The Come Up Show, CC BY 2.0 <https://creativecommons.org/licenses/by/2.0>, via Wikimedia Commons
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Drake Summer Sixteen Tour 2016 in Toronto

Die Musikwelt schaut seit Ende Mai 2026 auf eine Leistung, die selbst hartgesottene Chartbeobachter staunen lässt. Drake, der 39-jährige Rapper aus Toronto, hat mit dem Song „Janice STFU“ die Spitzenposition der Billboard Hot 100 erreicht und damit gleichzeitig einen der langlebigsten Rekorde der Popgeschichte gebrochen. Mit diesem vierzehnten Nummer-eins-Hit übertrifft er Michael Jackson, der bis dahin mit 13 Chartspitzen als erfolgreichster männlicher Solokünstler in der Geschichte der US-Singlechart galt. Drake steht damit nun auf einer Stufe mit Taylor Swift und Rihanna, die ebenfalls 14 Nummer-eins-Hits aufweisen. Nur Mariah Carey mit 19 sowie die Beatles mit 20 Spitzenpositionen liegen noch vor ihm.

Eine Trilogie als Paukenschlag – drei Alben auf einmal

Hinter dem Rekord steckt ein ungewöhnlicher Veröffentlichungsschachzug, der die Musikindustrie überraschte. Am 15. Mai 2026 veröffentlichte Drake nicht ein, sondern gleich drei Studioalben gleichzeitig: „Iceman“, „Habibti“ und „Maid of Honour“ – alle drei um Mitternacht Ostküstenzeit über sein Label OVO Sound in Zusammenarbeit mit Republic Records. Es handelt sich dabei um sein neuntes, zehntes und elftes Studioalbum. Ursprünglich hatte er lediglich „Iceman“ angekündigt und die Veröffentlichung mit einer ungewöhnlichen Marketingaktion beworben: Er ließ das Erscheinungsdatum in einem überdimensionalen Eisblock mitten in der Innenstadt von Toronto einfrieren, der von einem Twitch-Streamer aufgetaut und enthüllt wurde. Am Ende seines vierteiligen Livestreams zog Drake dann drei Festplatten hervor und verkündete den simultanen Dreifach-Drop. Zusammen umfassen die drei Alben 43 Tracks mit Gastbeiträgen von Künstlern wie Future, 21 Savage, Sexyy Red, Central Cee und Popcaan.

„Iceman“ als emotionaler Kern der Trilogie

„Iceman“ gilt als das zentrale der drei Werke und enthält 18 Songs, produziert unter anderem von Drakes langjährigem Kollaborationspartner Noah „40″ Shebib. Das Album adressiert offen die intensive öffentliche Fehde mit dem Rapper Kendrick Lamar aus dem Jahr 2024, die Drakes Ansehen in Teilen der Musikbranche erheblich belastet hatte. „Habibti“ und „Maid of Honour“ bewegen sich klanglich in anderen Gefilden: Letzteres ist stark von Club-, House- und Elektromusik geprägt und wurde von Kritikern für seine stilistische Breite und kulturelle Vielfalt gelobt. Die Cover-Gestaltung von „Iceman“ enthält mit einem Handschuh aus Strasssteinchen eine offensichtliche Referenz an Michael Jackson – jenen Künstler, dessen Rekord Drake kurz darauf brechen sollte.

42 Songs in einer einzigen Chartwoche – historisches Allzeithoch

Neben dem Nummer-eins-Rekord schrieb Drake in derselben Chartwoche noch weitere Bestmarken. Mit insgesamt 42 gleichzeitig in der Hot 100 platzierten Songs übertraf er den bisherigen Rekord von Morgan Wallen, der im Jahr 2025 mit 37 Einträgen in einer Woche den bis dahin geltenden Höchstwert markiert hatte. Von Drakes 42 platzierten Titeln debütierten allein 40 in dieser einen Woche neu, womit er seine Gesamtzahl an Hot-100-Einträgen in der Karriere auf 402 schraubte – als erster Künstler überhaupt, der die Marke von 400 Einträgen durchbrach. Neun der zehn meistgestreamten Singles dieser Woche stammten aus seiner Feder, was die Top Ten der Singlechart nahezu vollständig beherrschte. Lediglich auf Platz fünf hielt sich mit Ella Langleys „Choosin‘ Texas“ ein fremder Titel. Seine Gesamtzahl an Top-10-Treffern in der Hot 100 stieg auf 90 – weit vor Taylor Swift, die mit 69 Top-10-Platzierungen auf Rang zwei folgt.

Auch die Albumcharts komplett dominiert

Das Dominanzspektakel spielte sich nicht allein in der Singlechart ab. Auf dem Billboard 200, der maßgeblichen US-Albumrangliste (datiert auf den 30. Mai 2026), belegten „Iceman“, „Habibti“ und „Maid of Honour“ die Plätze eins, zwei und drei – ein Novum in der gesamten Chartgeschichte. Noch nie zuvor hatte ein einzelner Künstler gleichzeitig die drei obersten Positionen der US-Albumrangliste für sich beansprucht.

Streamingzahlen und Einordnung

„Janice STFU“ verzeichnete in der Debütwoche rund 40,7 Millionen offizielle Streams und erzielte damit die zweiterfolgreichste Streaming-Woche des laufenden Jahres. Lediglich Bad Bunnys „DtMF“, das im Februar 2026 im Fahrwind seines Super-Bowl-Auftritts auf über 43 Millionen Streams kam, übertraf diesen Wert. Zugleich ist es der meistgestreamte R&B- und Hip-Hop-Track seit dem gemeinsamen Song von Kendrick Lamar und SZA im Frühjahr 2025. Drakes Rekorde entstehen in einem Musikmarkt, der sich grundlegend von jenem unterscheidet, in dem Michael Jackson seine Nummer-eins-Hits erzielte. Damals bestimmten Plattenverkäufe und Radioreichweiten den Erfolg, heute dominieren Streamingplattformen und globale digitale Fangemeinschaften die Charts. Kritiker weisen darauf hin, dass die gleichzeitige Veröffentlichung einer Vielzahl von Songs naturgemäß höhere Chartpräsenz erzeugt als klassische Single-Strategien – was die Zahlen gleichwohl nicht schmälert, sie aber in ihren Kontext einbettet.

Comeback nach turbulenter Phase

Für Drake markieren die Veröffentlichungen gleichzeitig eine Rückkehr ins Rampenlicht nach einer turbulenten Phase. Die öffentliche Auseinandersetzung mit Kendrick Lamar im Jahr 2024, in deren Verlauf Lamars Diss-Track „Not Like Us“ mehrere Grammys gewann und Drakes öffentliches Ansehen beschädigte, hatte die Erwartungen an sein Comeback enorm aufgeladen. Die Tatsache, dass er diese Rückkehr nun mit einer historischen Chartwoche verbindet, unterstreicht seine nach wie vor außerordentliche Marktmacht – unabhängig davon, wie unterschiedlich die Kritik die künstlerische Qualität der drei Alben bewertet.


Author: Franz Lemmler © 2026 Xenopolias.de

Quellen: Billboard, CBC News, CP24, Variety, Rolling Stone, Abendzeitung München, ms-aktuell.de, inmusicblog.com, Consequence, Wikipedia, Parade

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