Dario De Marco, Public domain, via Wikimedia Commons
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Tom Morello - Summerside Festival, Grenchen (Switzerland)

Rage Against the Machine-Gitarrist Tom Morello trauert um seine Mutter: Mary Morello ist im Alter von 102 Jahren verstorben. Ihr Sohn bestätigte die traurige Nachricht am 12. Juli über soziale Medien und würdigte damit das Ende eines außergewöhnlich langen und bewegten Lebens.

Die Ankündigung auf Instagram

Tom Morello teilte die Nachricht vom Tod seiner Mutter in einem Instagram-Beitrag mit mehreren Fotos, darunter eine Aufnahme, auf der er ihre Hand hält. Dazu schrieb er, Mary Morello sei nun für immer bei den Rebellen des Lichts und des Gesangs, versehen mit den Lebensdaten 1923 bis 2026. Erst wenige Wochen zuvor hatte der Musiker mehrere geplante Festivalauftritte in Europa, darunter Termine in Norwegen und Spanien, kurzfristig abgesagt, um in die Vereinigten Staaten zurückzukehren und sich um seine erkrankte Mutter zu kümmern.

Ein Leben zwischen Kontinenten

Mary Morello wurde 1923 im US-Bundesstaat Illinois geboren und erwarb in den 1950er-Jahren einen Masterabschluss in afrikanischer sowie lateinamerikanischer Geschichte an der Loyola University Chicago. In den folgenden Jahren unterrichtete sie zeitweise im Ausland, unter anderem in Deutschland, Peru und Japan, ehe sie Anfang der 1960er-Jahre nach Kenia zog. Dort lernte sie den Aktivisten Ng’ethe Njoroge kennen, der später zum ersten kenianischen UN-Delegierten wurde und den sie heiratete. Gemeinsam zog das Paar 1964 nach New York, wo Sohn Tom zur Welt kam, ehe sich die beiden im Jahr darauf trennten. Mary zog daraufhin mit ihrem Sohn in den Chicagoer Vorort Libertyville, wo sie fortan als Lehrerin für Gesellschaftskunde und amerikanische Geschichte tätig war.

Ein Jahrhundert des Engagements

Was Mary Morello über ihre Lehrtätigkeit hinaus prägte, war ein politisches und humanitäres Engagement, das sich über beinahe ein ganzes Jahrhundert erstreckte. Bereits während der Weltwirtschaftskrise in den 1930er-Jahren unterstützte sie Bedürftige und die Organisation streikender Bergarbeiter. In den folgenden Jahrzehnten setzte sie sich gegen die Rassentrennung in den Südstaaten ein, unterstützte antikoloniale Bewegungen in Afrika sowie die Landarbeitergewerkschaft United Farm Workers, bereiste im Rahmen von Friedensmissionen die Sowjetunion und Kuba und positionierte sich öffentlich gegen den Golfkrieg. In den 1990er-Jahren gründete sie zudem die Organisation Parents for Rock and Rap, die sich gegen Zensur in der Musikbranche einsetzte und ihr unter anderem Auftritte bei Oprah Winfrey sowie beim Nachrichtensender CNN einbrachte. Für ihren Einsatz für die Meinungsfreiheit wurde sie 1996 mit dem Hugh M. Hefner First Amendment Award ausgezeichnet.

Feste Größe an der Seite ihres Sohnes

Über die Jahrzehnte hinweg wurde Mary Morello auch bei den Konzerten ihres Sohnes zu einer festen und beliebten Größe. So kündigte sie Rage Against the Machine bereits 1994 beim Pinkpop-Festival an, war bei der Reunion der Band im Jahr 2007 erneut dabei und trat 2016 auch bei einem Konzert des Bandprojekts Prophets of Rage auf, stets mit ihrer charakteristischen Ansage, wonach es sich bei der Band um die beste der Welt handle.

Reaktionen aus der Musikwelt

Nach der Todesnachricht meldeten sich zahlreiche Musikerinnen und Musiker mit Beileidsbekundungen zu Wort. System of a Down-Frontmann Serj Tankian bezeichnete Mary Morello als Inspiration, während auch Mötley-Crüe-Bassist Nikki Sixx sowie Mitglieder von Metallica und weiteren Bands ihre Anteilnahme öffentlich ausdrückten. Tom Morello selbst hatte seine Mutter bereits 2021 in einem Gastbeitrag für die New York Times als das radikalste und zugleich beliebteste Mitglied seiner Familie beschrieben und betont, wie viele ihrer früheren Schülerinnen und Schüler bis heute Kontakt zu ihr gehalten hätten.

Author: Franz Lemmler © 2026 Xenopolias.de

Quellen: Consequence, Blabbermouth, Far Out Magazine, Metal Injection, That Eric Alper, AOL

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