Der aus Serien wie The West Wing und Thirtysomething bekannte Schauspieler Timothy Busfield hat im Februar in einer rund zweistündigen Aussage vor einer Grand Jury in Albuquerque, New Mexico, seine Unschuld beteuert. Wie aus inzwischen öffentlich zugänglichen Gerichtsunterlagen hervorgeht, äußerte der 69-Jährige dabei, seine Karriere sei praktisch beendet und er gelte in der Branche als „gecancelt“.
Vorwürfe rund um die Produktion einer TV-Serie
Hintergrund der Anklage sind Vorwürfe zweier minderjähriger Zwillingsbrüder, die während der Produktion der Serie The Cleaning Lady als Kinderdarsteller tätig waren. Ihnen zufolge soll es zwischen Ende 2022 und Anfang 2024 am Set zu unangemessenen Berührungen gekommen sein. Busfield war bei der Produktion nicht nur als Schauspieler, sondern auch als Regisseur und Produzent tätig. Im Februar erhob eine Grand Jury Anklage gegen ihn wegen vier Fällen von sexuellem Missbrauch eines Kindes unter 13 Jahren. Busfield bekannte sich nicht schuldig, sein Prozess soll im Mai 2027 beginnen.
Beteuerungen und Gegendarstellung
In seiner Aussage vor den zwölf Geschworenen bestritt Busfield jede Form von unangemessenem Verhalten gegenüber den Kindern. Er habe niemals in unangebrachter Weise, weder körperlich noch auf andere Art, gegenüber einem Kind gehandelt, erklärte er den Geschworenen. Zugleich räumte er ein, die Jungen gekitzelt und in den Arm genommen zu haben, wies jedoch jeden sexuellen Bezug dazu zurück. Er verwies zudem darauf, dass er nach Aussagen von Kolleginnen und Kollegen am Set, etwa aus den Bereichen Kamera, Maske und Haare, nie unbeaufsichtigt mit den Kindern gewesen sei.
Vorwurf der Racheabsicht
Busfield und sein Verteidigerteam vertreten die These, die Vorwürfe seien von den Eltern der Zwillinge aus Rache konstruiert worden, nachdem die beiden Kinderdarsteller aus der vierten Staffel der Serie herausgeschrieben worden waren und damit ein erhebliches Honorar verloren hätten. Vor der Grand Jury bezeichnete er die Eltern in deutlichen Worten als für sein Unglück verantwortlich und sprach von finanziellen Motiven hinter der Anzeige. Die zuständige stellvertretende Bezirksstaatsanwältin widersprach dieser Darstellung öffentlich und bezeichnete die Schilderungen der Kinder gegenüber Therapeuten als konkret und glaubwürdig. Sie verwies zudem auf frühere, unabhängig davon erhobene Vorwürfe gegen Busfield.
Sorge um die Karriere der Ehefrau
Ein zentrales Thema seiner Aussage war laut den Unterlagen auch die Sorge um seine Ehefrau, die Schauspielerin Melissa Gilbert. Busfield äußerte die Befürchtung, dass die Vorwürfe auch ihr berufliches Wirken und ihr Geschäft beeinträchtigen könnten. Gilbert selbst hat ihren Mann seit Bekanntwerden der Anschuldigungen wiederholt öffentlich verteidigt, unter anderem in einem Fernsehinterview, in dem sie die vergangenen Monate als eine der traumatischsten Erfahrungen ihres Lebens beschrieb.
Auswirkungen auf seine berufliche Situation
Busfield erklärte den Geschworenen, dass er infolge der Anklage mehrere Engagements verloren habe, aus einem Filmprojekt digital herausgeschnitten worden sei und seine Agentur die Zusammenarbeit mit ihm beendet habe. Er betonte, dass die Konsequenzen unabhängig vom Ausgang des Verfahrens bereits eingetreten seien, allein aufgrund der öffentlichen Wahrnehmung der Vorwürfe.
Rechtlicher Widerstand gegen die Anklage
Sein Verteidigerteam hat inzwischen einen Antrag auf Abweisung der Anklage gestellt. Begründet wird dieser damit, dass die Staatsanwaltschaft der Grand Jury den Fall nicht fair und unparteiisch dargelegt und die Rechtslage unzutreffend erläutert habe. Über diesen Antrag ist bislang keine abschließende Entscheidung bekannt. Nach US-amerikanischem Recht gilt für Busfield bis zu einem möglichen Urteilsspruch die Unschuldsvermutung.
Author: Franz Lemmler © 2026 Xenopolias.de
Quellen: Rolling Stone, USA Today, Court TV, AOL, Complex