Jennifer, CC BY 2.0 <https://creativecommons.org/licenses/by/2.0>, via Wikimedia Commons
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Ozzy on tour in Japan

Am Eingang des Hellfest Open Air in Clisson, im Westen Frankreichs, wacht seit dem 18. Juni 2026 eine neue Gestalt über die ankommenden Metalfans: eine sechs Meter hohe Statue von Ozzy Osbourne, dem im November 2025 verstorbenen Sänger und Mitbegründer von Black Sabbath. Das Bildnis des Prince of Darkness wurde vom renommierten französischen Bildhauer und Zeitgenossenkünstler Philippe Pasqua erschaffen und feierte seine Enthüllung zum Auftakt des diesjährigen Festivalwochenendes, das vom 18. bis zum 21. Juni stattfindet. Wer das Gelände betritt, wird an Ozzy nicht vorbeikommen.

Ein Monument für eine Legende

Die Entstehungsgeschichte der Statue beginnt Anfang des Jahres 2026. Bereits im Februar kündigte Sharon Osbourne, Ozzys Witwe und langjährige Managerin, auf der Musikmesse MIDEM in Cannes die geplante Enthüllung an und zeigte erste Bilder der noch unfertigen Skulptur. Ihre Worte zu den ersten Entwürfen ließen keine Zweifel an ihrer Begeisterung. Sie beschrieb das Kunstwerk als großartige Hommage an einen Rockgott und dankte dem Festivalgründer Ben Barbaud ausdrücklich für die Initiative. Die Statue, so war bereits frühzeitig bekannt, solle dauerhaft am Eingang des Festivalgeländes in Clisson verbleiben.

Zur Enthüllung am 18. Juni war Sharon Osbourne nicht persönlich anwesend. Sie entschuldigte sich via Instagram und erklärte, ein unerwarteter Krankenhausaufenthalt zu Beginn der Woche habe ihr die Reise nach Frankreich unmöglich gemacht. Stattdessen teilte sie auf sozialen Netzwerken ein Video der enthüllten Statue und sprach gegenüber dem Künstler Philippe Pasqua sowie dem gesamten Hellfest-Team ihren ausdrücklichen Dank aus.

Philippe Pasqua: Ein Kunstwerk als Vermächtnis

Der Schöpfer der Statue ist eine bekannte Figur in der zeitgenössischen Kunstwelt. Philippe Pasqua, in Grasse, Frankreich, geboren, ist für monumentale Skulpturen und großformatige Gemälde bekannt, die häufig zwischen bildender Kunst und Popkultur pendeln. Dass das Hellfest ausgerechnet ihn mit der Aufgabe betraute, dem bekanntesten Frontmann der Heavy-Metal-Geschichte in sechs Metern Höhe ein Gesicht zu geben, ist eine Entscheidung mit Signalwirkung: Ozzy Osbourne wird hier nicht nur als Rockstar verehrt, sondern als Kulturfigur, die eine eigene künstlerische Würdigung verdient.

Tradition am Festivaleingang: Ozzy folgt auf Lemmy

Die Ozzy-Statue ist nicht die erste ihrer Art auf dem Hellfest-Gelände. Bereits im Jahr 2022 enthüllte das Festival eine überarbeitete Skulptur des im Dezember 2015 verstorbenen Motörhead-Frontmanns Lemmy Kilmister. Die Entscheidung damals war ebenfalls als Hommage an eine Schlüsselfigur des Heavy Metal gedacht, deren Verbindung zum Hellfest als besonders tief und persönlich galt. Beide Statuen stehen nun als steinerne Wächter an den Zugangswegen des Festivals – ein stiller, aber unübersehbarer Hinweis auf das Erbe jener Männer, auf deren Schultern das gesamte Genre steht.

Auch in anderen Jahren hat das Hellfest mit außergewöhnlichen Skulpturen auf sich aufmerksam gemacht: 2024 ließ das Festival eine riesige, bewegliche Darstellung der Göttin Lilith bauen – mit Ziegenbockhörnern, Spinnenbeinen und einem Fahrgestell, das die Figur über das Gelände manövrieren ließ. Das Bestreben, optische Akzente zu setzen, die über das bloße Line-up hinausgehen, gehört zur DNA des Festivals.

Ozzy Osbourne: Ein Leben, das den Metal schuf

John Michael Osbourne, geboren am 3. Dezember 1948 in Aston, Birmingham, war eines der Gründungsmitglieder von Black Sabbath, jener Band, die Ende der 1960er Jahre den Heavy Metal als Genre aus der Taufe hob. Gemeinsam mit Tony Iommi, Geezer Butler und Bill Ward schuf Osbourne in den frühen 1970er Jahren Alben, die bis heute als Blaupausen des Genres gelten: schwere Riffs, düstere Texte, eine Ästhetik des Dunkels, die jahrzehntelang Generationen von Musikerinnen und Musikern prägte.

Nach seinem Rauswurf bei Black Sabbath im Jahr 1979 begann er eine Solokarriere, die ihn nochmals in eine andere Dimension katapultierte. Blizzard of Ozz, Diary of a Madman und Bark at the Moon wurden zu Meilensteinen des Hard Rock und Metal und machten ihn zu einer ikonischen Figur jenseits der Band, mit der er begonnen hatte. Seine Konzerte, bekannt für schockierende Bühnenaktionen, trugen ebenso zu seiner Legende bei wie sein musikalisches Schaffen.

In seinen letzten Lebensjahren kämpfte Ozzy Osbourne offen mit seiner Gesundheit. Eine Parkinson-Diagnose machte er 2020 publik. Er verstarb im November 2025 im Alter von 76 Jahren. Sein letztes Studioalbum, Patient Number 9 aus dem Jahr 2022, wurde von Kritik und Publikum als würdiger Abschluss einer der bedeutendsten Karrieren in der Geschichte der Rockmusik gefeiert.

Hellfest 2026: Metal in voller Stärke

Das diesjährige Hellfest bietet ein Line-up, das zum Festival-Standard geworden ist: Iron Maiden, Megadeth, Bring Me the Horizon, Papa Roach, Sepultura, Opeth, Architects, Sabaton und viele weitere Bands machen das Festivalwochenende zu einem der dichtesten Metal-Events des europäischen Sommers. Mit der Enthüllung der Ozzy-Statue am Eröffnungstag setzt das Festival 2026 neben dem musikalischen auch ein künstlerisches Zeichen – und gibt einem der größten Namen der Musikgeschichte eine dauerhafte Heimat in Frankreich.


Author: Franz Lemmler © 2026 Xenopolias.de

Quellen: Metal Hammer DE, Musikexpress, Blabbermouth, Metal Injection, Sortiraparis DE, The PRP, The Mosh, Real Rock 99.3

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