Fulton County Sheriff's Office, State of Georgia, Public domain, via Wikimedia Commons
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Donald Trump's mug shot

Es ist eine klare juristische Niederlage für Donald Trump: Ein US-Bundesrichter in Washington hat am 29. Mai 2026 entschieden, dass der Name des Präsidenten rechtswidrig an der Fassade des John F. Kennedy Center for the Performing Arts angebracht worden war. Das Gericht ordnete an, dass Trumps Name vom Gebäude entfernt werden muss und der historische Name des Kulturzentrums erhalten bleibt. Zugleich wurde die von Trump geplante mehrstündige Schließung des Hauses für Renovierungsarbeiten vorerst gestoppt.

Wie es zur Umbenennung kam

Im Dezember 2025 hatte ein von Trump besetztes Gremium, der Vorstand des Kennedy Centers, abgestimmt und mehrheitlich beschlossen, das renommierte nationale Kulturzentrum in Trump-Kennedy Center umzubenennen. Weiße-Haus-Sprecherin Karoline Leavitt verkündete die Entscheidung über soziale Medien und bezeichnete sie als Ausdruck der Arbeit des Präsidenten für das Haus. Bereits am folgenden Tag war neue Beschilderung am Gebäude angebracht. Die Entscheidung rief umgehend Protest hervor – nicht zuletzt aus der Familie des ermordeten Präsidenten John F. Kennedy, dessen Andenken das Haus seit seiner Gründung gewidmet ist.

Warum nur der Kongress die Umbenennung vornehmen kann

Das Gericht stützte seine Entscheidung auf eine verfassungsrechtlich klare Argumentation: Es war der Kongress der Vereinigten Staaten, der dem Kulturzentrum bei seiner Gründung seinen Namen gegeben hatte. Folglich liegt auch die Befugnis zur Änderung dieses Namens ausschließlich beim Kongress. Ein von der Exekutive eingesetzter Vorstand habe diese Kompetenz nicht, und Trumps Administration habe mit der Umbenennung in die legislative Sphäre eingegriffen. Das Gericht untersagte darüber hinaus auch die geplante zweijährige Schließung des Hauses zu Renovierungszwecken, die Trump für den Sommer 2026 angekündigt hatte.

Die Klage und ihre Initiatorin

Auf den Weg gebracht worden war das Verfahren von der demokratischen Abgeordneten Joyce Beatty aus dem Bundesstaat Ohio. Beatty ist als Ex-officio-Mitglied im Vorstand des Kennedy Centers vertreten und hatte bereits bei der Abstimmung im Dezember bestritten, dass der Beschluss einstimmig gewesen sei, wie von der Weißen-Haus-Sprecherin behauptet. Unterstützt wurde die Klage von der Organisation Democracy Defenders Action. Die Argumentation der Kläger deckte sich mit dem späteren Urteil: Der Kongress habe in seiner ursprünglichen Gesetzgebung eindeutig festgelegt, dass das Haus nach Präsident Kennedy benannt sei – und keine Exekutivgewalt könne das eigenmächtig ändern.

Trumps Reaktion: Wut, Rückzug und Ankündigungen

Trump reagierte auf das Urteil mit scharfer Kritik am zuständigen Richter. Auf seiner Plattform Truth Social schrieb er, kein Präsident in der Geschichte der Vereinigten Staaten sei von den Gerichten so ungerecht behandelt worden wie er. Eine Berufung gegen das Urteil kündigte er jedoch nicht an. Stattdessen wählte er eine andere Reaktion: Er erklärte, die Zuständigkeit für das Kennedy Center vollständig an den Kongress übergeben zu wollen – einschließlich des Betriebs, der Instandhaltung und der Verwaltung. Er habe das Handelsministerium entsprechend angewiesen, alle nötigen Schritte einzuleiten. Gleichzeitig blies er die geplante Renovierung ab und distanzierte sich damit von einem seiner Prestigeprojekte in der US-Hauptstadt.

Das Umfeld des Weißen Hauses ließ über die Vizepräsidentin für Öffentlichkeitsarbeit des Hauses verlauten, das Urteil werde sorgfältig geprüft. Man bleibe entschlossen, alle rechtmäßigen Wege zu verfolgen, um das Haus als nationales Kulturwahrzeichen zu restaurieren – und betonte, dass für die Renovierung bereits 257 Millionen Dollar vom Kongress genehmigt worden seien.

Noch nicht das letzte Wort

Das Urteil stellt zwar einen erheblichen juristischen Rückschlag für Trump dar, bedeutet aber nicht zwingend das endgültige Ende seiner Ambitionen rund um das Kennedy Center. Da Trumps Republikanische Partei in beiden Kammern des Kongresses über eine knappe Mehrheit verfügt, ist es nicht ausgeschlossen, dass die legislative Umbenennung, auf die Trump nun setzt, auf diesem Weg vorangetrieben werden könnte. Allerdings ist ein entsprechendes Gesetzgebungsverfahren politisch aufwendig und keinesfalls gesichert.

Das Kennedy Center und seine Geschichte

Das John F. Kennedy Center for the Performing Arts ist das nationale Kulturzentrum der Vereinigten Staaten und liegt direkt am Ufer des Potomac River in Washington D.C. Es wurde 1971 eröffnet und trägt den Namen des im November 1963 ermordeten 35. US-Präsidenten John F. Kennedy als lebendes Denkmal. Jährlich beherbergt es Hunderte von Aufführungen aus den Bereichen Theater, Oper, Tanz, Jazz und klassischer Musik und gilt als eine der bedeutendsten Bühnen des Landes. Seit 1978 verleiht es auch die renommierten Kennedy Center Honors an besonders verdiente Persönlichkeiten des amerikanischen Kulturlebens. Trumps Umbenennung und der anschließende Rechtsstreit waren Teil einer breiteren Strategie, der US-Hauptstadt seinen persönlichen Stempel aufzudrücken.


Author: Franz Lemmler © 2026 Xenopolias.de (Xenopolias.de)

Quellen: t-online, Onvista, Webnachrichten, AOL, Al Jazeera, NPR, Reuters

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