Eva Rinaldi, CC BY-SA 2.0 <https://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0>, via Wikimedia Commons
Lesedauer 2 Minuten
Chris Brown Performs at Supafest 3 Sydney, Australia 2012.

US-Sänger Chris Brown hat sich vor einem Londoner Gericht in einem lang anhängigen Strafverfahren schuldig bekannt. Wie mehrere internationale Medien übereinstimmend berichteten, gestand der 37-Jährige am Freitag vor dem Southwark Crown Court den Straftatbestand der öffentlichen Schlägerei, im britischen Recht als „Affray“ bezeichnet. Damit drohen ihm bei der Urteilsverkündung im Herbst bis zu drei Jahre Haft.

Vorfall aus dem Jahr 2023

Hintergrund des Verfahrens ist ein Vorfall vom Februar 2023 in einem Nachtclub im Londoner Nobelviertel Mayfair. Ermittlern zufolge soll Brown gemeinsam mit einem Begleiter den Musikproduzenten Abraham Diaw tätlich angegriffen und ihm mit einer Flasche mehrfach auf den Kopf geschlagen haben. Die Auseinandersetzung sei von Überwachungskameras in einem voll besetzten Club aufgezeichnet worden. Ursprünglich war Brown wegen schwererer Vorwürfe angeklagt, darunter Körperverletzung, versuchter schwerer Körperverletzung sowie Besitz einer gefährlichen Waffe in Form einer Tequila-Flasche.

Geständnis im Austausch gegen fallengelassene Anklagepunkte

Im Rahmen einer Verständigung mit der Staatsanwaltschaft wurden die schwerwiegenderen Vorwürfe gegen den Sänger fallengelassen, im Gegenzug bekannte er sich der einfacheren Anklage wegen öffentlicher Schlägerei schuldig. Auch sein Begleiter, der Gesangscoach Omololu Akinlolu, der unter dem Künstlernamen Hoody Baby auftritt, gestand denselben Tatbestand ein. Eine zuständige Vertreterin der britischen Strafverfolgungsbehörde bezeichnete die Tat im Anschluss an die Anhörung als brutalen und unprovozierten Angriff, bei dem Brown eine Glasflasche als Waffe eingesetzt habe, um sein Opfer zweimal am Kopf zu treffen. Man werde weiterhin konsequent gegen derartige Gewalttaten vorgehen, hieß es weiter.

Festnahme erst Jahre nach der Tat

Nach dem Vorfall hatte Brown Großbritannien zunächst verlassen. Erst im Mai vergangenen Jahres wurde er in einem Hotel in Manchester festgenommen, wohin er zur Vorbereitung einer Tournee gereist war. Gegen eine Kaution von umgerechnet rund 6,7 Millionen US-Dollar kam er wieder auf freien Fuß und konnte in der Folge sowohl durch Europa als auch durch Nordamerika touren. Auch nach dem nun erfolgten Schuldbekenntnis wurde er erneut gegen Kaution freigelassen.

Urteil im Oktober erwartet

Die Verkündung des Strafmaßes ist für den 26. Oktober angesetzt. Der zuständige Richter hat den Fall für diesen Termin terminiert, an dem sowohl über Browns als auch über Akinlolus Strafe entschieden werden soll. Vor Gericht sollen sich laut Berichten mehrere Fans des Sängers solidarisch gezeigt und ihm bei seinem Erscheinen Zuspruch entgegengebracht haben.

Kein erster Vorfall dieser Art

Der aktuelle Fall ist nicht die erste juristische Auseinandersetzung in der Karriere des Musikers. Bereits vor mehr als einem Jahrzehnt hatte sich Brown wegen eines tätlichen Angriffs auf seine damalige Partnerin schuldig bekannt und musste in der Folge zeitweise eine Haftstrafe wegen eines Verstoßes gegen seine Bewährungsauflagen antreten.

Author: Franz Lemmler © 2026 Xenopolias.de

Quellen: CNN, Associated Press, BBC, The Hollywood Reporter, Rolling Stone, Boston Globe, ABC News

© 2026 Xenopolias.de – Unabhängiger Musik‑ und Kulturjournalismus