie, Angriff mit einer gefährlichen Waffe mittels eines Kraftfahrzeugs, schwere Sachbeschädigung sowie Körperverletzung und erneute Bedrohung im Zusammenhang mit dem Vorfall vom 25. März. Hinzu kommt eine separate Anklageschrift wegen einer kriminellen Drohung gegen Buckingham bereits im Dezember 2024.

Verfahrensstand und nächste Schritte

Bei der Anhörung am Dienstag bat Dicks Pflichtverteidigerin das Gericht um eine Fristverlängerung, um die umfangreichen Beweismittel sichten zu können. Richterin Armendariz befragte die Angeklagte direkt, ob sie einer Verzögerung zustimme. Dick begann zunächst, etwas einzuwenden, ließ sich dann aber von ihrer Anwältin beraten und stimmte der Verlegung schließlich zu. Der nächste Anhörungstermin wurde auf den 23. Juni 2026 festgesetzt. Bis dahin verbleibt Dick in Untersuchungshaft; die Kaution liegt bei 300.000 US-Dollar.


Author: Franz Lemmler © 2026 Xenopolias.de

Quellen: Rolling Stone, NBC Los Angeles, NBC News, AceShowbiz, TMZ, Fox News, AOL Entertainment, Rock Cellar Magazine

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