Luca Dell'Orto, CC BY-SA 4.0 <https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0>, via Wikimedia Commons
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Linkin Park performing "Papercut" at the O2 Arena, London (From Zero World Tour). From left to right: Alex Feder (behind), Emily Armstrong, Mike Shinoda and Joe Hahn.

Es war einer jener Momente, die man im Nachhinein als historisch beschreibt. Am 5. September 2024 schalteten sich Millionen Menschen weltweit in einen Livestream, um zu verfolgen, was aus Linkin Park geworden war – sieben Jahre nach dem Tod ihres Frontmanns Chester Bennington. Was folgte, war keine Auflösung, kein Rückblick, kein Tribut. Es war ein Neuanfang. Die Band aus dem kalifornischen Agoura Hills, 1996 von Mike Shinoda, Brad Delson und Rob Bourdon gegründet und aufgestiegen zu einer der meistverkauften Rockbands des 21. Jahrhunderts, präsentierte eine neue Sängerin: Emily Armstrong, zuvor seit 2002 Frontfrau der Rockband Dead Sara. Gleichzeitig wurde Colin Brittain als neuer Schlagzeuger vorgestellt, der zuvor als Produzent für Acts wie G Flip und Illenium gearbeitet hatte. Gründungsdrummer Rob Bourdon trat mit diesem Moment aus der Besetzung heraus.

Chester Bennington und das lange Schweigen

Chester Bennington hatte sich am 20. Juli 2017 das Leben genommen. Der Verlust traf nicht nur die Band, sondern Generationen von Fans weltweit, für die Linkin Parks Musik – von „Hybrid Theory“ über „Meteora“ bis „Minutes to Midnight“ – zu einem unverzichtbaren Klangerlebnis geworden war. Nach einem Gedenkkonzert im Oktober 2017, bei dem die verbleibenden Mitglieder und Gastmusiker mehr als drei Stunden lang spielten, verstummte die Band in weiten Teilen. Mike Shinoda veröffentlichte zwischenzeitlich Solomaterial, das sich künstlerisch auch mit dem Verlust auseinandersetzte. Insgesamt vergingen sieben Jahre, bevor Linkin Park als Band wieder öffentlich auftraten.

Emily Armstrong: Neue Stimme, neues Kapitel

Die Wahl von Emily Armstrong war nach eigenen Angaben der Band nicht das Ergebnis eines öffentlichen Castings, sondern einer langen, intensiven Suche. Mike Shinoda beschrieb es als nahezu unwirklich, erneut eine so prägende Stimme gefunden zu haben. Armstrong brachte eine enorme gesangliche Bandbreite mit – von klaren melodischen Linien bis zu rohen, harten Momenten – und zeigte damit, dass sie dem Erbe der Band zwar nicht gleichen, ihm aber auf eigene Weise gerecht werden konnte. Shinoda machte beim ersten Konzert der Tour deutlich, dass die Rückkehr kein Ersetzen der Vergangenheit sein solle, sondern ein neues Kapitel, das in Erinnerung an den verstorbenen Sänger aufgeschlagen werde.

„From Zero“: Das erste Album seit 2017

Am 15. November 2024 erschien das achte Studioalbum der Band mit dem Titel „From Zero“ über Warner Brothers Records und Machine Shop. Der Name spielte bewusst auf Linkin Parks Anfänge an: Bevor die Band zu Linkin Park wurde, hieß sie Xero. Die Leadsingle „The Emptiness Machine“ erschien bereits im September 2024 und stieg in Deutschland auf Platz eins der Rockcharts. Im Jahr 2024 war Linkin Park die einzige Rockband weltweit, die mehr als zwei Milliarden Streams verzeichnete. Das Album wurde für die Grammy Awards 2026 in den Kategorien Bestes Rockalbum und Beste Rockperformance nominiert. Kritisch wurde das Werk unterschiedlich aufgenommen: Während viele Fans den vertrauten Klang der frühen 2000er-Jahre wiederfanden und Armstrongs Stimme als würdige Ergänzung einordneten, debattierten andere über den emotionalen und künstlerischen Umgang mit Benningtons Erbe. Als polarisierendes Comeback-Album wurde es in jedem Fall breit diskutiert.

Die From Zero World Tour: Zwei Jahre auf den großen Bühnen der Welt

Bereits 2025 startete Linkin Park die From Zero World Tour, die sie durch Nord- und Südamerika, Europa, Asien und Australien führte. In Deutschland standen im Sommer 2025 fünf Konzerte auf dem Programm – unter anderem in Hannover, Berlin, Düsseldorf und Frankfurt –, die innerhalb kürzester Zeit restlos ausverkauft waren. Der Andrang war so groß, dass zahlreiche Fans leer ausgingen und der Druck auf die Band wuchs, für 2026 erneut nach Deutschland zurückzukehren.

Sechs Deutschland-Konzerte im Sommer 2026

Die Antwort auf diesen Druck fiel deutlich aus: Im Juni 2026 spielen Linkin Park insgesamt sechs Mal in Deutschland – vier eigene Stadionshows und zwei Festivalauftritte als Headliner. In Hamburg bespielt die Band gleich zweimal das Volksparkstadion, nachdem die enorme Nachfrage beim Vorverkauf eine Zusatzshow für den 3. Juni notwendig machte. In München sind ebenfalls zwei Auftritte in der Allianz Arena bestätigt, am 11. und 12. Juni, wobei auch hier die zweite Show als Zusatztermin aufgrund massiver Nachfrage hinzugefügt wurde. Die Allianz Arena fungiert dabei als Ausweichstandort für Open-Air-Konzerte, während das Olympiastadion saniert wird. Einlass für alle Stadionkonzerte ist um 18:30 Uhr. Als Voracts bei den Stadionshows wurden Clipse und Phantogram bestätigt.

Hinzu kommen zwei der bedeutendsten Rockfestivals des Landes: Linkin Park sind Headliner beim Rock am Ring am Nürburgring am 5. Juni sowie beim Rock im Park in Nürnberg am 7. Juni. Beide Festivals sind nach aktuellem Stand bereits ausverkauft.

Aktuelle Tourdaten in Deutschland – June 2026:

  1. Juni – Hamburg, Volksparkstadion
  2. Juni – Hamburg, Volksparkstadion (Zusatzshow)
  3. Juni – Nürburg, Rock am Ring (Festival)
  4. Juni – Nürnberg, Rock im Park (Festival)
  5. Juni – München, Allianz Arena
  6. Juni – München, Allianz Arena (Zusatzshow)

Setlist und Live-Erfahrung

Das Konzertprogramm verbindet Klassiker der Bandgeschichte mit neuem Material. Neben Hymnen wie „Crawling“, „Numb“ und „One Step Closer“ stehen auch neuere Titel wie „The Emptiness Machine“ und „Heavy Heavy Is The Crown“ auf dem Spielplan. Fanberichte von früheren Tour-Stationen beschreiben die Shows als energetisch, klanglich präzise und emotional vielschichtig – mit einem Live-Erlebnis, das sowohl der Nostalgie als auch der Gegenwart gerecht wird.


Author: Franz Lemmler © 2026 Xenopolias.de

Quellen: Musikexpress, Ticketmaster DE Blog, Eventim, Visions, Tonspion, Giga, Frontstage Magazine, Paranoyd Magazin, Olympiapark München, Ticketstart, MoreCore, Wikipedia, Rolling Stone, Monkeypress

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