
Rockshows sollen legendär sein – das ist die Philosophie von Papa Roach, und beim Rock am Ring 2026 am Nürburgring haben die Kalifornier genau das unter Beweis gestellt. Vor rund 90.000 ausverkauften Festivalbesucherinnen und -besuchern inszenierten Frontmann Jacoby Shaddix und seine Band einen Auftakt, der noch lange nach dem Wochenende in den Erinnerungen bleiben dürfte: Per Helikopter flogen sie hinter der Bühne an, ehe die erste Note erklang. Was folgte, war eine Show, die keine Verschnaufpause kannte.
Ankunft aus der Luft: Ein Moment für die Geschichtsbücher
Ab 21:00 Uhr standen Papa Roach auf der Utopia Stage und sorgten bereits vor ihrem ersten Ton für Aufsehen. Der Helikopter, der unmittelbar vor ihrem Auftritt hinter der Bühne landete, war kein Trick, sondern tatsächlich die Anreise der Band. Die Reaktion des Publikums war entsprechend: Schon der bloße Anblick der ungewöhnlichen Ankunft trieb die Stimmung auf dem Festivalgelände in die Höhe, bevor auch nur ein einziger Song gespielt worden war. Shaddix kommentierte den Moment hinterher mit den Worten, dieser Auftritt habe puren Adrenalinkick ausgelöst – die Band glaube stets daran, dass Konzerte legendären Charakter haben müssten, und genau das sei hier das Ziel gewesen. Die Energie des Publikums sei schlicht unglaublich gewesen.
Ein Set, das vier Jahrzehnte Bandgeschichte umspannt
Was Papa Roach auf der Utopia Stage dann ablieferten, war ein kurzweiliges, energiegeladenes Set ohne Füller und ohne Leerstellen. Mit Titeln wie Blood Brothers, Dead Cell, To Be Loved, Getting Away With Murder, Scars und Born for Greatness präsentierten sie ein Karriere-übergreifendes Programm, das sowohl die frühen Fans als auch Neueinsteiger bediente.
Den Abend krönten sie mit einem Medley aus Nullerjahre-Hymnen, in dem sie Songs von Korn, Deftones, Limp Bizkit und System of a Down ineinander verweben ließen, bevor ihr eigener Klassiker Last Resort das Set zum Abschluss brachte. Don-Broco-Frontmann Rob Damiani, der sich nach eigener Aussage als Teenager von Papa Roach, Limp Bizkit und Linkin Park hatte zur Bandgründung inspirieren lassen, durfte für Between Angels and Insects kurz ans Mikrofon – ein echter Full-Circle-Moment auf einer Bühne, auf der solche Momente an diesem Abend Programm waren.
Shaddix heizt die Gerüchteküche an
Neben der musikalischen Leistung war es ein Satz von Jacoby Shaddix, der das Publikum in Aufruhr versetzte. Mitten in die Show hinein richtete sich der Frontmann direkt an die Menge und fragte sinngemäß, ob man das vielleicht im November wiederholen sollte. Die Reaktion des Nürburgring-Publikums fiel eindeutig aus: lautstark und enthusiastisch. Eine offizielle Bestätigung für Deutschland-Konzerte im Herbst liegt zum aktuellen Zeitpunkt noch nicht vor, doch die Andeutung war unmissverständlich genug, um als handfestes Versprechen verstanden zu werden.
Rock am Ring 2026: Ein Freitag voller Zeitreise
Der erste Festivaltag war insgesamt von einer nostalgischen Energie geprägt, die an die große Zeit des Alternative Rock und Nu-Metal der frühen 2000er Jahre erinnerte. Neben Papa Roach standen an diesem Abend auch Linkin Park und Limp Bizkit auf der Hauptbühne – ein Aufgebot, das dem Freitag den Charakter einer emotionalen Zeitreise verlieh. Auch Within Temptation, Trivium und Architects trugen zu einem dicht gedrängten Programm bei, das den Auftakt der 2026er-Ausgabe zu einem der stärksten seit Jahren machte.
Aktuelle Tourdaten Papa Roach
- Juni 2026 – Nürnberg, Rock im Park 11.–13. Juni 2026 – Interlaken (CH), Greenfield Festival
- Juni 2026 – Nickelsdorf (AT), Nova Rock 19.–21. Juni 2026 – Neuhausen ob Eck, Southside Festival 19.–21. Juni 2026 – Scheeßel, Hurricane Festival
- Juni 2026 – Dresden, Messe Dresden (Headlineshow)
Author: Franz Lemmler © 2026 Xenopolias.de
Quellen: Metal Hammer DE, Musikexpress, Rolling Stone DE, Impericon, Music Headquarter, Frontstage Magazine, Live and Loud