Brand X - Foto: KI generiert
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Brand X - Foto: KI generiert

Fast fünfzig Jahre nach ihrer legendären US-Tournee sorgt die britische Jazzrock-Formation Brand X für eine kleine Sensation in der Fusion-Szene: Ein bislang unveröffentlichter Fund aus dem Dachboden von Bandmitbegründer Robin Lumley bringt nun historisches Live-Material zurück ans Tageslicht. Die Tonbänder überstanden Jahrzehnte in Vergessenheit, ehe sie kürzlich geborgen und aufwendig aufbereitet wurden.

Ein Schatz aus vergangenen Tagen

Bei der Durchsicht alter Bestände auf seinem Dachboden stieß Robin Lumley auf eine Sammlung gut erhaltener Tonbandspulen, die Mitschnitte aus der aktiven Zeit der Band enthielten. Für Fans der britischen Jazzrock-Szene der Siebzigerjahre ist ein solcher Fund von erheblichem Wert, schließlich zählte Brand X in jener Ära zu den prägendsten Formationen ihres Genres. Die Restaurierung derart alter Bandmaterialien ist dabei keine triviale Angelegenheit: Ein halbes Jahrhundert alte Tonbänder müssen technisch wie klanglich behutsam aufbereitet werden, um sie überhaupt wieder hörbar zu machen.

Percy Jones übernimmt das Remastering

Für die klangliche Aufbereitung des Materials zeichnet mit Percy Jones ausgerechnet der langjährige Bassist und musikalische Kopf der Band verantwortlich. Als einer der beiden verbliebenen Gründungsmitglieder von Brand X, neben dem inzwischen verstorbenen Robin Lumley, sorgt Jones dafür, dass das historische Material nicht nur archivarisch bewahrt, sondern auch klanglich auf ein zeitgemäßes Niveau gehoben wird. Das Ergebnis dieser Arbeit trägt den Titel „Theory of Nothing“ und erscheint als Doppelalbum.

Die bewährte Besetzung von 1977

Inhaltlich dokumentiert die Veröffentlichung jene Formation, die Brand X während ihrer erfolgreichen US-Tournee im Jahr 1977 aufs Podium brachte: Neben John Goodsall an der Gitarre und Percy Jones am Bass gehörten Robin Lumley an den Keyboards, Perkussionist Morris Pert sowie Kenwood Dennard am Schlagzeug zur damaligen Live-Crew. Diese Besetzung gilt unter Kennern der Bandgeschichte als eine der stärksten Konstellationen, die Brand X je auf die Bühne brachte, und liefert entsprechend hochkarätiges Material für die neue Veröffentlichung.

Frühe Versionen später bekannter Stücke

Besonders reizvoll für Sammler und langjährige Anhänger der Band dürfte ein struktureller Aspekt des Albums sein: Gleich drei der enthaltenen Stücke tauchten ein Jahr später in veränderter Form auf dem Studioalbum „Masques“ wieder auf. Auf „Theory of Nothing“ erklingen sie jedoch in ihren ursprünglichen Live-Arrangements, noch mit Robin Lumley an den Keyboards, und ergänzt durch zahlreiche Ansagen, die die Band während der Konzerte ans Publikum richtete. Dieser direkte Vergleich zwischen früher Live-Fassung und späterer Studioversion bietet einen seltenen Einblick in den kreativen Entstehungsprozess der Band.

Ein später Gruß aus der Vergangenheit

Die Veröffentlichung von „Theory of Nothing“ fügt sich in eine Reihe ähnlicher Archivfunde ein, mit denen Percy Jones und das Umfeld von Brand X in den vergangenen Jahren immer wieder verschollen geglaubtes Material zugänglich gemacht haben. Für die verbliebenen Bandmitglieder und die Nachlassverwalter von Robin Lumley und John Goodsall ist ein solches Projekt zugleich eine Frage der sorgfältigen Rechteklärung, da an derartigen historischen Aufnahmen mehrere Musiker sowie deren Nachlässe beteiligt sind. Für Fans der Band bedeutet das neue Doppelalbum jedoch vor allem eines: ein weiteres Kapitel in der Geschichte einer der einflussreichsten Jazzrock-Formationen Großbritanniens, das bislang unveröffentlicht in einem Dachboden schlummerte.

Author: Franz Lemmler © 2026 Xenopolias.de

Quellen: Official Brand X, Brand X Bandcamp, JazzRockSoul.com, Deutsche Wikipedia

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