
Am 30. Mai 2026 verwandelte sich das Berliner Olympiastadion in den wohl lautesten Ort Deutschlands. Metallica gastierten im Rahmen ihrer M72 World Tour in der Hauptstadt und setzten dabei gleich mehrere Maßstäbe: Das Konzert wurde zum größten, das je im Olympiastadion stattgefunden hat. Rund 95.000 Fans strömten auf das Gelände – eine Zahl, die den bisherigen Berliner Konzertrekord übertraf, den zuvor U2 mit einer ähnlichen Bühnenkonstruktion im Jahr 2009 gehalten hatten.
Stunden vor dem Konzert: Eine Völkerwanderung in Kutten
Bereits am frühen Nachmittag bildeten sich lange Schlangen rund ums Olympiastadion. Fans aus ganz Deutschland und dem europäischen Ausland reisten an – viele in traditionellen Denim- und Lederkutten mit aufgenähten Bandpatches, andere mit kleinen Kindern auf der Schulter. Für zahlreiche Besucher war es das erste Metallica-Konzert überhaupt, ein lang ersehnter Moment auf ihrer persönlichen Konzertliste. Die Stimmung vor dem Einlass wurde übereinstimmend als ausgelassen und freundlich beschrieben, die aufwendigen Sicherheitskontrollen mit Bodychecks und strengen Taschenverboten liefen nach Berichten reibungslos ab.
Die 360-Grad-Bühne als Herzstück
Das Besondere dieses Abends war einmal mehr die riesige In-the-Round-Bühne, die mittig im Stadioninnenraum aufgebaut war. Anders als bei klassischen Konzertproduktionen spielte die Band nicht in eine Richtung, sondern in einem Kreis rund um sich herum – das Publikum umschloss die Bühne von allen Seiten. Der sogenannte Snake Pit direkt unter der Bühnenkonstruktion sowie der Golden Circle um ihn herum sorgten für ein besonders intensives Erlebnis in unmittelbarer Nähe zur Band. Durch diese Aufstellung konnte das Olympiastadion deutlich mehr Zuschauer aufnehmen als bei herkömmlichem Bühnenaufbau, was die Rekordmarke von 95.000 Menschen erst ermöglichte.
Das Vorprogramm: Knocked Loose und Gojira heizen ein
Den Abend eröffneten die amerikanischen Hardcore-Punks Knocked Loose, die dem früh erschienenen Publikum bereits einen ersten Vorgeschmack auf die brachiale Seite des Abends gaben. Als zweite Vorband betrat die französische Progressive-Metal-Band Gojira die Bühne, die spätestens seit ihrem aufsehenerregenden Auftritt bei der Eröffnungsfeier der Olympischen Spiele 2024 in Paris einem weltweiten Massenpublikum bekannt ist. Beide Acts ernteten begeisterten Zuspruch und setzten die Latte für den Hauptact hoch.
Metallica eröffnen und reißen das Stadion mit
Kurz nach 20 Uhr betrat Metallica die Bühne. Die Klassiker Enter Sandman, Master of Puppets und One zählten zu den emotionalsten Momenten des Abends und lösten kollektive Gänsehautwellen durch das Stadion aus. Nothing Else Matters wurde zu einem der eindringlichsten Mitsing-Momente, bei dem 95.000 Stimmen gleichzeitig die Melodie in den Berliner Abendhimmel schickten. Besonders bemerkt wurde ein kurzer Einschub, bei dem Gitarrist Kirk Hammett und Bassist Robert Trujillo gemeinsam Teile von Rammsteins Sonne anspielten – ein Berlin-Moment, der das Publikum sofort begeisterte. One wurde von einer spektakulären Pyroshow begleitet, die auch auf den Rängen ganz oben sichtbar war.
Ein Finale mit Feuerwerk über dem Stadionring
Den Abschluss des Konzerts markierte ein Feuerwerk, das rund um das Stadiondach abgefeuert wurde und den ohnehin schon beeindruckenden Abend mit einem zusätzlichen visuellen Ausrufezeichen krönte. Während Rauch über der 360-Grad-Bühne hing und das Publikum in der Stille nach dem letzten Song kaum anfassen konnte, was gerade passiert war, herrschte in den Berichten übereinstimmend ein Tenor: Dieser Abend war außergewöhnlich. Das Konzert endete nach rund eineindreiviertel Stunden Hauptprogramm gegen 22:10 Uhr.
Ein Abend, der nachwirkt
Das Berliner Konzert war Teil der finalen europäischen Etappe der M72 World Tour, die im April 2023 in Amsterdam startete und im Juli 2026 nach mehr als 99 Shows enden wird. In der Hauptstadt hinterließ Metallica einen Abend, der nicht nur wegen des Rekords in Erinnerung bleiben wird, sondern wegen der Energie, Präzision und emotionalen Wucht einer Band, die nach über vier Jahrzehnten nichts von ihrer Fähigkeit eingebüßt hat, Menschen zu erschüttern.
Author: Franz Lemmler © 2026 Xenopolias.de (Xenopolias.de)
Quellen: Berliner Magazin, Tagesspiegel, Musikexpress, Rolling Stone Deutschland, Welt der Legenden, Joyn Newstime, Olympiastadion Berlin, Setlist.fm, Wikipedia