Eva Rinaldi, CC BY-SA 2.0 <https://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0>, via Wikimedia Commons
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Chris Brown Performs at Supafest 3 Sydney, Australia 2012.

Eine Jury in Los Angeles hat entschieden, dass Sänger Chris Brown seiner früheren Haushälterin rund 13 Millionen Dollar Schadensersatz zahlen muss. Grund ist ein Vorfall aus dem Dezember 2020, bei dem die Frau auf dem Anwesen des Musikers von einem seiner Wachhunde schwer verletzt wurde. Das Urteil fiel am Dienstag nach einem zweiwöchigen Prozess in Van Nuys. Zuerst berichtet hatte das Fachmagazin Billboard.

Der Vorfall auf dem Anwesen in Tarzana

Die Haushälterin Maria Avila war zum Zeitpunkt des Angriffs damit beschäftigt, auf dem Grundstück des Sängers in Tarzana, Kalifornien, Müll zu entsorgen. Dabei wurde sie unvermittelt von Hades angegriffen, einem rund 90 Kilogramm schweren Kaukasischen Owtscharka, einer Hirtenhundrasse, die ursprünglich für den Objektschutz gezüchtet wurde. Avila gab an, von der Anwesenheit dieses dritten Hundes auf dem Gelände nichts gewusst zu haben, da sie zuvor nur die beiden kleinen französischen Bulldoggen des Sängers gesehen hatte.

Schwere Verletzungen und dauerhafte Folgen

Die Frau erlitt bei dem Angriff massive Verletzungen im Gesicht und am linken Arm. Ärzte mussten ihr später Haut vom Bauch entnehmen, um beschädigtes Gewebe am Arm zu ersetzen. Vor Gericht schilderte Avila unter Tränen, dass sie bis heute unter Nervenschäden und einer chronischen Überempfindlichkeit auf der linken Körperseite leide. Alltägliche Tätigkeiten fielen ihr schwer, zum Wischen oder Auswringen eines Mopps fehle ihr mittlerweile die Kraft im Arm. Da nahezu alle ihre früheren Kundinnen und Kunden selbst Hunde besäßen, sie nach dem Angriff jedoch eine tiefe Angst vor Hunden entwickelt habe, könne sie ihren Beruf als Haushälterin faktisch nicht mehr ausüben.

Widersprüchliche Aussagen vor Gericht

Chris Brown hatte im Vorfeld des Prozesses eine gewisse Mitschuld eingeräumt, bestand jedoch darauf, sowohl Avila als auch deren Schwester Patricia ausdrücklich gewarnt zu haben, das Haus nur in Begleitung von Sicherheitspersonal zu verlassen, da sich ein nicht freundlich gesinnter Hund auf dem Gelände befinde. Die beiden Frauen bestritten dies und verwiesen darauf, dass eine solche Verständigung angesichts der Sprachbarriere ohnehin kaum möglich gewesen wäre. Der Sänger sagte zudem aus, Hades sei kein persönliches Haustier gewesen, sondern von seinem Sicherheitspersonal zum Schutz vor Einbrüchen und Stalkern angeschafft und betreut worden.

Chaotische Szenen nach dem Angriff

Brown schilderte vor Gericht, er sei gerade auf dem Weg zur Dusche gewesen, als er das Knurren des Hundes gehört habe und nach unten geeilt sei. Dort habe er Avila regungslos und blutüberströmt am Boden liegend vorgefunden. Er habe den Hund weggesperrt, seinen Sicherheitsmitarbeiter um Hilfe gerufen und sich vergewissert, dass die Frau noch atme. Den Notruf habe er jedoch nicht selbst abgesetzt, da er befürchtet habe, eine entsprechende Aufzeichnung könnte an die Medien gelangen. Nach eigener Aussage verließ er das Grundstück, bevor die Rettungskräfte eintrafen, und fuhr anschließend stundenlang ziellos umher. Avilas Tochter Yoseline Espinoza berichtete vor Gericht von einem verzweifelten Anruf ihrer Tante Patricia, die geschildert habe, ihre Mutter könne kaum atmen und verliere immer wieder das Bewusstsein, während der Rettungswagen auf sich warten lasse.

Aufteilung der Entschädigungssumme

Die Jury sprach Chris Brown und seiner Firma Black Pyramid LLC eine Verantwortung wegen Fahrlässigkeit zu. Von der Gesamtsumme entfallen rund 12,9 Millionen Dollar auf Maria Avila selbst. Ihre Schwester Patricia, die zum Zeitpunkt des Angriffs ebenfalls auf dem Anwesen tätig war und den Vorfall miterlebte, erhält zusätzlich 885.000 Dollar wegen seelischer Belastung. Marias Ehemann Oscar Olivo wurde eine weitere Summe von 50.000 Dollar zugesprochen, da die Verletzungen seiner Frau nach eigenen Angaben auch die eheliche Beziehung beeinträchtigt hätten. Ursprünglich hatte die Klägerseite eine Entschädigung von bis zu 90 Millionen Dollar gefordert.

Zeitliche Nähe zum aktuellen Tourstart

Das Urteil erging nur wenige Tage, nachdem Chris Brown gemeinsam mit Usher eine Stadion-Tournee durch die USA begonnen hat, die im weiteren Verlauf auch zwei Auftritte im SoFi Stadium in Los Angeles im September vorsieht. Der Rechtsstreit war zudem nicht die einzige juristische Angelegenheit, mit der sich der Sänger derzeit befasst. In London soll er im Oktober vor Gericht stehen, da ihm dort ein unprovozierter Angriff mit einer Flasche auf den Musikproduzenten Abraham Diaw im Jahr 2003 zur Last gelegt wird.

Author: Franz Lemmler © 2026 Xenopolias.de

Quellen: Variety, Rolling Stone, Billboard, Parade, The Source, iHeart

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