
Zwanzig Jahre alt, ein Debütalbum im Rücken und bereits auf dem Weg nach Europa: Violet Grohl bringt ihre erste Headliner-Tour im August nach Deutschland. Am 19. August spielt sie im Berliner Mikropol, einen Tag darauf, am 20. August, folgt ein Auftritt im Kölner Artheater. Für viele Fans dürften diese beiden Abende die Gelegenheit sein, eine der spannendsten Newcomerinnen des Rockgenres in einem intimen Rahmen zu erleben – bevor der Name Violet Grohl auf deutlich größeren Bühnen zu lesen sein wird.
Be Sweet to Me: Ein Debüt mit Substanz
Das am 29. Mai 2026 erschienene Debütalbum Be Sweet to Me liefert elf Songs, die klingen, als wären sie nicht von einer 20-Jährigen, sondern von einer erfahrenen Rockmusikerin mit jahrzehntelangem Bühnenstandbein geschrieben worden. Das Werk entstand im Heimstudio des Los Angeles-ansässigen Produzenten Justin Raisen, der bereits mit Künstlerinnen wie Charli XCX und Sky Ferreira zusammengearbeitet hat. Violet Grohl beschrieb den Entstehungsprozess als organisch und kollaborativ: Sie kam stets mit einer Inspirationsplaylist ins Studio, die Gruppe hörte gemeinsam Musik und begann dann direkt mit dem Schreiben. Aufgenommen wurde das Album von Ende 2024 bis Anfang 2025, eingespielt von Musikerinnen und Musikern, die im Geist der alten Sessionkultur zusammengestellt wurden.
Klanglich bewegt sich Be Sweet to Me tief in der Ästhetik der frühen 1990er Jahre: grungige Gitarren, rohe Energie, eingängige Melodien mit Ecken und Kanten. Als Referenzpunkte nannte Grohl unter anderem Pixies, Soundgarden, Cocteau Twins, The Breeders, PJ Harvey, Alice in Chains, L7 und Juliana Hatfield – Bands und Künstlerinnen, mit denen sie aufgewachsen ist und deren Klang sie als Kind aufsog. Auch Referenzen auf das Werk von David Lynch finden sich in ihrer Ästhetik wieder. Auf die Frage, warum dieser Sound, gab sie eine klare Antwort: Diese Musik habe sie geprägt, seit sie denken kann.
Mikropol Berlin und Artheater Köln: Kleine Bühnen, große Momente
Die Wahl der deutschen Spielorte ist bezeichnend. Das Mikropol in Berlin und das Artheater in Köln sind keine Großarenen, sondern Locations mit Charakter, bekannt für ihre enge Atmosphäre und ihr Publikum mit echtem Musikhunger. Für eine Künstlerin, deren Sound stark auf Unmittelbarkeit und roher Energie beruht, ist das eine ideale Bühne. Tickets für beide Konzerte sind über den offiziellen Vorverkauf erhältlich.
Rock im Blut: Die Familie hinter der Künstlerin
Violet Grohl ist die Tochter von Dave Grohl, dem Mitgründer der Foo Fighters und ehemaligen Schlagzeuger von Nirvana – einem der einflussreichsten Musiker des modernen Rock. Dass sie diesen Hintergrund mitbringt, hat sie von Anfang an offen kommuniziert. Sie hat sich weder davon distanziert noch sich dahinter versteckt. Bereits 2021 stand sie gemeinsam mit ihrem Vater vor der Kamera, 2022 trat sie bei den Gedenkkonzerten für den verstorbenen Foo-Fighters-Schlagzeuger Taylor Hawkins auf, und 2023 sang sie im Duett mit Dave Grohl den Song Show Me How, der in den Billboard-Charts landete. Bühnenerfahrung hat sie also längst gesammelt, bevor sie ihr erstes Soloalbum veröffentlichte. In einem Interview mit dem Musikmagazin Visions sprach sie über ihre Einflüsse zwischen Nine Inch Nails und Billie Eilish und über ihre Entscheidung, den gleichen musikalischen Weg wie ihr Vater einzuschlagen.
Festivals und TV-Debüt als Begleitprogramm
Neben den beiden deutschen Club-Konzerten ist Violet Grohl im Sommer 2026 auch auf einigen der renommiertesten Festivals Europas vertreten. Im August folgen Auftritte beim Lowlands Festival in den Niederlanden sowie beim Pukkelpop in Belgien, gefolgt von Shows beim Leeds Festival und dem Electric Picnic in Irland sowie dem Reading Festival in England. Im Herbst setzt sie die Tour in den USA fort.
Bereits Anfang Juni hatte sie ihr US-amerikanisches Fernsehpublikum mit einem Auftritt in der Tonight Show Starring Jimmy Fallon begeistert, wo sie Bug in the Cake aus ihrem Debütalbum präsentierte – ruhig und fokussiert, während ihre Band hinter ihr explodierte. Es war ihr TV-Erstauftritt, und er machte deutlich: Hier ist jemand angekommen.
Aktuelle Tourdaten (Auswahl)
- August 2026 – Berlin, Mikropol
- August 2026 – Köln, Artheater
- August 2026 – Biddinghuizen, Lowlands Festival
- August 2026 – Hasselt, Pukkelpop (ausverkauft)
- August 2026 – Manchester, The Deaf Institute
- August 2026 – Glasgow, King Tut’s Wah Wah Hut
- August 2026 – Wetherby, Leeds Festival
- August 2026 – Co. Laois, Electric Picnic (ausverkauft)
- August 2026 – Reading, Reading Festival 1./2. September 2026 – London, The Camden Assembly
- September 2026 – Paris, La Maroquinerie
- September 2026 – Chicago, Riot Fest
- September 2026 – Atlanta, Shaky Knees
- Oktober 2026 – Vancouver, Hollywood Theatre
Author: Franz Lemmler © 2026 Xenopolias.de
Quellen: Musikexpress, Eventim Magazin, Visions, Consequence, Loft Concerts, Exclaim, violetgrohl.com