Maciej Jaros (commons: Nux, wiki-pl: Nux), CC BY-SA 3.0 <https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0>, via Wikimedia Commons
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Marcus+ concert as part of Solidarity of Arts 2011

Zum 100. Geburtstag von Miles Davis hat Bassist Marcus Miller ein Wiedersehen der besonderen Art organisiert. Unter dem Titel „We Want Miles: The 2026 Reunion Tour“ versammelt er im Jubiläumsjahr 2026 Musiker, die einst gemeinsam mit der Jazzlegende auf der Bühne standen, und lässt damit eine der prägendsten Phasen im Schaffen von Davis wiederaufleben.

Die Ursprünge der Reunion

Die Wurzeln des Projekts reichen bis in die 1980er-Jahre zurück. Nachdem sich Miles Davis Mitte der 1970er-Jahre aus gesundheitlichen Gründen weitgehend von der Bühne zurückgezogen hatte, war es maßgeblich Saxophonist Bill Evans, der den Trompeter zurück ins Musikgeschehen holte, ihn mit jungen Talenten wie Marcus Miller, Gitarrist Mike Stern und Perkussionist Mino Cinelu in Kontakt brachte und ihn schließlich zur Rückkehr ins Studio bewegte. Aus dieser Zeit entstanden die Alben „The Man with the Horn“ und „We Want Miles“, die weithin als eindrucksvolles Comeback gefeiert wurden. Nach der Veröffentlichung von „We Want Miles“ 1982 trat diese Formation über vier Jahrzehnte lang nicht mehr gemeinsam auf, bis Marcus Miller sie 2022 für ein vielbeachtetes Wiedersehen im New Yorker Blue Note Jazz Club zusammenbrachte.

Die Besetzung der Jubiläumstour

Für die Tour 2026 hat Miller diese Zusammenkunft nun zu einer vollwertigen Konzertreise ausgebaut. Neben ihm selbst an E-Bass und Bassklarinette sind Mike Stern an der Gitarre, Bill Evans am Tenorsaxophon sowie Mino Cinelu am Schlagzeug mit dabei – allesamt Weggefährten aus Davis‘ Band der 1980er-Jahre. Verstärkt wird die Gruppe durch Trompeter Russell Gunn, der seit rund zehn Jahren mit Miller zusammenarbeitet und der Musik von Davis eigene Interpretationen verleiht, sowie durch Keyboarder Brett Williams. Am Schlagzeug übernimmt Anwar Marshall den Part, den ursprünglich Al Foster innegehabt hätte. Foster, der über Jahre hinweg als Davis‘ Schlagzeuger fungierte und als einziger Musiker sowohl vor als auch nach dessen Bühnenrückzug an seiner Seite spielte, verstarb im Mai 2025 im Alter von 82 Jahren in New York. Die Tour ist ihm daher auch als Hommage gewidmet.

Musikalisches Programm zwischen Rückblick und Aufbruch

Im Zentrum des Programms steht eine Auswahl aus dem legendären Livealbum „We Want Miles“, das 1981 in Japan aufgenommen wurde, ergänzt um Klassiker aus Davis‘ Gesamtwerk von den 1950er- und 1960er-Jahren bis hin zu den späten Alben „Tutu“ (1986) und „Amandla“ (1989), die beide maßgeblich von Marcus Miller mitgestaltet und produziert wurden. Miller betonte, dass die Band zwar die wichtigen Schaffensperioden von Davis abdecken werde, zugleich aber auch neue musikalische Wege einschlagen wolle, ganz im Sinne des Trompeters, der zeitlebens nach vorn und nicht zurückgeblickt habe.

Stationen der Tour

Die Reunion Tour führt die Band durch Nordamerika und Europa und macht dabei unter anderem in Montreal, Wien, Hamburg, Rom, Barcelona sowie bei renommierten Festivals wie dem Festival International de Jazz de Montréal, Gent Jazz und Jazz à Vienne Station. Konkret angekündigt sind bislang unter anderem ein Auftritt in Montreal am 25. Juni 2026, ein Konzert im Wiener Konzerthaus am 8. Juli 2026, ein Gastspiel in der Elbphilharmonie Hamburg am 9. Juli 2026, ein Auftritt bei Gent Jazz am 10. Juli 2026 sowie ein Konzert in Barcelona am 24. Juli 2026.

Marcus Miller als Bindeglied zur elektrischen Ära

Marcus Miller selbst gilt als einer der prägendsten Bassisten des Jazz-Funk und wurde bereits mehrfach mit dem Grammy ausgezeichnet. Als kreativer Kopf hinter Alben wie „Tutu“ formte er maßgeblich Davis‘ elektrische Schaffensphase mit. Mit der „We Want Miles“-Reunion schließt sich für ihn nun ein Kreis: Aus einer einmaligen Wiedervereinigung im kleinen Klubrahmen ist eine internationale Tournee geworden, die im Geburtstagsjahr des Ausnahmemusikers dessen Vermächtnis auf große Bühnen trägt.

Author: Franz Lemmler © 2026 Xenopolias.de

Quellen: palaumusica.cat, wewantmilestour.com, Gent Jazz, Elbphilharmonie Hamburg, Place des Arts Montreal, Maison symphonique de Montréal, Barracuda Music Wien, Jazz à Juan, The Circle, ch-cultura.ch, bonedo.de, Wikipedia, NPR, KGOU

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