
In Zeiten von Deepfakes und KI-generierten Inhalten ist niemand vor der missbräuchlichen Nutzung des eigenen Gesichts sicher – auch nicht einer der bekanntesten Stars der Welt. Die Sängerin Shakira sah sich Anfang Juni 2026 gezwungen, öffentlich klarzustellen, dass sie keinen der Kandidatinnen und Kandidaten für die kolumbianische Präsidentschaftswahl unterstützt und der Einsatz ihres Bildnisses in politischen Wahlkampfmaterialien weder von ihr autorisiert noch von ihr gewünscht ist.
Das gefälschte Bild und sein Weg durch die sozialen Netzwerke
Der Auslöser war ein digital manipuliertes Bild, das in Fan-Accounts und sozialen Netzwerken kursierte. Es zeigte Shakira in einem gemeinsamen Werbemotiv mit dem linken Präsidentschaftskandidaten Iván Cepeda und seiner Vizepräsidentschaftskandidatin, der Senatorin Aida Quilcué, die gemeinsam für die Koalition Pacto Histórico antreten. Das Motiv war mit dem Schriftzug versehen, der sinngemäß die sogenannte Wolfpack-Community der Sängerin mit dem linken Wahlbündnis in Verbindung brachte – eine direkte Anspielung auf das populäre Symboluniversum der Künstlerin und ihrer Anhängerinnen und Anhänger. Das Bild verbreitete sich rasch und sorgte für erhebliche Verwirrung unter Wählerinnen und Wählern in Kolumbien und in der kolumbianischen Diaspora weltweit.
Nach Bekanntwerden der Beschwerde Shakiras wurde das Bild von den entsprechenden Kanälen entfernt. Es war nach aktuellem Kenntnisstand nicht über die offiziellen Kanäle der Cepeda-Kampagne verbreitet worden, sondern über Sympathisanten in sozialen Netzwerken.
Shakiras unmissverständliche Reaktion
Über ihr Team ließ Shakira am 4. Juni 2026 ein offizielles Statement verbreiten, das in mehrere Medien einging. Darin stellte sie klar, dass sämtliche im Umlauf gebrachten Bilder, die sie als Unterstützerin von Präsidentschaftskandidierenden zeigen, gefälscht sind. Sie betonte, keinen einzigen Kandidaten zu unterstützen und die Verwendung ihres Bildnisses in keiner Kampagne genehmigt zu haben. Sie ergänzte, ihr Einsatz gelte Kolumbien, seiner Demokratie und dem Recht eines jeden Kolumbianers und jeder Kolumbianerin, frei und ohne Beeinflussung zu wählen. Ihr Wunsch sei es, dass die Wahlen in einem Klima der Transparenz und des Friedens stattfänden.
Nicht das erste Mal: Fehlinformationen rund um Shakira und Cepeda
Der Vorfall war nicht der erste seiner Art. Bereits früher im Jahr 2026 hatten unbelegte Behauptungen die Runde gemacht, Shakira und Iván Cepeda seien weitläufige Verwandte – eine Aussage, für die es keinerlei Grundlage gibt. Die Verbindung zwischen dem prominenten Namen der Sängerin und dem Kandidaten schien für bestimmte Kreise attraktiv genug, um immer wieder neu belebt zu werden. Shakiras Klarstellung beendete diese Spekulation zumindest vorübergehend und machte deutlich, dass politische Vereinnahmung durch manipulierte Bilder für sie inakzeptabel ist – unabhängig von der politischen Richtung.
Shakira und Politik: Konsequente Zurückhaltung
Die Sängerin, 1977 im kolumbianischen Barranquilla geboren und seit vielen Jahren international tätig, hat sich in der Vergangenheit nie als politische Aktivistin positioniert. Ihre öffentlichen Aktivitäten jenseits der Musik lagen stets im sozialen und bildungspolitischen Bereich: Insbesondere ihr Engagement für kostenlose Grundschulbildung für Kinder in benachteiligten Regionen Kolumbiens, das sie über ihre Fundación Pies Descalzos betreibt, gilt als eines der glaubwürdigsten philanthropischen Projekte eines lateinamerikanischen Popstars. Mit parteipolitischen Botschaften hat sie sich dagegen nie gemein gemacht.
Aktuelle Aktivitäten: WM-Song und Festivalbühnen
Die Debatte um das gefälschte Wahlkampfbild fiel in eine Zeit, in der Shakira beruflich im Mittelpunkt des Weltgeschehens steht. Am 14. Mai 2026 veröffentlichte sie gemeinsam mit dem nigerianischen Afrobeat-Star Burna Boy den offiziellen Song der FIFA Fussball-Weltmeisterschaft 2026 mit dem Titel Dai Dai – der Track entwickelte sich innerhalb kürzester Zeit zu einem der meistgeklickten Videos des Jahres auf YouTube. Am 11. Juni 2026 ist sie bei der Eröffnungszeremonie der WM im Estadio Ciudad de México als Live-Act vorgesehen. Es wäre nach ihrer Teilnahme an der WM-Abschlussfeier in Brasilien 2014 das zweite Mal, dass sie eine Weltmeisterschaft musikalisch eröffnet oder beschließt – ein weiteres Kapitel in einer Karriere, die seit über drei Jahrzehnten anhält.
Author: Franz Lemmler © 2026 Xenopolias.de
Quellen: Rolling Stone DE, Billboard, El Colombiano, Infobae, El Universo, Hola, Diario de Colombia, La Prensa de Monagas