
Es ist eine dieser Konstellationen, die auf den ersten Blick nicht zusammenpassen wollen und im zweiten Blick doch bestechend logisch erscheinen: Robert Smith, seit Jahrzehnten das Gesicht von The Cure, taucht auf dem kommenden Album der Rolling Stones gleich zweifach auf. Wie aus dem offiziellen Podcast der Band, „Speaking In Tongues“, hervorgeht, war der Weg dorthin allerdings alles andere als ein geradliniger.
Ein Drink, der zur Studiosession wurde
Laut Smiths eigener Schilderung im Podcast begann alles mit einer eher zwanglosen Begegnung mit Produzent Andrew Watt, der bereits am Vorgängeralbum „Hackney Diamonds“ mitgewirkt hatte. Smith sei ohne große Erwartungen ins Studio gekommen, habe sich dort eher gesellig die Zeit vertrieben und sei zunehmend gesprächiger geworden, je mehr Zeit verging. Als Mick Jagger ihn plötzlich fragte, ob er nicht Lust hätte, etwas zum Album beizusteuern, habe ihn das regelrecht überrumpelt. Seine erste Reaktion sei eine Absage gewesen, da er sich auf den Moment schlicht nicht vorbereitet gefühlt habe.
Skepsis aus Erfahrung
Dass Smith zunächst zögerte, begründet er mit seiner eigenen Erfahrung als Musiker im Studio. Wer selbst singe oder aufnehme, wisse genau, wie störend zusätzliche Personen im Raum wirken können, erklärte er sinngemäß. Die Konzentration und die kreative Atmosphäre seien in solchen Momenten besonders empfindlich, und fremde Einflüsse könnten diesen Zustand schnell aus dem Gleichgewicht bringen. Genau diese Zurückhaltung sei es gewesen, die ihn zunächst innerlich bremste, als Jagger ihn spontan ins Boot holen wollte.
Am Ende doch zwei Songs
Trotz der anfänglichen Absage änderte sich die Situation im Verlauf des Abends. Inzwischen ist bekannt, dass Smith letztlich auf zwei Stücken des neuen Albums zu hören ist: Auf „Divine Intervention“ steuert er Gitarre bei, während er bei „Never Wanna Lose You“ mit Backing-Vocals und Synthesizer-Klängen vertreten ist. Damit reiht er sich in eine ohnehin prominent besetzte Gästeliste ein, zu der unter anderem Paul McCartney und Steve Winwood zählen. Auch der 2021 verstorbene Stones-Schlagzeuger Charlie Watts ist postum auf einem der Songs zu hören.
Einblicke aus erster Hand
Die Anekdote rund um Smiths Einstieg ist Teil der sechsteiligen Podcast-Reihe „Speaking In Tongues“, in der Mick Jagger, Keith Richards und Ronnie Wood gemeinsam mit Gästen wie Watt, Smith und Winwood Einblicke in die Entstehung des Albums geben. Erzählt wird die Serie von Norah Jones. Das neue Studioalbum der Rolling Stones trägt den Titel „Foreign Tongues“ und ist als Nachfolger von „Hackney Diamonds“ angekündigt.
Author: Franz Lemmler © 2026 Xenopolias.de
Quellen: NME, Blabbermouth, Parade, BrooklynVegan, Audiophix, Rolling Stone Deutschland, Bonedo, oeticket Magazine, Wikipedia