User:Goroth (Jan Brauer), CC BY-SA 3.0 <https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0>, via Wikimedia Commons
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L7 spielen bei Rock am Ring 2015 in Mendig.

Die Musikwelt trauert um Jennifer Finch, langjährige Bassistin, Sängerin und Songwriterin der einflussreichen Rockband L7. Wie ihre Bandkollegen und ihre Familie bestätigten, erlag Finch am Samstag den Folgen eines langen Kampfes gegen eine aggressive Form von Hirnkrebs. Sie wurde 59 Jahre alt.

Ein plötzlicher Verlust nach kurzer Ankündigung

Erst wenige Tage zuvor war öffentlich geworden, dass bei Finch eine schwere Krebserkrankung diagnostiziert worden war und sie deshalb nicht an der bevorstehenden US-Etappe der Abschiedstournee ihrer Band teilnehmen können würde. Ursprünglich war man davon ausgegangen, die Erkrankung mittels Bestrahlung gut behandeln zu können, doch im weiteren Verlauf waren mehrere Operationen notwendig geworden, die bei ihr zu erheblichen körperlichen Einschränkungen führten und eine intensive medizinische Betreuung erforderten. Bereits im Jahr 2011 war bei Finch zudem Schilddrüsenkrebs festgestellt worden.

Reaktionen aus der Musikszene

L7 äußerten sich in einer gemeinsamen Erklärung tief erschüttert über den Verlust ihrer Bandkollegin, Freundin und Weggefährtin. Man würdigte Finchs unverwechselbaren Geist, ihren Humor und ihre grenzenlose Kreativität, die die Band über Jahrzehnte geprägt hätten. Auch aus der internationalen Musikszene kamen zahlreiche Beileidsbekundungen, unter anderem von Mitgliedern von Green Day, Pearl Jam und Tool. Eine kurz zuvor gestartete Spendenaktion zur Deckung ihrer Behandlungskosten hatte innerhalb weniger Tage deutlich mehr als das ursprünglich angestrebte Ziel eingebracht – ein Zeichen der großen Wertschätzung, die Finch in der Musikwelt genoss.

Von Los Angeles in die Geschichte des Grunge

Finch wurde am 5. August 1966 in Los Angeles geboren und wuchs im Westen der Stadt auf. Bereits in den frühen 1980er-Jahren war sie Teil der lokalen Punkszene und spielte unter anderem gemeinsam mit Courtney Love in der kurzlebigen Band Sugar Babydoll. 1986 stieß sie zu L7, einer Band, die sich rund um Donita Sparks und Suzi Gardner formiert hatte, und blieb bis 1996 Mitglied der Gruppe. Mit dem 1992 erschienenen, von Butch Vig produzierten Album „Bricks Are Heavy“ gelang L7 der internationale Durchbruch. Songs wie „Pretend We’re Dead“ und „Shitlist“ avancierten zu prägenden Titeln der US-amerikanischen Alternative-Rock-Bewegung der frühen Neunziger.

Rückkehr zur Band und vielseitiges Schaffen

Nach ihrem Ausstieg 1996 widmete sich Finch zunächst ihrer Genesung und verarbeitete den Verlust ihres Vaters. Musikalisch blieb sie jedoch aktiv, unter anderem mit den Projekten OtherStarPeople und The Shocker. 2014 kehrte sie zu einer wiedervereinigten Version von L7 zurück und wirkte 2019 am Album „Scatter the Rats“ mit, das über Joan Jetts Label Blackheart Records veröffentlicht wurde. Neben der Musik machte sich Finch auch als Fotografin und Autorin einen Namen und pflegte zeitlebens eine vielseitige künstlerische Praxis.

Author: Franz Lemmler © 2026 Xenopolias.de

Quellen: Rolling Stone, Paste Magazine, Billboard, Ultimate Classic Rock, Variety, Wikipedia

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