
Jonathan Cain, seit 1981 Keyboarder und Rhythmusgitarrist der Rockband Journey, hat in einem Podcast-Interview deutliche Kritik an seinem Musikerkollegen Bruce Springsteen geübt. Der 76-Jährige bezeichnete den gleichaltrigen „Boss“ als nervigen, verbitterten alten Mann und forderte ihn auf, seine politischen Äußerungen einzustellen.
Deutliche Worte im Podcast
Im Gespräch mit dem Complete Disaster Network-Podcast von Tom Barnard machte Cain unmissverständlich klar, was er von Springsteens politischem Engagement hält. Der Journey-Musiker äußerte, er habe früher durchaus mit Sympathien für die Demokraten geliebäugelt, könne dies inzwischen aber nicht mehr nachvollziehen. Selbst bei Barack Obama habe er zunächst noch Hoffnung gehabt, sich dann aber angesichts der politischen Entwicklung endgültig von linken Positionen abgewandt. Heute verstehe er sich als überzeugter Konservativer.
In diesem Zusammenhang forderte Cain, Künstler wie Springsteen sollten sich aus der politischen Debatte heraushalten und sich stattdessen auf ihre Kunst konzentrieren. Neben Springsteen nahm er dabei auch den Schauspieler Robert De Niro ins Visier, dem er ein ähnliches Verhalten vorwarf.
„Annoying, bitter old man“
Besonders scharf fielen Cains Formulierungen aus, als er direkt auf Springsteen einging. Er bezeichnete den Kollegen als lästig gewordenen, verbitterten älteren Herrn und forderte ihn wörtlich auf, endlich Ruhe zu geben. Dabei verwies Cain auf Springsteens bekannten Song „Born in the U.S.A.“ und bemerkte süffisant, der Sänger solle sich entsprechend seines Titels verhalten. Interessanterweise interpretierte Cain den Song, der in der öffentlichen Wahrnehmung häufig patriotisch gedeutet wird, eher als kritische Abrechnung mit den Vereinigten Staaten.
Cain betonte zudem, er selbst halte seine christliche Überzeugung und seine politische Haltung bewusst von der Bühne fern, obwohl auch er sich klar als konservativ bezeichne. Er sehe sich gemeinsam mit dem Musiker Kid Rock in einer kleinen Minderheit innerhalb der Musikbranche, stehe aber unbeirrt zu seiner Position.
Hintergrund der Auseinandersetzung
Springsteen hatte in den vergangenen Monaten wiederholt öffentlich Kritik an der Regierung von Donald Trump geäußert, unter anderem im Rahmen seiner inzwischen abgeschlossenen Konzertreise, bei der er bei nahezu jedem Auftritt politische Stellungnahmen abgab. Auch bei einer Sondersendung des Senders PBS anlässlich des 250. Jahrestags der amerikanischen Unabhängigkeit sprach sich der Musiker deutlich gegen die aktuelle politische Entwicklung im Land aus und bezeichnete die derzeitige Regierung als gefährlich für Demokratie und Verfassung.
Cain selbst ist mit der evangelikalen Predigerin Paula White-Cain verheiratet, die als Beraterin im neu geschaffenen Glaubensbüro des Weißen Hauses fungiert. Diese enge Verbindung zur aktuellen US-Regierung dürfte seine öffentlich vertretene politische Haltung zusätzlich unterstreichen.
Journey weiterhin auf großer Abschiedstournee
Unabhängig von der Auseinandersetzung befindet sich Journey mitten in der großen Abschiedstournee „Final Frontier“. Nach einem ersten Tourabschnitt, der im Februar in Pennsylvania begann, folgt ab dem 12. September ein weiterer nordamerikanischer Tourabschnitt mit Stationen unter anderem in Los Angeles, Seattle, Chicago, Atlanta, Philadelphia und Boston. Die laufende Etappe soll am 28. November in San Francisco enden. Konkrete europäische Termine, darunter mögliche Auftritte in Deutschland, wurden von der Band bislang nicht offiziell bestätigt.
Author: Franz Lemmler © 2026 Xenopolias.de
Quellen: Breitbart, Fox News, Consequence, Variety, Paste Magazine, Yahoo Entertainment, The Wrap