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Musikalischer Stil und Einflüsse

Bloodywoods Musik ist eine Mischung aus Nu-Metal, Rap-Metal und indischer Volksmusik. Die Band verwendet traditionelle indische Instrumente wie die Dhol (eine doppelseitige Trommel), die Flöte und den Tumbi (ein einsaitiges Instrument), um ihren Songs einen einzigartigen Klang zu verleihen. Ihre Texte sind oft sozialkritisch und behandeln Themen wie Korruption, Armut, Umweltzerstörung und sexuelle Gewalt.

Politisches Selbstverständnis der Band

Der größte politische Aufreger war die Single „Gaddaar“ aus dem Jahr 2021, ausgekoppelt vom Debütalbum „Rakshak“. Das dazugehörige Video beginnt mit einem Disclaimer, der klarstellt, dass schwere politische Kommentare enthalten seien, die sich jedoch nicht gegen eine bestimmte Person, Partei oder politische Gesinnung richteten – man bleibe politisch neutral. Inhaltlich thematisiert der Song, wie Politiker Hass schüren, um Wählerstimmen zu gewinnen, und wie man aus diesem Kreislauf ausbrechen kann.

Bemerkenswert ist die Wendung am Ende des Videos. Die anfängliche Neutralitätsbeteuerung wird revidiert: Die Band erklärt, das Video richte sich gegen spaltende Anführer, Parteien und politische Denkweisen, und angesichts von Faschismus und Kommunalismus könne man nicht neutral bleiben. Der Song eröffnet zudem mit einem Sample aus dem Hindi-Film „Krantiveer“ von 1994, einem Monolog über die politisch motivierte Spaltung zwischen Muslimen und Hindus.

Das Album „Rakshak“ enthält mehrere gesellschaftskritische Songs. Fünf der zehn Titel behandeln sozialpolitische Themen: „Gaddaar“, „Machi Bhasad“, „Dana Dan“, „Chakh Le“ und „BSDK.EXE“. „Dana Dan“ etwa thematisiert die Vergewaltigungskrise in Indien und kritisiert das Patriarchat sowie das Versagen von Justiz und Polizei gegenüber Opfern sexueller Gewalt.

Zur Einordnung ist wichtig, dass Bloodywood sich klar gegen religiös-nationalistische Spaltung positioniert, nicht dafür. Das unterscheidet die Band vom in Indien existierenden Genre Hindutva-Pop, das eine hindunationalistische Ideologie propagiert und häufig islamfeindliche Texte enthält. Eine Verbindung zu dieser Szene lässt sich nicht belegen, im Gegenteil tritt Bloodywood inhaltlich als Gegenpol zu religiös-politischer Instrumentalisierung auf.

In sozialen Medien wird die Band von Fans als nie politisch neutral beschrieben, da sie sich zu Themen wie Politik und LGBTQ-Rechten äußert. Konkrete Boykottaufrufe, Zensurmaßnahmen oder Angriffe, wie sie bei anderen Bollywood-nahen Künstlern dokumentiert sind, lassen sich für Bloodywood nicht belegen.

Diskografie

Studioalben:

  • Rakshak (2022)

Singles:

  • Ari Ari (2018)
  • JEE Veerey (2019)
  • Endurant (2019)
  • Yaad (2020)
  • Gaddaar (2022)
  • Dana Dan (2022)
  • Zanjeer (2022)
  • Bsdk.exe (2022)
  • Machiyave (2022)
  • Chakh Le (2022)
  • Jee Veerey 2.0 (2022)
  • Bekhauf (2024)
  • Nu Delhi (2024)

Feste Kernbesetzung

  • Karan Katiyar – Gitarre, indische Flöte (Woodwinds), Komposition & Produktion

  • Jayant Bhadula – Gesang (Clean & Growls)

  • Raoul Kerr – Rap-Gesang (seit 2019 festes Mitglied)

Feste Live- & Tour-Mitglieder

  • Sarthak Pahwa – Dhol (traditionelle indische Trommel) & Percussion

  • Roshan Roy – Bass

  • Vishesh Singh – Schlagzeug

Titelfoto: Nenea hartia, CC BY-SA 4.0 https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0, via Wikimedia Commons
Author: Franz Lemmler © 2026 Xenopolias.de
Quellen: Fearless Records, RAMzine, Rolling Stone India, Louder Sound, TV Tropes, Wikipedia (deutsch, Bloodywood), Wikipedia (englisch, Rakshak), Bandcamp

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