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Christian Ulmen und Collien Ulmen-Fernandes beim Deutschen Fernsehpreis 2012

Im Zuge der Vorwürfe, die Collien Fernandes gegen ihren Ex-Mann, den Schauspieler und Entertainer Christian Ulmen, erhoben hat, ist die Angelegenheit nun in ein offizielles Strafverfahren übergegangen. Die Staatsanwaltschaft Potsdam bestätigte am Dienstag, den 26. Mai 2026, auf Anfrage der Potsdamer Neuesten Nachrichten, dass gegen Ulmen ein Ermittlungsverfahren eingeleitet wurde. Grundlage sei ein begründeter Anfangsverdacht wegen Körperverletzung im Rahmen häuslicher Gewalt, so die zuständige Sprecherin der Behörde. Für Christian Ulmen gilt, wie in jedem Ermittlungsverfahren, die Unschuldsvermutung.

Die Vorwürfe – physische und digitale Gewalt

Die Ermittlungen beziehen sich auf mehrere Vorfälle, die sich den Behördenangaben zufolge in den Jahren 2022 und 2023 ereignet haben sollen, während das damalige Ehepaar gemeinsam auf Mallorca lebte. Bereits zuvor hatte ein Polizeieinsatz in Palma de Mallorca zu einem Verfahren in Spanien geführt, das jedoch damals eingestellt worden war. Nachdem Fernandes Ende 2025 in Deutschland Anzeige erstattet hatte, wurde der Fall von der deutschen Justiz aufgegriffen und das Verfahren nach Deutschland übergeben. Neben dem Vorwurf der körperlichen Gewalt stehen auch Vorwürfe im Raum, die sogenannte digitale Gewalt betreffen. Laut übereinstimmenden Berichten soll Ulmen über mehrere Jahre hinweg Fake-Profile in Fernandes‘ Namen in sozialen Netzwerken betrieben und darüber mit Männern in ihrem Namen kommuniziert haben, wobei auch computergenerierte pornografische Inhalte mit ihrer Ähnlichkeit verschickt worden sein sollen. Die Staatsanwaltschaft erklärte, diese Aspekte befänden sich noch in der Prüfung. Zu weiteren Details äußerten sich die Behörden zum Schutz der laufenden Ermittlungen nicht.

Trennung nach 15 Jahren – das Ende einer prominenten Ehe

Collien Fernandes und Christian Ulmen lernten sich im August 2010 kennen und heirateten im Juni 2011. Im April 2012 kam ihre gemeinsame Tochter zur Welt. 2023 verlegte die Familie ihren Wohnsitz von Potsdam nach Mallorca. Im September 2025 gaben beide ihre Trennung öffentlich bekannt, im Februar 2026 wurde die Ehe in Palma geschieden. Collien Fernandes, 1981 in Hamburg als Tochter eines indisch-portugiesischen Vaters und einer ungarisch-deutschen Mutter geboren, ist als Moderatorin und Schauspielerin bekannt und tritt seit der Trennung wieder unter ihrem Geburtsnamen Fernandes auf. Christian Ulmen, 1975 in Neuwied geboren, ist durch zahlreiche TV-Formate und seine Rolle im Weimarer Tatort-Ableger bekannt geworden.

Ulmens Anwalt und der Rechtsstreit mit dem Spiegel

Erstmals öffentlich wurde das Thema im März 2026, als das Nachrichtenmagazin Der Spiegel über die Vorwürfe berichtete. In Reaktion darauf beauftragte Ulmen den bekannten Medienanwalt Christian Schertz, juristisch gegen die Berichterstattung vorzugehen. Schertz erklärte, die Veröffentlichung verbreite unwahre Tatsachenbehauptungen, die auf einer einseitigen Darstellung beruhten. Ulmen selbst hat sich bisher nicht öffentlich zu den Vorwürfen geäußert.

Politische Dimension – Debatte über digitale Gewalt

Der Fall hat in Deutschland eine breitere gesellschaftliche Debatte angestoßen. Bundesjustizministerin Stefanie Hubig von der SPD kündigte an, bestehende Gesetzeslücken im Bereich digitaler Gewalt schließen zu wollen. Auch Brandenburgs Justizminister Benjamin Grimm von der SPD unterstützt diese Pläne und verwies darauf, dass im digitalen Bereich erhebliche rechtliche Lücken bestünden, die dringend geschlossen werden müssten. Die frühere Grünen-Vorsitzende Ricarda Lang meldete sich ebenfalls öffentlich zu Wort und forderte sowohl politisches Handeln als auch gesellschaftliche Solidarität mit betroffenen Frauen. Sie berichtete dabei, selbst Erfahrungen mit digitaler Gewalt gemacht zu haben.

Ein Fall mit Signalwirkung

Unabhängig vom Ausgang des Strafverfahrens hat der Fall Fernandes gegen Ulmen bereits jetzt eine Wirkung erzielt, die über das persönliche Schicksal der Beteiligten hinausgeht. Er hat das Thema digitale Gewalt – das unbefugte Erstellen, Manipulieren und Verbreiten von intimen oder sexualisierten Darstellungen – in den öffentlichen und politischen Fokus gerückt. Dass solche Handlungen bislang strafrechtlich nur schwer zu fassen sind, gilt inzwischen parteiübergreifend als Problem. Fernandes selbst hat öffentlich erklärt, sich durch die mutmaßlichen Vorgänge in ihrer Würde und Intimsphäre schwerwiegend verletzt gefühlt zu haben.


Author: Franz Lemmler © 2026 Xenopolias.de

Quellen: Potsdamer Neueste Nachrichten, Tagesspiegel, T-Online, Der Spiegel, Der Bund, Yahoo Nachrichten, Wikipedia

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