wonker from London, United Kingdom, CC BY 2.0 <https://creativecommons.org/licenses/by/2.0>, via Wikimedia Commons
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Played the classic and a Teenage Mutant Hero Turtles song, thats it. Got to see Ice Ice Baby anyhow. Prefered the Gurdain Stage then this new shitty cocktail bar.

Was als patriotische Jubiläumsfeier für das 250-jährige Bestehen der Vereinigten Staaten angekündigt wurde, entwickelte sich innerhalb weniger Stunden zu einem medialen Durcheinander. Am 27. Mai 2026 veröffentlichte die Organisation Freedom 250 – eine öffentlich-private Partnerschaft, die im Auftrag der Trump-Administration das Jubiläumsjahr koordiniert – die erste Künstlerwelle für die sogenannte „Great American State Fair“ auf der National Mall in Washington D.C. Das Konzertfestival ist vom 25. Juni bis zum 10. Juli 2026 geplant und soll alle 50 US-Bundesstaaten sowie Territorien in einer Art Weltausstellungsformat vereinen. Neben Konzerten sind Ausstellungen, Kulturprogramme und staatliche Pavillons zwischen dem Kapitol und dem Washington Monument geplant. Die Veranstaltung wird offiziell als überparteilich beschrieben, wird jedoch allgemein mit der Trump-Administration in Verbindung gebracht.

Ein Lineup aus den 1990ern – und sofort Gegenwind

Die angekündigten Künstler lasen sich wie eine Zeitreise ins Jahrzehnt der Überschwemmungsrapper und One-Hit-Wonder: Vanilla Ice, Young MC, C+C Music Factory, Milli Vanilli, die Commodores, Flo Rida, Bret Michaels und Martina McBride. Kaum waren die Namen öffentlich, hagelte es in sozialen Netzwerken Kommentare, die das Programm als schlechteste Konzertbesetzung aller Zeiten bezeichneten. Doch die Reaktion aus dem Netz war weniger brisant als jene der Künstler selbst.

Morris Day: Klare Absage ohne Umschweife

Morris Day, Frontmann der Funk-Legende Morris Day and the Time aus Minneapolis, war einer der ersten, der öffentlich reagierte. Per Instagram-Posting ließ er wissen, dass sein Ensemble entgegen der Ankündigung nicht auftreten werde. Sein kurzes Statement, in dem er die Teilnahme mit einem nüchternen Nein kommentierte, machte die Runde und setzte den Ton für weitere Rückzüge.

Young MC: Kein Bock auf politische Vereinnahmung

Rapper Young MC folgte wenige Stunden später. In einer öffentlichen Erklärung machte er deutlich, dass die auftretenden Künstler zu keiner Zeit über eine politische Verbindung der Veranstaltung informiert worden seien. Er habe seine Agenten angewiesen, die Teilnahme zurückzuziehen, und äußerte den Wunsch, in Washington D.C. künftig bei einem weniger politisch aufgeladenen Event aufzutreten. Er bezeichnete das Vorgehen der Veranstalter als eine Art Täuschungsmanöver: Man habe den Künstlern ein Bild präsentiert, das nicht der Realität entsprach.

Freedom Williams: Acht Minuten Sprengstoff aus dem Badezimmer

Den denkwürdigsten Auftritt in dieser Causa lieferte Freedom Williams, der Rapper und aktuelle Rechteinhaber von C+C Music Factory. Das originale Duo, das mit Titeln wie „Gonna Make You Sweat (Everybody Dance Now)“ in den frühen 1990er Jahren Weltruhm erlangte, existiert in seiner Gründungsbesetzung längst nicht mehr: Mitgründer David Cole starb 1995, Robert Clivillés hat sich zurückgezogen. Williams, das einzige verbliebene Originalmitglied, postete ein rund achtminütiges Video auf Instagram – nach eigener Aussage von der Toilette aus aufgenommen. In dem ausschweifenden, mit zahlreichen Kraftausdrücken gespickten Monolog schilderte er, wie er von allen Seiten mit Nachrichten überflutet wurde, nachdem sein Name in Verbindung mit der Veranstaltung aufgetaucht war. Er betonte mehrfach, kein Anhänger Trumps zu sein, machte aber gleichzeitig deutlich, dass er sich von niemandem vorschreiben lasse, wo er auftreten dürfe oder nicht. Am Ende ließ er es offen, ob C+C Music Factory bei der Veranstaltung dabei sein werde oder nicht. Clivillés veröffentlichte derweil eine separate Mitteilung, in der er klarstellte, dass Williams‘ politische Äußerungen ausschließlich seine persönliche Meinung darstellten und nichts mit der offiziellen Haltung der Marke C+C Music Factory zu tun hätten.

Vanilla Ice: Dabei und stolz drauf

Während andere Künstler den Rückzug antraten, stellte sich Vanilla Ice klar hinter die Veranstaltung. Sein Management bestätigte die Teilnahme und ließ ausrichten, der Rapper sei stolz darauf, an der Feier zum 250. Jahrestag Amerikas mitzuwirken.

Weitere Absagen und fragwürdige Ankündigungen

Auch die Commodores und Country-Sängerin Martina McBride schlossen sich dem Kreis der Absagenden an und erklärten öffentlich, nicht auftreten zu wollen. Besonders pikant war zudem die Ankündigung von Milli Vanilli als Auftrittskünstler. Das Pop-Duo wurde Ende der 1980er durch den Grammy-Skandal bekannt, nachdem herauskam, dass die beiden Frontmänner Fab Morvan und Rob Pilatus ihre Lieder nicht selbst gesungen hatten. Pilatus starb 1998. Die tatsächlichen Studiosängerinnen hinter dem Sound, die Schwestern Jodie und Linda Rocco, erklärten gegenüber der Nachrichtenagentur AP, sie seien nie für einen Auftritt angefragt worden und zeigten sich überrascht, den Gruppennamen auf dem offiziellen Flyer zu sehen. Unklar blieb zunächst, ob Fab Morvan als verbliebener Frontmann auftreten würde.

Ein Jubiläum in der Krise seiner eigenen Planung

Freedom 250 beschreibt sich als überparteiliche Organisation, steht jedoch in direkter Verbindung mit der Trump-Administration. Präsident Trump hatte das Programm ins Leben gerufen und sich persönlich als Vorsitzender des zugehörigen Koordinationsgremiums eingetragen. Das Chaos um die Künstlerbesetzung wirft ein Schlaglicht auf die Planung des Events: Offenbar wurden Künstler angekündigt, ohne dass zuvor abgesichert worden war, ob diese überhaupt informiert und einverstanden waren. Die Veranstaltung selbst – mit einem 110 Meter hohen Riesenrad, Militärvorführungen, staatlichen Kulturpavillons und einem Feuerwerk, das als das größte der Geschichte angekündigt wird – soll trotz allem stattfinden.


Author: Franz Lemmler © 2026 Xenopolias.de

Quellen: Rolling Stone, Variety, The Hollywood Reporter, Stereogum, TMZ, NBC News, NBC Washington, CBS News, Fox 5 DC, The Hill, Spectrum Local News

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