
Bei seinem eigenen Festival Bludfest erlebte Yungblud am 27. Juni 2026 im tschechischen Hradec Králové einen zutiefst emotionalen Moment. Mitten in seinem Auftritt vor rund 20.000 Fans wurde der britische Musiker plötzlich von seinen Gefühlen überwältigt und ließ ihnen auf offener Bühne freien Lauf.
Der emotionale Moment auf der Bühne
In dem Video, das später über die sozialen Medien verbreitet wurde, ist zu sehen, wie der 28-Jährige unter Tränen zum Publikum spricht. Er beschrieb, sich in letzter Zeit von allem losgelöst gefühlt zu haben und sich jeden Tag aufs Neue zum Aufstehen zwingen zu müssen, ohne genau zu wissen, woher der anhaltende Schmerz komme. Gleichzeitig betonte er, dass er sich durch den Anblick seiner Fans an einem Ort zugehörig fühle und ihnen für das Gefühl von Sicherheit gegenüber der Außenwelt unendlich dankbar sei. Er versicherte dem Publikum, im Ernstfall immer für sie da zu sein.
Ein ausführliches Statement in den sozialen Medien
Wenige Tage nach dem Auftritt, am 1. Juli, veröffentlichte Yungblud, mit bürgerlichem Namen Dominic Harrison, ein längeres schriftliches Statement zu dem Video, das mit dem Wort „Warnung“ eingeleitet wurde. Darin schilderte er, lange mit sich gerungen zu haben, ob er den Clip überhaupt teilen solle, weil er nicht den Eindruck erwecken wollte, dies aus Kalkül oder für Aufmerksamkeit zu tun. Letztlich habe er sich aber entschieden, ehrlich zu sein, da der Moment echt gewesen sei. Er offenbarte, in letzter Zeit wirklich zu kämpfen zu haben und dass der Zusammenbruch auf der Bühne eine Reaktion seines Körpers auf eine Welle an Emotionen gewesen sei, die sich im vergangenen Jahr angestaut habe und die er bislang nicht habe verarbeiten können. Offen gestand er zudem, dass er nach dem Auftritt zunächst euphorisch gewesen sei, jedoch rund zwanzig Minuten später, allein unter der Dusche, einen regelrechten Zusammenbruch erlebt habe.
Kritik und Anfeindungen als Belastung
In seinem Statement ging Yungblud auch auf den Hass ein, dem er zuletzt im Internet und von Seiten anderer Musiker ausgesetzt war. Er beschrieb, wie sehr ihn das Ausmaß an Anfeindungen und Zweifeln von Fremden im Netz sowie von verbitterten Kollegen belaste, obwohl er seit Jahren nur versuche, Liebe zu verbreiten und Menschen an einem sicheren Ort zusammenzubringen. In der jüngeren Vergangenheit war der Musiker wiederholt mit dem Vorwurf konfrontiert worden, ein sogenannter „Industry Plant“ zu sein, ein Künstler, dessen Erfolg vermeintlich künstlich durch die Musikindustrie erzeugt wurde. Verschiedene Musikerkollegen hatten sich in diesem Zusammenhang öffentlich abfällig über ihn geäußert.
Rückhalt aus der Musikszene
Nach der Veröffentlichung seines Statements erhielt Yungblud Unterstützung von renommierten Namen aus der Metal- und Rockszene. Sowohl Scott Ian von Anthrax als auch Gary Holt, der sowohl bei Slayer als auch bei Exodus aktiv ist, äußerten sich öffentlich solidarisch und lobten insbesondere seinen Auftritt beim Black-Sabbath-Abschiedskonzert „Back To The Beginning“, bei dem er gemeinsam mit weiteren Musikern den Song „Changes“ performte und dafür seinen ersten Grammy in der Kategorie Best Rock Performance gewann.
Community und Zusammenhalt als zentrales Thema
Besonders betonte Yungblud in seinem Statement die Bedeutung des von ihm ins Leben gerufenen Bludfest, das in diesem Jahr erstmals international ausgerichtet wurde. Er beschrieb das Festival als einen gemeinsam mit seiner Fangemeinde errichteten Ort, an dem er sich vollkommen öffnen und authentisch sein könne, ohne eine professionelle Fassade aufrechterhalten zu müssen. Abschließend kündigte er an, sich in den kommenden Monaten bewusst Zeit nehmen zu wollen, um an sich selbst zu arbeiten und die Erlebnisse der vergangenen Zeit zu verarbeiten, bevor ein neues Kapitel seiner Karriere beginne.
Author: Franz Lemmler © 2026 Xenopolias.de
Quellen: Loudersound, Loudwire, Metal Injection, The PRP, Chaoszine, themosh.net