
Es war ein Wochenende der Superlative. Am 22. und 24. Mai 2026 spielten Metallica zwei ausverkaufte Shows im Frankfurter Deutsche Bank Park und schrieben dabei gleich doppelt Geschichte: mit einem neuen Zuschauerrekord für das Heimstadion von Eintracht Frankfurt – und mit einem Moment echter lokaler Verbundenheit, der selbst hartgesottene Fans überraschte.
Über 62.000 Fans pro Abend – ein Rekord für das Waldstadion
Jeweils mehr als 62.000 Besucherinnen und Besucher drängten sich an beiden Abenden in den Deutsche Bank Park und übertrafen damit alle bisherigen Kapazitätswerte in der Geschichte des Stadions. Als wahrscheinlicher Grund gilt die besondere Bühnenkonstruktion der M72 World Tour: Die sogenannte In-the-Round-Bühne befindet sich in der Mitte des Spielfelds und ermöglicht eine ringförmige Bestuhlung rund um die Band, was erheblich mehr Platz für das Publikum schafft als herkömmliche Bühnenaufbauten an einem Ende des Stadions. Der Veranstalter bestätigte offiziell, dass es sich damit um die größten Konzerte handelt, die je im Frankfurter Stadion stattgefunden haben.
M72 World Tour – vier Jahre, vier Millionen Fans
Die laufende M72 World Tour startete im April 2023 in Amsterdam und hat Metallica seitdem vor schätzungsweise vier Millionen Menschen weltweit auf die Bühne gebracht. Im Jahr 2026 umfasst die Europa-Etappe insgesamt 16 Stadionshows in Deutschland, Großbritannien und weiteren Ländern zwischen Mai und Juli. Neben Frankfurt stehen für Deutschland ausschließlich noch Berlin auf dem Programm. Als Special Guests der diesjährigen Europa-Tournee fungieren Pantera, Gojira, Knocked Loose und Avatar – je nach Abend in wechselnder Besetzung. In Frankfurt begleiteten Gojira und Knocked Loose die Band am Freitagabend.
No Repeat Weekend – zwei Nächte, zwei völlig verschiedene Shows
Wie auf der gesamten M72 Tour praktiziert Metallica auch in Frankfurt ihr bewährtes Konzept des sogenannten No Repeat Weekends: Wer an beiden Abenden dabei war, erlebte kein einziges Lied doppelt. Am ersten Abend standen unter anderem Creeping Death, Nothing Else Matters und Master of Puppets auf der Setlist, während am zweiten Abend Whiplash, Fade to Black und Enter Sandman das Programm prägten. Hinzu kamen in beiden Shows jeweils eigenwillige Auftaktcovers: Am Freitag eröffnete die Band mit dem AC/DC-Klassiker It’s a Long Way to the Top. Die aufwendige Bühnenproduktion, für deren Transport allein in Europa 87 Lastwagen im Einsatz sind, gehört zu den größten Touropheraten, die derzeit überhaupt auf Stadiontournee sind.
Das Doodle – und ein Geschenk an Frankfurt
Den emotionalen Höhepunkt des ersten Abends lieferte jedoch kein Metallica-Song, sondern ein kurzes, unangekündigtes Intermezzo der ganz besonderen Art. Im Rahmen der von der Band intern als „Doodle“ bezeichneten Einlage – ein reduziertes Duo-Stück, das Gitarrist Kirk Hammett und Bassist Robert Trujillo bei jedem Tourtermin mit einem lokalen oder musikalisch persönlich bedeutsamen Stück füllen – griffen die beiden am 22. Mai zur wohl treffendsten aller möglichen Hommagen an Frankfurt: Sie spielten Schwarz-Weiß wie Schnee, die von der Frankfurter Thrash-Metal-Institution Tankard eingespielte inoffizielle Hymne von Eintracht Frankfurt. Trujillo übernahm dabei den Gesang und begleitete sich selbst am Bass, Hammett spielte Gitarre. Das Stadion sang aus vollen Kehlen mit. Für Metallica ist das Doodle eine längst etablierte Tradition: Die Idee entstand nach eigenen Angaben während einer Europatournee, als die Band feststellte, dass lokale oder überraschende Stücke beim Publikum ungleich stärker ankamen als bekannte Eigenkompositionen. In Frankfurt demonstrierten Hammett und Trujillo damit einmal mehr, dass sie genau wissen, wo sie spielen – und dass sie das ernst nehmen.
Tankard – Frankfurts thrashende Herzen seit 1982
Dass ausgerechnet Tankard für diesen Moment herhalten durfte, ist kein Zufall, sondern eine Verbeugung vor einer der authentischsten Bands der deutschen Metal-Szene. Tankard wurden 1982 in Frankfurt gegründet, bezeichnen ihren Stil selbstironisch als alkoholischen Thrash Metal und sind der Stadt am Main bis heute treu geblieben. Schwarz-Weiß wie Schnee erschien ursprünglich als EP im Jahr 2017 und ist längst zu einem festen Bestandteil der Eintracht-Stadionkultur geworden. Dass diese Hymne nun auf einer der größten Stadiontourneen der Welt vor über 62.000 Menschen erklang, dürfte Sänger Andreas Geremia, besser bekannt als Gerre, und seine Mitstreiter mit einigem Wohlgefallen zur Kenntnis genommen haben.
Gesellschaftliches Engagement – Gutes tun auf Welttournee
Neben der musikalischen Dimension setzt Metallica auch auf dieser Tour ihr soziales Engagement fort. Bei jedem Konzert weltweit fließt ein Teil der Ticketerlöse an lokale Wohltätigkeitsorganisationen, koordiniert über die bandeigene Stiftung All Within My Hands, die seit ihrer Gründung im Jahr 2017 nach eigenen Angaben mehr als 20 Millionen US-Dollar für Berufsbildung, Lebensmittelsicherheit und Katastrophenhilfe gesammelt hat.
Kommende Auftritte
Berlin, 30. Mai 2026, Olympiastadion. Mit dabei als Special Guests: Gojira und Knocked Loose.
Author: Franz Lemmler © 2026 Xenopolias.de
Quellen: Metal Hammer, Musikexpress, The Circle, Hessenschau, CityGuide Rhein-Neckar, Paranoyd Magazin, Blabbermouth, Wikipedia
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