Foto: Fred Gasch
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Juju - Southside Festival 2022

Judith Wessendorf, besser bekannt als Juju, gehört zu den prägenden Figuren des deutschen Frauenraps und gilt vielen als Wegbereiterin für eine ganze Generation von Rapperinnen, die heute die Szene mitprägen. Gemeinsam mit Nura wurde sie als Teil des Duos SXTN deutschlandweit bekannt und öffnete Frauen die Tür in ein bis dahin stark männerdominiertes Genre. In einem aktuellen Gespräch mit dem Spiegel äußert sich Juju nun ausführlich über die Hintergründe der Trennung von Nura im Jahr 2018 sowie über eine schwierige Phase, die 2020 ihren Höhepunkt fand.

Der Aufstieg mit SXTN

Ab 2014 sorgten Juju und Nura als SXTN mit unverblümten, provokanten Texten für Aufsehen in der deutschen Hip-Hop-Landschaft. Ihr Debütalbum „Leben am Limit“ schaffte 2017 den Sprung in die Top Ten der Charts und machte das Duo zu einer der sichtbarsten weiblichen Formationen im deutschsprachigen Rap. Mit ihrer direkten, oft feministisch gelesenen Attitüde inspirierten sie zahlreiche jüngere Künstlerinnen, die heute selbst erfolgreich im Rap-Game unterwegs sind.

Das plötzliche Ende von SXTN

2018 verkündete Juju überraschend und ohne Vorankündigung über eine Instagram-Story das Aus von SXTN, ohne zuvor mit Nura oder dem gemeinsamen Management gesprochen zu haben. Für viele Fans kam dieser Schritt aus heiterem Himmel. Wie Juju nun rückblickend erklärt, ging es ihr zu jener Zeit sowohl körperlich als auch mental sehr schlecht. Sie habe schlichtweg nicht mehr gekonnt und die Trennung als notwendigen Schritt für ihre eigene Gesundheit angesehen.

Eine Diagnose bringt späte Klarheit

Erst Jahre später erhielt Juju die Diagnose ADHS und Autismus. Diese Erkenntnis half ihr im Nachhinein, ihre damalige Verfassung besser einzuordnen. Zum Zeitpunkt der Trennung habe sie selbst noch nicht gewusst, warum es ihr so schlecht ging und was genau mit ihr nicht stimmte. Die spätere Diagnose ordnet aus ihrer heutigen Sicht vieles neu ein, was damals unerklärlich erschien.

Warum 2020 zum Wendepunkt wurde

Im Spiegel-Interview beschreibt Juju außerdem, warum ihr im Jahr 2020 alles zu viel wurde. Die Kombination aus dem ungeklärten Bruch mit Nura, dem öffentlichen Druck nach der plötzlichen Bandauflösung und ihrer bis dahin nicht diagnostizierten gesundheitlichen Situation führte zu einer Phase, die sie als besonders belastend beschreibt.

Nuras Sicht auf die Trennung

Nura selbst hatte sich lange Zeit öffentlich nicht zu dem Bruch geäußert. Erst in ihrer 2020 erschienenen Autobiografie schilderte sie erstmals ihre eigene Wahrnehmung der gemeinsamen Zeit und des Auseinanderdriftens. Sie beschrieb darin, wie sich beide bei gemeinsamen Auftritten zunehmend voneinander entfernten und wie unterschiedlich sie mit dem Druck vor Konzerten umgingen. Trotz der schmerzhaften Trennung äußerte sich Nura später mit großem Respekt über Jujus Talent und ließ die Tür für eine mögliche Versöhnung offen.

Erfolgreiche Solokarriere nach der Trennung

Nach dem Ende von SXTN startete Juju 2019 mit dem Album „Bling Bling“ durch, das sowohl kommerziell als auch bei Kritikerinnen und Kritikern großen Anklang fand. Mit dem gemeinsam mit Henning May von Annenmaykantereit aufgenommenen Song „Vermissen“ erreichte sie als erste deutsche Rapperin eine Diamant-Auszeichnung. Es folgten mehrere Nummer-eins-Erfolge sowie ein MTV Europe Music Award als beste deutsche Künstlerin.

Musikalisches Comeback und neue Tour

Passend zum aktuellen Interview meldet sich Juju auch musikalisch eindrucksvoll zurück. Mit der Single „Crashout Freestyle“ läutet sie ein neues, lange erwartetes Album ein und geht im Sommer 2026 auf eine Club-Tour durch Deutschland, bei der Fans sie in kleinerem Rahmen live erleben können.

07.08.2026 Berlin, Columbiahalle
08.08.2026 München, Zenith
12.08.2026 Köln, Live Music Hall
13.08.2026 Stuttgart, Im Wizemann
14.08.2026 Hamburg, Große Freiheit 36

Author: Franz Lemmler © 2026 Xenopolias.de

Quellen: Musikexpress, watson, Raptastisch, Ticketstart, Ticketmaster

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