
Erklärung für die lange Zurückhaltung
Carly Simon hat sich in einem persönlichen Brief an ihre Fans gewandt und dabei öffentlich gemacht, dass bei ihr die Nervenkrankheit Parkinson diagnostiziert wurde. Die 83-jährige, in die Rock and Roll Hall of Fame aufgenommene Musikerin erklärte, sie habe zahlreiche Nachrichten von besorgten Fans erhalten, die sich nach ihrem längeren öffentlichen Schweigen erkundigt hätten. Die Wahrheit sei, so Simon, dass sie in dieser Zeit gelernt habe, mit der Diagnose zu leben.
Ein langer Weg zur Diagnose
Wie die Sängerin in ihrem Schreiben weiter ausführte, habe sie einige Zeit gebraucht, um die Diagnose zu verarbeiten, sich an sie zu gewöhnen und zu entscheiden, wie viel sie davon öffentlich teilen möchte. Sie beschrieb Parkinson als eine Erkrankung, die bei jedem Menschen unterschiedlich verlaufe und deren Symptome unvorhersehbar seien. An manchen Tagen falle es ihr schwer, überhaupt in Bewegung zu kommen, während sie an anderen Tagen deutlich mehr Kraft zum Denken, Arbeiten und Fühlen verspüre. Erste Anzeichen der Erkrankung habe sie während ihrer Genesung von mehreren Knie- und Hüftoperationen bemerkt, die aufgrund von Arthrose notwendig geworden waren.
Zusätzliche gesundheitliche Belastung durch Hautkrebs
Parallel zur Parkinson-Diagnose musste sich Simon zudem einer Operation wegen eines Basalzellkarzinoms im Gesicht unterziehen. Der Krebs konnte zwar vollständig entfernt werden, der Eingriff habe jedoch ihr äußeres Erscheinungsbild verändert und sie im Umgang mit der Öffentlichkeit zusätzlich verunsichert. Mit einem gewissen Selbstironie verwies sie dabei auf die Ironie, ausgerechnet die Autorin des Songs „You’re So Vain“ zu sein, was ihrem inneren Kritiker reichlich neues Material geliefert habe.
Rückzug aus der Öffentlichkeit als bewusste Entscheidung
Angesichts der Kombination aus eingeschränkter Beweglichkeit, der Parkinson-Diagnose, der Operation und den damit verbundenen emotionalen Belastungen habe sich Simon bewusst dazu entschieden, sich zeitweise aus der Öffentlichkeit zurückzuziehen. Dennoch betonte sie ausdrücklich, dass sie weder aufgehört habe zu leben noch zu arbeiten. Mitten in dieser schwierigen Phase habe sie mit den Aufnahmen zu einem neuen Album begonnen, was ihr selbst im Nachhinein nahezu rätselhaft erscheine.
Neues Album als Zeichen der Widerstandsfähigkeit
Das kommende Album trägt den Titel „Comes in Waves“ und erscheint im August. Es handelt sich um Simons erstes neues Studioalbum seit rund 16 Jahren. Die Musikerin beschrieb den Entstehungsprozess als eine Zusammenstellung von Liedern und Songfragmenten, die teils bereits seit Jahren auf ihre Fertigstellung gewartet hätten. Die Arbeit an der Musik habe den Tagen während ihres Rückzugs eine Struktur gegeben, die ihr sonst gefehlt hätte, und ihr geholfen, sich trotz allem lebendig und schöpferisch zu fühlen.
Author: Franz Lemmler © 2026 Xenopolias.de
Quellen: Rolling Stone, Billboard, PBS News, The Music Network, Yahoo Entertainment
