Office of Congressman Ro Khanna, Public domain, via Wikimedia Commons
Lesedauer 2 Minuten
No child should be subjected to solitary confinement, forced labor, or any form of institutional abuse. Thanks to @ParisHilton, my colleagues & the survivors & advocates who joined us today to discuss how we can hold the congregate care industry accountable.

Paris Hilton hat sich öffentlich zur endgültigen Schließung der Provo Canyon School geäußert, jener Einrichtung im US-Bundesstaat Utah, in der sie nach eigenen Angaben als Teenager schwer misshandelt wurde. Nachdem die zuständigen Behörden zuletzt die Betriebslizenz für den letzten aktiven Standort der Einrichtung entzogen hatten, erklärte die Unternehmerin und Medienpersönlichkeit, dieses düstere Kapitel ihres Lebens sei damit endgültig abgeschlossen.

Behörden entziehen letzte Betriebslizenz

Das Gesundheitsministerium von Utah widerrief die Zulassung für den Provo-Campus der Einrichtung, nachdem bereits zuvor der Standort in Springville für Mädchen geschlossen worden war. Damit muss auch der verbliebene Jungen-Campus bis Mitte August seinen Betrieb einstellen. Als Begründung führten die Behörden zahlreiche Verstöße gegen Sicherheitsauflagen an, darunter das Versäumnis, Schutzbefohlene vor Gewalt zu bewahren, sowie den Einsatz unangemessener und grausamer Methoden gegenüber Minderjährigen. Allein am Tag der Entscheidung wurden mehr als ein Dutzend entsprechender Verstöße dokumentiert. Eine Vertreterin der Aufsichtsbehörde betonte, kein Kind dürfe in einer Einrichtung zu Schaden kommen, die eigentlich zu seinem Schutz gedacht sei und staatlich genehmigt werden müsse.

Hiltons jahrelanger Kampf gegen die Einrichtung

Die 45-Jährige hatte über Jahre hinweg öffentlich für die Schließung der Einrichtung gekämpft und dabei immer wieder von ihren eigenen Erfahrungen berichtet. In der Dokumentation „This Is Paris“ aus dem Jahr 2020 schilderte sie erstmals ausführlich, dass ihre Eltern sie Mitte der Neunzigerjahre als Teenager dorthin geschickt hatten, weil ihr damaliges Verhalten aus deren Sicht außer Kontrolle geraten war. Nach eigener Darstellung wurde sie während ihres fast einjährigen Aufenthalts geschlagen, über viele Stunden in Isolation gehalten und mit unbekannten Medikamenten behandelt, ohne dass ihre Eltern von den Zuständen vor Ort wussten. In einem Meinungsbeitrag für die New York Times aus dem Jahr 2022 erhob sie zudem schwere zusätzliche Vorwürfe gegen das damalige Personal der Schule.

Rückkehr nach Utah im Juni

Erst im Juni war Hilton persönlich nach Utah zurückgekehrt, um dort Familien zu unterstützen, die eigene Klagen wegen mutmaßlicher Misshandlungen ihrer Kinder in der Einrichtung eingereicht hatten. Die Schule steht inzwischen unter neuer Trägerschaft; die aktuelle Leitung erklärte, sich zu Vorgängen aus der Zeit vor dem Eigentümerwechsel nicht äußern zu können, was auch Hiltons Aufenthalt dort einschließt.

Reaktion auf die endgültige Schließung

Nach Bekanntwerden der behördlichen Entscheidung äußerte sich Hilton in einer schriftlichen Stellungnahme sichtlich erleichtert. Sie erklärte, die Einrichtung habe sie und Tausende weiterer Betroffener unterschätzt, die sich geweigert hätten zu schweigen. Zum ersten Mal seit sehr langer Zeit empfinde sie nun etwas, das sie kaum noch für möglich gehalten habe: echten inneren Frieden. Bereits 2021 hatte sie sich vor dem US-Kongress für eine Stärkung der Rechte von Jugendlichen in solchen Einrichtungen eingesetzt und angekündigt, ihren Einsatz fortzusetzen, bis alle jungen Menschen in derartigen Programmen sicher seien.

Author: Franz Lemmler © 2026 Xenopolias.de

Quellen: Rolling Stone, Associated Press, Utah News Dispatch, KUER

© 2026 Xenopolias.de – Unabhängiger Musik‑ und Kulturjournalismus