Raph_PH, CC BY 2.0 <https://creativecommons.org/licenses/by/2.0>, via Wikimedia Commons
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From left: Mick Jagger and Keith Richards performing on stage in London on 22 May 2018.

Wenn es jemand beurteilen kann, dann er: Mick Jagger hat in einem ausführlichen Gespräch mit der New York Times eingeräumt, dass ein Leben als Frontmann einer Weltband wie den Rolling Stones tiefe und bleibende Spuren in der Psyche hinterlässt. Der inzwischen 82-Jährige, der in diesem Sommer seinen 83. Geburtstag feiert und mittlerweile 64 Jahre mit den Stones auf der Bühne steht, beschreibt sein Leben als alles andere als normal.

Ein Dasein außerhalb der Realität

Jagger erklärte, dass die jahrzehntelange öffentliche Verehrung unweigerlich Auswirkungen auf die eigene Wahrnehmung habe. Wer über so lange Zeit im Zentrum einer Superstar-Band stehe, entferne sich zunehmend von dem, was die meisten Menschen als gewöhnliches Leben bezeichnen würden. Er beschrieb, wie sich Personen aus der Unterhaltungsbranche häufig fast ausschließlich untereinander bewegen, weil sie gemeinsame Erfahrungen teilen – wodurch der Kontakt zum sogenannten echten Leben zunehmend verloren gehe.

Der Versuch, geerdet zu bleiben

Auf die Frage, wie er dieser Entfremdung entgegenwirke, antwortete Jagger, dass er bewusst einfache, alltägliche Dinge unternehme. Dazu gehöre etwa, allein durch die Straßen zu spazieren oder sich selbst eine Zeitung zu kaufen. Solche Momente verschafften ihm zumindest vorübergehend das Gefühl von Normalität.

Dauerhafte Spuren im Geisteszustand

Trotz dieser bewussten Gegenmaßnahmen machte Jagger deutlich, dass die psychischen Folgen seiner Karriere nicht wirklich verschwinden. Nach seiner Einschätzung bleibt der eigene Geisteszustand durch ein solches Leben dauerhaft verändert. Besonders die späten Zwanziger und frühen Dreißiger seien für Menschen in diesem Geschäft eine enorm belastende Phase, da der Erfolg mit einem gewaltigen Maß an Selbstbewusstsein einhergehen müsse. Wer in dieser Branche kein ausreichend großes Ego mitbringe, gerate seiner Erfahrung nach schnell in ernsthafte Schwierigkeiten, weil ständig eine andere, öffentliche Persönlichkeit aufrechterhalten werden müsse.

Bühnenpersönlichkeit contra Privatperson

Jagger räumte außerdem ein, dass es lange dauere, aus der auf der Bühne verkörperten Rolle wieder in den eigenen Alltag zurückzufinden. Ein enger Freund habe ihm einst scherzhaft vorgeworfen, dass er sich selbst bei privaten Anlässen wie bei einem Auftritt verhalte. Damit deutete Jagger an, wie stark sich die über Jahrzehnte gepflegte Bühnenfigur mit der eigenen Identität vermischt hat.

Auslöser des Gesprächs

Zur Sprache kam das Thema unter anderem, nachdem Jagger auf eine Bemerkung des US-Comedians John Mulaney angesprochen wurde. Dieser hatte in einem Bühnenprogramm aus dem Jahr 2019 launig beschrieben, wie wenig zugänglich sich Jagger bei einer gemeinsamen Zusammenarbeit gezeigt habe. Jagger bestätigte, die betreffende Aufzeichnung selbst nicht gesehen zu haben, nutzte die Frage aber, um offen über die entfremdende Wirkung seines öffentlichen Lebens zu sprechen.

Weiterhin aktiv im Musikgeschäft

Trotz der nachdenklichen Töne zeigt sich Jagger musikalisch weiterhin sehr aktiv. Erst vor Kurzem veröffentlichten die Rolling Stones ihr 25. Studioalbum, und auch abseits der Bandarbeit ließ sich der Sänger zuletzt bei einem spontanen Auftritt in einer Kneipe in Oxford blicken, wo er gemeinsam mit anderen Gästen ein traditionelles Volkslied anstimmte.

Author: Franz Lemmler © 2026 Xenopolias.de

Quellen: Yahoo Entertainment, Louder, The Circle, MusicRadar, Yahoo Style Canada, The New Daily, Radio X

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