
Der britische Musiker Yungblud steckt derzeit in einer schwierigen Phase. Nachdem er bei seinem eigenen Festival Bludfest im tschechischen Hradec Králové Ende Juni auf der Bühne sichtlich emotional wurde und in Tränen ausbrach, hat er nun seinen Auftritt beim Cowboys Music Festival in Calgary abgesagt. Im Zentrum der Belastung steht ein öffentlich ausgetragener Streit mit seinem früheren Weggefährten Machine Gun Kelly, der Yungblud wiederholt als „Industry Plant“ bezeichnet hat.
Emotionaler Zusammenbruch auf der Bühne
Während seines Auftritts beim selbst gegründeten Bludfest sprach Yungblud vor rund 20.000 Zuschauern offen über seinen mentalen Zustand. Er schilderte, sich in letzter Zeit von allem losgelöst gefühlt zu haben und immer wieder mit unerklärlichem Schmerz zu kämpfen. Erst der Blick in die Gesichter seines Publikums habe ihm in diesem Moment das Gefühl gegeben, dazuzugehören. Wenig später teilte er einen Mitschnitt dieses Moments auf Instagram und beschrieb in einem ausführlichen Begleittext, wie sehr ihn die schnelle mediale Aufmerksamkeit und die damit verbundene Kritik zuletzt belastet hätten.
Vorwurf der „Industry Plant“
Seit einiger Zeit sieht sich Yungblud dem Vorwurf ausgesetzt, seine Karriere sei von Major-Labels gezielt inszeniert worden, ohne dass eine echte eigene kreative Leistung dahinterstehe. Befeuert wurde diese Debatte maßgeblich durch seinen früheren musikalischen Partner Machine Gun Kelly. Auf dessen gemeinsam mit Fred Durst veröffentlichtem Track „Fix Ur Face“ finden sich Zeilen, die als Anspielung auf Yungblauds Vergangenheit als Disney-Darsteller in der Serie „The Lodge“ sowie auf seine Schulzeit an einer britischen Privatschule verstanden wurden. Kurz darauf legte Machine Gun Kelly in einem inzwischen gelöschten Instagram-Kommentar nach und warf Yungblud vor, eine frühere Tour aus Gründen schwacher Ticketverkäufe abgesagt und dies fälschlicherweise mit mentaler Gesundheit begründet zu haben. Dabei fielen auch mehrere beleidigende Formulierungen gegenüber dem jüngeren Musiker.
Yungblauds Team reagiert zurückhaltend
Ein Sprecher von Yungblud erklärte gegenüber US-Medien, der Musiker äußere sich derzeit bewusst nicht direkt zu den Vorwürfen, da er vollständig mit seiner ausverkauften Nordamerika-Tour sowie der Arbeit an einem neuen Album beschäftigt sei. Man wünsche Machine Gun Kelly gleichwohl alles Gute. Bemerkenswert an dem Streit ist, dass beide Künstler während der Pop-Punk-Revival-Phase der vergangenen Jahre eng miteinander verbunden waren und mehrfach zusammenarbeiteten.
Rückzug vom Cowboys Music Festival
Nach seinem emotionalen Auftritt beim Bludfest sollte Yungblud eigentlich beim Cowboys Music Festival in Calgary sein erstes Konzert seither spielen. Die Festivalleitung teilte jedoch mit, dass sein Management entschieden habe, ihn von der Show zu nehmen. Yungblud selbst erklärte dazu, er befinde sich derzeit zu Hause in Großbritannien, arbeite intensiv an sich selbst und nehme die aktuelle Situation sehr ernst, um sie langfristig in den Griff zu bekommen.
Unterstützung aus der Musikszene
Trotz der öffentlichen Anfeindungen erhält Yungblud auch Rückhalt aus der Musikwelt. Mitglieder von Bands wie Anthrax und Exodus äußerten sich solidarisch mit ihm. Neben Machine Gun Kelly hatten sich zuletzt auch weitere Musiker, darunter Falling-in-Reverse-Frontmann Ronnie Radke sowie The-Darkness-Sänger Justin Hawkins, kritisch über Yungblud geäußert.
Tour geht weiter
Trotz der Absage in Calgary soll Yungblauds Nordamerika-Tour planmäßig fortgesetzt werden. Als nächster Termin ist der 28. Juli in Indianapolis vorgesehen. Zudem stehen weitere US-Auftritte an, darunter ein Termin beim Lollapalooza-Festival in Chicago.
Author: Franz Lemmler © 2026 Xenopolias.de
Quellen: Stereogum, Musikexpress, TMZ, MSN, Chaoszine, Theprp.com, Tribune