Vicki Zamorsky, CC BY 4.0 <https://creativecommons.org/licenses/by/4.0>, via Wikimedia Commons
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Wenige Monate nach einem tiefen persönlichen Verlust stehen The Cure wieder auf einer der bedeutendsten Festivalbühnen Europas. Beim Primavera Sound 2026 in Barcelona, das vom 4. bis 6. Juni im Parc del Fòrum stattfindet, tritt die britische Kultband als einer der Haupt-Acts auf – und das erstmals, seit ihr langjähriger Musiker Perry Bamonte im vergangenen Winter verstorben ist. Der Auftritt trägt damit eine emotionale Dimension, die weit über das Musikalische hinausgeht.

Perry Bamonte: Ein Leben für The Cure

Perry Archangelo Bamonte, geboren am 3. September 1960 in London, fand seinen Weg zu The Cure zunächst über seinen Bruder Daryl, der Tourmanager der Band wurde. Perry begann als Teil der Roadcrew und avancierte zum Gitarrentechniker und persönlichen Assistenten von Frontmann Robert Smith – eine Rolle, die ihn tief ins Herz der Band führte, noch bevor er je selbst auf der Bühne stand. Seinen offiziellen Platz in der Besetzung nahm er 1990 ein, als Keyboarder Roger O’Donnell die Band verließ.

Von 1990 bis 2005, also auch während der kommerziell erfolgreichsten Phase mit dem Album Wish von 1992, war Bamonte festes Mitglied der Band – vielseitig einsetzbar als Keyboarder, Gitarrist und Bassist. Nach seinem Ausscheiden 2005 und weiteren musikalischen Projekten kehrte er 2019 zur Rock-and-Roll-Hall-of-Fame-Zeremonie zurück. Ab 2022 stieß er erneut offiziell zur Band und spielte auf der ausgedehnten weltweiten Shows-of-a-Lost-World-Tour mit, zuletzt beim Konzert im Londoner Troxy im November 2024.

Ein Verlust über Weihnachten

Perry Bamonte starb im Alter von 65 Jahren. Die Band gab seinen Tod auf ihrer offiziellen Website bekannt und bestätigte, dass ihr guter Freund und Bandkollege nach kurzer Krankheit zu Hause über Weihnachten verstorben sei. In einer bewegenden Würdigung beschrieben ihn seine Weggefährten als ruhig, intensiv, intuitiv, beständig und von großer Kreativität. Der unter dem Spitznamen „Teddy“ bekannte Musiker werde sehr vermisst werden.

Robert Smith hatte sich in der Vergangenheit stets leidenschaftlich für alle Mitglieder seiner Band eingesetzt. Als die Promotionabteilung zu Weihnachten 2024 eine Karte mit einem Bühnenfoto verschickte, auf dem Bamonte und Roger O’Donnell abgeschnitten waren, reagierte Smith mit deutlicher Verärgerung und betonte, die Band sei ein Sextett.

Die Tour geht weiter – als Hommage

Bamonte hätte eigentlich an einer Reihe von britischen und europäischen Auftritten im Jahr 2026 teilnehmen sollen, darunter Freiluftshows in Manchester, Cardiff, Dublin, Belfast, Edinburgh und Berlin sowie Festivalauftritte beim Isle of Wight Festival, beim Primavera Sound Barcelona, Rock Werchter, Open’er, Øya und Rock en Seine.

Fest steht, dass The Cure ihre Europatournee 2026 nicht absagen werden – auch um das Andenken Bamontes zu ehren, der sicher gewollt hätte, dass die Band auch ohne ihn weitermacht. Das für das Heimkino veröffentlichte Troxy-Konzert von 2024 bleibt sein musikalisches Vermächtnis. Ein Ersatz für Bamonte ist nicht vorgesehen. Zwar käme theoretisch Gitarrist Pearl Thompson als Option infrage, doch dieser hat mehrfach betont, eine Reunion mit der Band auszuschließen.

Primavera Sound: Ein besonderer Rahmen

The Cure treten beim Primavera Sound 2026 zum ersten Mal seit 2012 wieder auf dem Festival auf – und lieferten damals mit fast drei Stunden Spielzeit die längste Einzelperformance in der Geschichte des Festivals ab. Der Auftritt findet am Freitag, dem 5. Juni, statt, wobei die Headliner in der Regel zwischen 22 Uhr und 1 Uhr auf die Bühne gehen. Das Festival ist in diesem Jahr vollständig ausverkauft, kann aber weltweit per Livestream über Amazon Music verfolgt werden.

Weitere Konzerttermine der Europatour 2026

The Cure spielen im Anschluss an Barcelona noch eine Vielzahl weiterer Auftritte. Zu den bestätigten Terminen zählen unter anderem das North Festival in Porto am 7. Juni, Nova Rock in Nickelsdorf am 12. Juni, Firenze Rocks am 14. Juni, das Isle of Wight Festival am 21. Juni, Blackweir Fields in Cardiff am 24. Juni, Marley Park in Dublin am 26. Juni, Belsonic in Belfast am 28. Juni, Rock Werchter am 5. Juli sowie drei Konzerte in der Berliner Wuhlheide am 10., 11. und 12. Juli. Im weiteren Verlauf des Sommers folgen Auftritte beim Øyafestivalen in Oslo am 12. August, Wythenshawe Park in Manchester am 21. August, den Royal Highland Showgrounds in Edinburgh am 23. August sowie Rock en Seine in Paris am 30. August.


Author: Franz Lemmler © 2026 Xenopolias.de

Quellen: NME, Watson, Rolling Stone DE, Consequence, Billboard, Variety, Yahoo News, The Statesman, The Circle, Spontis, Festivaly, Bandsintown, Ticketstart

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