
Ein Instagram-Post sorgt derzeit für hitzige Debatten in der Musikwelt: Jack White hat sich öffentlich gegen Vorwürfe zur Wehr gesetzt, wonach seine Unterstützung für ein offen satanisch auftretendes Vorband-Duo nicht mit seinem religiösen Hintergrund vereinbar sei. Der Musiker reagierte damit auf Kritik, die sich an seiner Entscheidung entzündet hatte, das Duo Twin Temple für einen seiner kommenden Auftritte zu engagieren.
Der Auslöser: Ein Rauswurf bei Charley Crockett
Ausgangspunkt der Kontroverse war eine Absage. Twin Temple, ein Duo aus Los Angeles, das seinen Stil selbst als eine Mischung aus Doo-Wop und satanischer Ästhetik beschreibt, sollte ursprünglich mehrere Auftritte im Vorprogramm des Country-Musikers Charley Crockett bestreiten. Kurz vor den geplanten Terminen teilte das Duo seinen Fans jedoch mit, man sei aufgrund der eigenen satanisch geprägten Bildsprache wieder von der Tour genommen worden. Crockett selbst äußerte sich später gegenüber einem US-Musikmagazin und erklärte sinngemäß, er habe sich das Duo stilistisch anders vorgestellt und wolle sich von der Symbolik nicht vereinnahmen lassen.
Jack White springt ein
Kaum war der Rauswurf bekannt, meldete sich Jack White zu Wort. Auf seinem Instagram-Kanal bot er Twin Temple kurzerhand einen Platz im Vorprogramm seines eigenen Konzerts an, das für Ende September im Hollywood Palladium in Los Angeles angesetzt ist. Seine Einladung verpackte er in ein Wortspiel, das unmittelbar auf sein eigenes Album „Get Behind Me Satan“ aus dem Jahr 2005 anspielte. Twin Temple reagierte umgehend und sichtlich begeistert und sagte die Teilnahme zu.
Deutliche Worte in Richtung Kritiker
Die Aktion blieb nicht ohne Widerspruch. In sozialen Netzwerken wurde White gefragt, wie sich die Unterstützung eines Acts mit deutlich satanisch konnotierter Symbolik mit seinem katholischen Hintergrund vereinbaren lasse. White, der in Detroit katholisch aufgewachsen ist und dessen Eltern für die dortige Erzdiözese tätig waren, wies die Unterstellung zurück. Er habe nie behauptet, praktizierender Katholik oder Christ zu sein, das sei eine Annahme seines Gegenübers gewesen, stellte er klar. Weiter erklärte er, er habe keine Angst vor Symbolik, mit der Menschen instrumentalisiert werden sollen, um sie in Furcht zu halten. Jeder solle seinen eigenen Zugang zum Glauben finden, anstatt sich einem vorgefertigten Weg zu unterwerfen, der lediglich dazu diene, Angst zu erzeugen und daraus finanziellen Nutzen zu ziehen.
Auch Crockett meldet sich zu Wort
Auch Charley Crockett selbst positionierte sich in der Debatte über soziale Medien und machte unmissverständlich deutlich, dass er selbst nicht an Bord des Satanismus-Trends sei, den er dem Duo zuschreibt. Der Schlagabtausch zwischen den Lagern sorgte in der US-Musikszene für erhebliches Aufsehen, insbesondere weil sich White als einer der bekanntesten Gitarristen seiner Generation unmissverständlich auf die Seite der umstrittenen Künstler stellte.
White derzeit selbst auf Tour
Der Vorfall ereignet sich just zu einem Zeitpunkt, an dem Jack White selbst mit seinem neuen Soloalbum „Frozen Charlotte“ auf US-Tournee unterwegs ist. Die Konzertreise begann mit einem Auftritt in Washington D.C., ehe es weiter nach Brooklyn ging. Zwei weitere Termine im Hollywood Palladium in Los Angeles sind für Ende September angesetzt, jener Auftritt am 29. September ist es auch, bei dem Twin Temple nun als Support in Aussicht stehen.
Author: Franz Lemmler © 2026 Xenopolias.de
Quellen: The Circle, Consequence, Far Out Magazine, Rolling Stone, Yahoo Entertainment, KISS FM, Oxford Media Group