
Ende Mai 2026 sorgte eine dreiste Falschmeldung im Internet für kollektiven Schrecken unter Musikfans weltweit: Barry Gibb, das letzte lebende Gründungsmitglied der legendären Bee Gees, wurde in sozialen Netzwerken für tot erklärt. Doch die Aufregung war unbegründet. Gibbs Familienumfeld stellte gegenüber dem amerikanischen Promiportal TMZ unmissverständlich klar, dass der 79-Jährige wohlauf ist und sein Leben auf seinem Anwesen in der Nähe von Miami in Florida in bester Verfassung genießt.
Wie die Falschmeldung entstand und sich verbreitete
Ausgangspunkt des Gerüchts war eine Facebook-Seite mit dem Titel R.I.P. Barry Gibb, auf der behauptet wurde, der Sänger sei im Alter von 79 Jahren verstorben. Der Beitrag enthielt zahlreiche frei erfundene Angaben und Details, die jeder sachlichen Grundlage entbehrten. Dennoch verbreitete sich die Seite rasend schnell und wurde nach übereinstimmenden Berichten fast eine Million Mal mit einem Like versehen, bevor sie schließlich nicht mehr auffindbar war. Zahlreiche weitere Accounts griffen das Thema auf und nutzten die Aufmerksamkeit, um selbst Reichweite zu generieren. Besonders perfide: Mehrere Nutzer veröffentlichten mit Hilfe von KI-Werkzeugen eigens generierte Bilder, auf denen Gibb angeblich in einem Krankenhausbett oder gar im Sarg zu sehen war. Diese gefälschten Bilder verstärkten die Wirkung der Fehlinformation erheblich und ließen sie für viele Fans zunächst glaubwürdig erscheinen.
Familie stellt klar: Barry Gibb ist gesund
Das Familienumfeld des Musikers reagierte prompt und dementierte die Todesmeldung öffentlich. Gibb lebe glücklich und gesund in Miami, hieß es. Die Richtigstellung verbreitete sich zwar ebenfalls schnell, doch wie so oft im digitalen Zeitalter hatte die Falschmeldung da bereits einen langen Weg durch Newsfeeds und Messenger-Dienste hinter sich. Viele Fans hatten der Meldung zunächst Glauben geschenkt und entsprechende Beileidsbekundungen und Reaktionen verfasst, bevor die Entwarnung sie erreichte.
Kein Einzelfall – Stars werden regelmäßig fälschlich für tot erklärt
Barry Gibb reiht sich damit in eine lange Liste prominenter Persönlichkeiten ein, die das Internet schon zu Lebzeiten zu Grabe getragen hat. Musikstars wie Justin Bieber oder Jon Bon Jovi wurden ebenfalls bereits Opfer solcher Sterbegerüchte. Das Muster ist dabei stets ähnlich: Eine zunächst glaubwürdig wirkende Ausgangsbehauptung, schnelle Weiterverbreitung durch Likes und Shares, Verstärkung durch weitere Falschberichte und schließlich das mühsame Zurückrudern der Realität gegen die digitale Eigendynamik. Die zunehmende Verfügbarkeit von KI-Bildgenerierungswerkzeugen verleiht solchen Kampagnen eine neue Dimension der Täuschung: Wer ein KI-generiertes Krankenhausbett-Foto sieht, zweifelt schneller, als es gesunder Medienskepsis lieb ist.
Wer ist Barry Gibb?
Barry Alan Crompton Gibb wurde am 1. September 1946 auf der Isle of Man geboren. Als ältestes der Gibb-Geschwister gründete er 1958 gemeinsam mit seinen jüngeren Brüdern, den Zwillingen Robin und Maurice, die Bee Gees. Was zunächst als Teenagerband begann, entwickelte sich zu einem der kommerziell erfolgreichsten Musikprojekte der Popgeschichte. Die Bee Gees verkauften nach unterschiedlichen Schätzungen über 200 Millionen Tonträger weltweit und gelten laut Guinness-Buch der Rekorde als die erfolgreichste Familienband aller Zeiten.
Ihr Sound prägte gleich mehrere Epochen der Popmusik: Vom frühen britischen Beat über melancholische Balladen der frühen 1970er-Jahre bis hin zur Disco-Ära, in der Hits wie Stayin‘ Alive, Night Fever, How Deep Is Your Love und Tragedy zu weltweiten Klassikern wurden. Der Soundtrack zum Kinofilm Saturday Night Fever aus dem Jahr 1977, für den die Bee Gees den Großteil der Musik beisteuerten, zählt bis heute zu den meistverkauften Alben der Musikgeschichte.
Der letzte der Brüder
Barry Gibb ist heute das einzige noch lebende Gründungsmitglied der Bee Gees. Sein jüngerer Bruder Andy, der nicht zur Band gehörte, aber ebenfalls eine Solokarriere verfolgte, starb 1988 im Alter von 30 Jahren. Maurice Gibb erlag 2003 im Alter von 53 Jahren den Folgen einer Darmerkrankung. Sein Zwillingsbruder Robin verlor 2012 mit 62 Jahren den Kampf gegen den Krebs.
Nach dem Tod seiner Brüder zog sich Gibb zunächst zeitweilig aus der Musik zurück, fand aber nach einigen Jahren zurück zu ihr. 2016 veröffentlichte er das Solo-Album In the Now, das er gemeinsam mit seinen Söhnen erarbeitete. Im Januar 2021 folgte Greenfields: The Gibb Brothers‘ Songbook, ein vom Country-Sound geprägtes Album, auf dem Gibb Klassiker der Bee Gees im Duett mit Künstlerinnen und Künstlern wie Dolly Parton und Keith Urban neu interpretierte. Bereits 2018 wurde Gibb von Prinz Charles für seine Verdienste um die Musik zum Ritter geschlagen – seither darf er den Titel Sir tragen. Barry Gibb versteht sich als Hüter des musikalischen Erbes seiner Familie und hat mehrfach erklärt, dass es seine Mission sei, die Musik der Bee Gees am Leben zu erhalten.
Author: Franz Lemmler © 2026 Xenopolias.de (Xenopolias.de)
Quellen: Musikexpress, 20 Minuten, TMZ, news.de, WEB.DE, Promipool, Entertainment Weekly, The Daily Beast