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Bruce Springsteen Live - Mönchengladbach

Wenn Bruce Springsteen in New Jersey aufspielt, ist das in aller Regel ein Ereignis. Wenn er dabei Jon Bon Jovi, Public Enemy, Sheryl Crow und Jackson Browne auf die Bühne holt, Klassiker von Elvis Presley, Bob Dylan und Eddie Floyd interpretiert und den Abend schließlich mit einem eigenen Song beschließt, wird daraus eines jener seltenen Konzerte, die in die Geschichte eingehen. Genau das geschah am 5. Juni 2026 im OceanFirst Bank Center auf dem Gelände der Monmouth University im westneujerseyanischen West Long Branch – beim zweiten und letzten Abend der Konzertreihe Music America: The Songs That Shaped Us.

Ein Anlass mit doppelter Bedeutung

Das zweitägige Festival am 4. und 5. Juni war nicht irgendeine Veranstaltung. Es war gleichzeitig der Vorabend der Eröffnung des Bruce Springsteen Center for American Music, das am 13. Juni 2026 offiziell seine Türen für die Öffentlichkeit öffnet. Das Zentrum auf dem Campus der Monmouth University umfasst rund 2.800 Quadratmeter, verfügt über mehrere Ausstellungsräume, ein hochmodernes 250-Sitze-Dolby-Tonstudio, ein Archiv und mehr als ein Dutzend interaktive Erlebnisbereiche, die sowohl Springsteens Karriere als auch die breitere Geschichte amerikanischer Musik aufbereiten. Das Konzertformat diente gleichzeitig als festlicher Rahmen für das bevorstehende 250-jährige Jubiläum der Vereinigten Staaten am 4. Juli 2026.

Nacht eins: Die Wurzeln der amerikanischen Musik

Der erste Abend schlug einen weiten Bogen über die Grundlagen amerikanischer Volksmusik. Springsteen saß zunächst im Publikum und beobachtete die Auftritte, ehe er mehrfach auf die Bühne kam und gemeinsam mit den Gästen musizierte. Das Programm ehrte Legenden wie Robert Johnson, Son House, Billie Holiday, Johnny Cash, Pete Seeger, Hank Williams, Woody Guthrie und die Carter Family mit Coverversionen ihrer bekanntesten Werke. Zu den Mitstreitern des ersten Abends zählten unter anderen Trombone Shorty, Keb‘ Mo‘, Valerie June, Brian Fallon, Shemekia Copeland, Rosanne Cash, Kenny Chesney und die Dropkick Murphys, mit denen Springsteen gemeinsam American Land spielte.

Nacht zwei: Von Elvis bis Public Enemy

Der zweite Abend rückte die amerikanische Musikgeschichte des 20. Jahrhunderts ins Zentrum – und lieferte damit ein noch dichteres Aufgebot an außergewöhnlichen Momenten. Die musikalische Reise führte von Elvis Presley und Chuck Berry über Doo-Wop-Legende Dion DiMucci bis hin zu Hip-Hop-Pionieren Public Enemy. Das Bühnenprogramm umfasste neben Public Enemy auch Jon Bon Jovi, Jimmie Vaughan, Mavis Staples, Sheryl Crow, Jackson Browne, Gary Clark Jr., Will Calhoun, Nils Lofgren, Darlene Love und David Sancious. Die Hausband über beide Abende war Little Steven and the Disciples of Soul – Steve Van Zandts Ensemble, das als Bindeglied zwischen all den verschiedenen musikalischen Welten des Abends fungierte. Moderiert wurde die Veranstaltung von Bob Santelli, dem Direktor des Bruce Springsteen Center for American Music.

Springsteen als Gast auf der eigenen Bühne – und am Ende allein

Springsteen betrat auch am zweiten Abend die Bühne zunächst als Beobachter und gesellte sich im Laufe der Nacht zu verschiedenen Künstlerinnen und Künstlern für einmalige Duette. Mit Steve Van Zandt zusammen interpretierte er Eddie Floyds Raise Your Hand sowie Southside Johnny & The Asbury Jukes‘ I Don’t Want To Go Home. Für letzteren Titel stießen zusätzlich Jon Bon Jovi und Public Enemy auf die Bühne – ein Moment, den das Publikum mit stehenden Ovationen bedachte. Mit Sheryl Crow spielte er Bob Dylans I Shall Be Released, und an der Seite von Gary Clark Jr. brachte er Bobby Blue Blands Farther Up the Road. An Elvis Presley erinnerte er mit Coverversionen von Jailhouse Rock und Burnin‘ Love.

Den einzigen eigenen Song des Abends – und über beide Konzertabende hinweg überhaupt – spielte Springsteen ganz zum Schluss, allein auf der Bühne: Land of Hope and Dreams. Kurz zuvor hatte er mit einem Augenzwinkern erzählt, er habe diesen Campus im Alter von 19 Jahren besucht – allerdings sicher nicht zum Studieren.

Bon Jovis Rückkehr nach New Jersey

Für Jon Bon Jovi hatte der Abend eine besondere persönliche Dimension: Es war sein erster öffentlicher Auftritt in seinem Heimatbundesstaat New Jersey seit dem Jahr 2018. Nachdem er in den vergangenen Jahren aufgrund von Stimmenproblemen kaum live aufgetreten war und sich einer Operation unterzogen hatte, war allein seine Präsenz auf der Bühne für viele Zuschauer ein bewegender Moment.

Ein Zentrum für ein ganzes Land

Das Bruce Springsteen Center for American Music ist mehr als ein Fan-Museum. Es versteht sich als Forschungs- und Kulturstätte, die die Rolle der Musik in der amerikanischen Geschichte dokumentiert und lebendig hält. Mit seiner Kombination aus Archiv, interaktiven Ausstellungen und einem hochkarätigen Veranstaltungsraum ist es das erste Kulturzentrum dieser Art, das einem lebenden Rockkünstler gewidmet ist – und das gleichzeitig den Anspruch hat, weit über das Werk eines einzelnen Menschen hinauszugehen.


Author: Franz Lemmler © 2026 Xenopolias.de

Quellen: Rolling Stone DE, Rolling Stone US, Billboard, Stereogum, Rolling Stone India, That Eric Alper, Rock Cellar Magazine, Conzit

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